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Wir unterstützen Kinder in der Westsahara

Der völkerrechtliche Status des Küstenlandes am Atlantischen Ozean ist seit 1975 ungeklärt. Marokko annektierte große Teile der ehemaligen spanischen Kolonie und betrachtet sie als Teil seines Territoriums. Seither schwelt ein Konflikt.

Die Auseinandersetzungen blockieren nicht nur die Entwicklung der Westsahara, sondern haben auch verheerende Folgen für die Bevölkerung: Seit Jahrzehnten harren mehr als 100.000 sahrauische Flüchtlinge in Lagern im Nachbarland Algerien aus – in primitiven Hütten und Zelten warten sie darauf, in ihre Heimat zurückkehren zu können. Die Lebensbedingungen in den Lagern inmitten der Wüste sind äußerst hart, selbst das Wasser wird per Hilfstransport angeliefert. Im Sommer klettert das Thermometer auf über 50 Grad Celsius, im Winter sinken die Temperaturen nachts unter den Gefrierpunkt. Eine Aufbruchsstimmung mit dem »Arabischen Frühling« seit 2013 ist für die sahrauischen Flüchtlinge in der Isolation der Wüste nicht spürbar. Vielmehr spitzt sich ihre Lage weiter zu, denn viele gut ausgebildete Jugendliche, die nach ihrem Studium an europäischen Universitäten in die Flüchtlingslager zurückmüssen und dort keinerlei Arbeit finden, sind unzufrieden, zermürbt und empfinden ihre Situation als völlig perspektivlos. Viele sehen im bewaffneten Kampf  gegen Marokko den einzigen Weg, ihre Lage zu verbessern, obwohl dieser für die Sahrauis katastrophale Folgen hätte.

Ihre Ansprechpartnerin

Claudia Berker
Programmkoordination
Telefon: 05 41 / 71 01-166
c.berker@remove-this.tdh.de

Programmschwerpunkte

Perspektiven für Jugendliche jenseits von Gewalt

Um besonders den jugendlichen Flüchtlingen wieder eine Perspektive zu geben, führt terre des hommes gemeinsam mit der Schwesterorganisation terre des hommes Schweiz ein Kooperationsprojekt zum Aufbau von Jugendzentren durch. Insgesamt gibt es 21 aktive Jugendzentren, die Arbeit von terre des hommes Deutschland konzentriert sich auf neun Zentren für 1.200 Jugendliche und 1.400 Kinder im Lager Smara. Die Jugendzentren bieten den jungen Menschen Sprachkurse und berufsvorbereitende Lehrgänge in Informatik, aber auch zu handwerklichen Tätigkeiten wie der Schneiderei. Ferner werden Kurse in Kochen und in traditionellem Tanz angeboten. Zahlreiche Mädchen haben dank der erworbenen und zertifizierten Fähigkeiten bereits eine Arbeit im Lager gefunden, andere bilden sich fort und gewinnen eine erste Orientierung zu ihren möglichen Berufswünschen. In kleinem Umfang ist auch Gemüseanbau möglich, so dass rund 80 Jugendliche die Chance haben, kleine  Gärten zu bewirtschaften und dadurch die Ernährungssituation ihrer Familien ein wenig zu verbessern. Wasserknappheit und die klimatischen Bedingungen der Wüste setzen dieser Betätigung aber enge Grenzen.

Die Jugendzentren schaffen für die jungen Menschen erste Perspektiven, vermitteln ihnen Struktur und Halt in ihrem Leben und sind wichtige Räume, in denen sie Gleichaltrige treffen und sich austauschen können. Je mehr sie das Gefühl haben, ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können, desto geringer ist die Gefahr, dass sie sich aus Mangel an Alternativen  bewaffneten Gruppen anschließen.

Ausblick

Auch in Zukunft geht es terre des hommes darum, die Perspektiven von Jugendlichen, insbesondere Mädchen und jungen Frauen, zu verbessern, ihnen berufliche Chancen zu eröffnen und sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.


Projektbeispiel

Der vergessene Konflikt

Die Organisation UJSARIO bietet Jugendlichen, deren Familien vor dem Konflikt in der Westsahara fliehen mussten, eine Alternative zum tristen Leben im Lager. mehr

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