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Rechtsbasierte soziale und berufliche Integration von gefährdeten und Jugendlichen mit Behinderungen in Córdoba/Argentinien

Das Projekt läuft seit 2006. Die Evaluierung bezog sich insbesondere auf die Jahre 2012 und 2013, für die eine Gesamtsumme von 200.000 Euro zur Verfügung gestellt wurde. Direkt Begünstigte in diesem Zeitraum: 350 Jugendliche, indirekt 29.000 Jugendliche. Partner ist die Organisation CECOPAL.

Ziel

Córdoba ist ein industrielles Zentrum mit großen sozialen Unterschieden. Ein Drittel der Jugendlichen hat große Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden. Eine fehlende Ausbildung oder wenig ausgeprägte beschäftigungsrelevante Grundfertigkeiten der Jugendlichen sind ein großes Problem. Hier setzt die Partnerorganisation CECOPAL an und bietet ihnen berufs- und persönlichkeitsbildende Trainings und andere qualifizierende Maßnahmen. In Gesprächen mit möglichen Ausbildungsgebern wird versucht, Plätze insbesondere für Jugendliche mit Behinderungen zu finden, da sie die geringsten Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Was erreicht wurde

Seit Projektbeginn konnten 13 Firmen gewonnen werden, Jugendliche mit Down-Syndrom einzustellen. 70 Jugendliche konnten ein Praktikum machen, 45 fanden einen dauerhaften Arbeitsplatz und damit ein Auskommen. Eine Voraussetzung dafür war, dass die Jugendlichen lernten, sich eigenständig im öffentlichen Nahverkehr zu bewegen. 20 bis 30 Prozent der Jugendlichen mit Behinderungen haben lesen und schreiben gelernt, 13 konnten in öffentliche Schulen integriert werden.

Bei CECOPAL nahmen seit 2006  insgesamt etwa 1.000 Jugendliche an berufsbildenden Kursen teil, von denen ein Teil durch die Interamerikanische Entwicklungsbank finanziert war. Da aufgrund hoher Mobilität viele Absolventen für die Evaluatoren nicht mehr erreichbar waren und CECOPAL selbst die Lebenswege nicht nachverfolgt, macht die Evaluierung keine genauen Angaben über die Zielerreichung. Besucht wurden jedoch drei selbstverwaltete Kleinbetriebe, in denen 24 Jugendliche sich über einen Zuschuss für die Anschaffung der Maschinen aus Projektmitteln einen Arbeitsplatz geschaffen haben.

Die Stärke des Projektes liege nicht allein in der Schaffung von Arbeitsplätzen, sondern in der Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen, von denen einige sich heute sozial engagieren, beispielsweise gegen die Kriminalisierung von Jugendlichen aus sozialen Randvierteln durch die Behörden Córdobas.

Empfehlungen und Perspektiven

Empfohlen wird, das Projekt weiterzuführen und die Methoden ähnlich dynamisch weiterzuentwickeln wie in der Vergangenheit. Die Erfahrungen sollten systematisch ausgewertet und Fortbildungen für andere Institutionen angeboten werden, die mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen arbeiten. CECOPAL müsste sich personell und methodisch verstärken, falls man die Berufsbildung im engeren Sinne weiterführen wollte. Sollte es seinem bisherigen Schwerpunkt der Bildungs- und Lobbyarbeit folgen, müsste das Wirkungsmonitoring verbessert werden.

Technische Daten

Die Evaluierung kurz vor Abschluss des Projektes erfolgte über Interviews mit Projektmitarbeitern,  Vertretern der Zielgruppen und derjenigen Institutionen, mit denen das Projekt in Kontakt steht, sowie durch eine Dokumentenanalyse und Workshops. Die Evaluierung wurde von Carlos Vigil und Thomas Rebohle durchgeführt.


Zum Evaluationsbericht (PDF-Dokument)

 

 

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