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Kenia:
Minderjährige vor sexueller Ausbeutung schützen

Ausgangssituation

Zehntausende Mädchen und Jungen werden in Kenia sexuell ausgebeutet. Schon Zwölfjährige müssen anschaffen gehen. Manche werden von Zuhälter*innen oder ihren Eltern dazu gezwungen. Andere treibt die Not: Statt zu hungern, verkaufen sie lieber ihren Körper. Vor allem in den Tourismusgebieten und entlang der großen Fernstraßen boomen Prostitution und sexuelle Ausbeutung. Armut, mangelnde elterliche Fürsorge und ein geringes Bildungsniveau erhöhen die Gefahr, in die Prostitution abzurutschen. Und wer einmal in die Abwärtsspirale von Ausbeutung, Abhängigkeit und sozialer Stigmatisierung geraten ist, schafft es nur schwer wieder heraus.

Die terre des hommes-Partnerorganisation

Das Kenya National Outreach, Counselling and Training Programme, kurz: K-NOTE, setzt sich seit 2003 besonders für marginalisierte Kinder, Jugendliche und auf sich allein gestellte Frauen und Mütter ein und eröffnet ihnen nachhaltige Wege aus der Armut.

Maßnahmen und Wirkungen

In den Bezirken Naivasha und Gilgil – etwa 100 Kilometer nördlich von Nairobi an einer großen Ausfallstraße gelegen – will K-NOTE die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen verhindern und denjenigen einen Ausweg aufzeigen, die bereits Opfer geworden sind.

Berufliche Aus- und Fortbildung: 90 junge Frauen und 60 junge Männer erhalten eine berufliche Qualifizierung oder Unterstützung bei der Gründung von Kleinstunternehmen. Neben fachlichen Kenntnissen lernen die 16- bis 24-Jährigen, Verantwortung zu übernehmen und Problemlösungsstrategien zu entwickeln. K-NOTE klärt sie zudem über sexuelle und reproduktive Gesundheit auf und bietet psychosoziale Unterstützung an. Am Ende der Ausbildung bekommen die jungen Mechaniker*innen, Friseur*innen oder Schneider*innen „Start up Kits“ mit einer Grundausstattung für ihren neuen Betrieb. Einige erhalten auch finanzielle Starthilfe.

Gleichberechtigung und Respekt: Die beste Ausbildung hilft jungen Frauen nichts, wenn ihr Leben durch patriarchale Normen eingeschränkt bleibt. K-NOTE organisiert deshalb Veranstaltungen, die sich explizit an Männer richten. Öffentlich diskutieren sie Gewalt gegen Frauen, Geschlechterrollen und Gleichberechtigung. Die Teilnehmer – darunter Jugendliche ebenso wie lokale Autoritäten – sollen zu Vorbildern werden, die einen respektvollen Umgang zwischen Männern und Frauen propagieren und sich gegen sexuelle Gewalt und Ausbeutung einsetzen. Um Respekt geht es auch in den Fortbildungen für Eltern: 100 Väter und Mütter begleitet K-NOTE dabei, die Kommunikation mit und die Beziehung zu ihren Kindern zu verbessern.

Herausforderungen und Planung:

Normwandel ist ein langwieriger Prozess, während das Geschäft mit dem Sex schnell verdientes Geld verspricht. Schon heute arbeitet K-NOTE eng mit anderen staatlichen und gesellschaftlichen Akteur*innen zusammen, um Kinder und Jugendliche vor Missbrauch zu schützen und ihnen eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen. Künftig wird die Organisation diese Zusammenarbeit weiter ausbauen.

Das Projekt wird von der VW-Belegschaftsstiftung unterstützt.

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