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Erst Lehrer, dann Schule

Nur während der viermonatigen Trockenzeit ist die Provinz Hka Hku im nördlichen Kachin State mit dem Auto erreichbar. Für die übrige Zeit bleibt lediglich der Transport über die ausgedehnten Flussläufe. 90 Prozent des in Myanmar lebenden Volkes der Kachin sind Christen, die meisten von ihnen Baptisten. Seit vielen Jahren kämpfen bewaffnete Kachin-Gruppen gegen die burmesische Regierung für mehr Autonomie – 50.000 Tote und 100.000 Vertriebene belegen das Ausmaß der gewaltsamen Auseinandersetzungen. Durch Zwangsarbeit, gezielte Menschenrechtsverletzungen und gewaltsame Umsiedlung versucht die burmesische Regierung die Kachin unter Kontrolle zu halten. Mit unübersehbarem Erfolg. Für Europäer ist die Armut in dieser Region schwer vorstellbar. Durchfallerkrankungen, Tuberkulose und Malaria sind weit verbreitet. Auch die Zahl der HIV/Aids-Infizierten steigt. Vorräte und Saatgut sind von Ratten und Ungeziefer befallen, dadurch breiten sich wiederum Armut, Hunger und Krankheiten aus. In vielen Gemeinden haben die Behörden Schulen geschlossen, denn nur noch selten finden sich Lehrer, die bereit sind, in der von Unruhen gekennzeichneten Region zu unterrichten.

Hoffnung für die Kachin bringt der terre des hommes-Projektpartner KBC (Kachin Baptist Convention) mit einem Bildungsprogramm. Die Arbeit konzentriert sich auf zwei unterschiedliche Ansatzpunkte. Einerseits vergibt die von Baptisten getragene Organisation Stipendien für motivierte Schüler, denn die Quote der erfolgreichen Schulabsolventen liegt in dieser Region deutlich unter zehn Prozent. Zudem unterstützt KBC die Gemeinschaften in abgelegenen Dörfern mit kleineren Schulprojekten. Da es an ausgebildeten Lehrern fehlt, übernehmen ausgewählte Dorfbewohnern diese Aufgabe. So stehen statt Feldarbeit an drei Tagen in der Woche lesen, schreiben und rechnen auf dem Tagesplan. Damit die »freien Lehrer« einen materiellen Ausgleich für ihr Engagement bekommen und qualifiziert arbeiten können, stellt KBC nicht nur eine Aufwandsentschädigung, sondern sorgt auch für Weiterbildungsangebote. Dazu gehören Workshops zu Unterrichtsinhalten und ein monatliches Treffen in den regionalen Schulgruppen zum Erfahrungsaustausch.

Obgleich KBC eine christlich orientierte Organisation ist, werden keine ethnischen oder religiösen Kriterien bei der Förderung zugrunde gelegt. In den vergangenen drei Jahren wurden 27 Dorflehrer auf den Unterricht in den Dorfschulen vorbereitet. Mehrere hundert Kinder im schulpflichtigen Alter profitieren von der Schule. Auch wenn Fortschritte nur langsam erzielt werden, so sorgt doch KBC dafür, dass die Hoffnung der burmesischen Kinder auf einen Schulbesuch mit jedem weiteren Lehrer wächst.

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