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Kambodscha: Brutale Gewalt gegen Demonstranten

terre des hommes unterstützt Forderungen von Menschenrechtsorganisationen für Textilarbeiter

In Kambodscha ist es in den vergangenen Wochen zu heftigen Protesten von Textilarbeitern gekommen. Die Demonstranten streiken für bessere Arbeitsbedingungen und die Heraufsetzung des monatlichen Mindestlohns auf 160 US-Dollar (118 Euro, bisher 58 Euro) für die Beschäftigten der Textilindustrie. Sicherheitskräfte und Polizeieinheiten des Militärs sind seither mit brutaler Gewalt gegen die Demonstranten vorgegangen. In einer gemeinsamen Erklärung haben nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen das brutale Vorgehen der Polizei verurteilt und den kambodschanischen Staat zur Wahrung des Demonstrationsrechts und der Menschenrechte aufgefordert. terre des hommes gehört mit zu den 150 Unterzeichnern der Erklärung.  

Massive Übergriffe

In dem Papier wird nicht nur von massiven Übergriffen auf Protestteilnehmer, sondern auch von Verschleppung und willkürlichen Verhaftungen berichtet. Berichtet wird ferner von brutalen Verhörpraktiken und einer unmenschlichen Behandlung von Festgenommenen. Bei den ersten  friedlichen Protesten in Phnom Penh, Anfang Januar, setzte die Militärpolizei bereits Schusswaffen ein. Willkürlich wurde auf Demonstranten geschossen. Dabei gab es Tote und Verletzte. Angesichts der brutalen Gewalt haben die Gewerkschaften den Streik vorerst ausgesetzt, er soll aber schon bald mit friedlichen Mitteln fortgesetzt werden.

Mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen

Obwohl das Land nicht zu den größten Textilherstellern in Asien gehört, macht dieser Sektor etwa 80 Prozent der gesamten Exporte Kambodschas aus. Etwa 600.000 bis 650.000 Menschen sind in diesem Industriezweig beschäftigt. Führende westliche Modemarken wie Gap, Nike und H&M lassen in Kambodscha produzieren. In den letzten Jahren sollen sich die Arbeitsbedingungen erheblich verschlechtert haben. Während die Löhne in textilproduzierenden Ländern wie China, Vietnam und Indonesien stiegen, sanken sie in Kambodscha. Mit ihrer gemeinsamen Erklärung fordern die Nichtregierungsorganisationen die Verantwortlichen auf, die Gründe für die Übergriffe, Verhaftungen und Menschenrechtsverletzungen durch neutrale Institutionen untersuchen zu lassen. Mitarbeiter von Botschaften werden aufgefordert, sich ein Bild von den Arbeitsbedingungen in den Betrieben zu machen. terre des hommes wird sich mit seinen Projektpartnern weiterhin für bessere Bedingungen und gerechte Löhne in Kambodscha einsetzen und die Forderungen der Textilarbeiter unterstützen.

23.01.2014

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