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terre des hommes legt aktuelle Zahlen zu Kindstötungen vor

Beunruhigender Anstieg im ersten Halbjahr 2017

Im Jahr 2016 gab es in Deutschland insgesamt 14 Fälle von Kindstötungen und Lebendaussetzung von Neugeborenen (neun Säuglinge wurden getötet, vier ausgesetzt und lebend gefunden, in einem Fall ist unklar, ob es sich um eine Tötung oder Totgeburt handelt). Im ersten Halbjahr 2017 wurden bereits zehn Fälle von Kindstötungen gemeldet.

In den vergangenen Jahren hat terre des hommes regelmäßig Zahlen zu Kindstötungen und Lebendaussetzungen von Neugeboren veröffentlicht. In Deutschland gibt es keine offizielle Statistik, die diese Fälle dokumentiert. Vor diesem Hintergrund ermittelt terre des hommes anhand von Medienauswertungen die Zahl der Tötungsdelikte und Lebendaussetzungen.

In den vergangenen zehn Jahren wiesen die Zahlen erhebliche Schwankungen auf. Eine Tendenz, die auf eine allmähliche Abnahme von Kindstötungen hindeutet, ist nicht erkennbar.

Babyklappen und anonyme Geburt
Mittlerweile gibt es zahlreiche Babyklappen und Angebote zur anonymen Geburt. Mit diesen Einrichtungen, sollen Kindstötungen verhindert werden, wie die Betreiber betonen. Aufgrund der Statistiken lässt sich allerdings dieser Zusammenhang nicht belegen. Trotz einer Zunahme dieser Angebote in den letzten zehn Jahren geht die Zahl der Kindstötungen nicht zurück.

terre des hommes kritisiert seit vielen Jahren Einrichtungen zur anonymen Geburt und Babyklappen. Nach Auffassung von terre des hommes werden Frauen, die ihr Kind in einer Paniksituation töten, von diesen Angeboten gar nicht erreicht.

Wieviel Babyklappen gibt es?
In Deutschland fehlt es zudem an einer gesetzlichen Grundlage für Angebote wie Babyklappen und anonyme Geburt. Offizielle Statistiken über die Zahl von Babyklappen und die darin abgelegten Säuglinge gibt es in Deutschland nicht. Auch das Bundesfamilienministerium kann dazu keine verbindlichen Angaben machen. Obwohl es an einer rechtlichen Grundlage für Babyklappen und Einrichtungen zur anonymen Geburt fehlt, werden sie von den Behörden in Deutschland geduldet.

Neues Gesetz soll Rechtsicherheit schaffen
Im Jahre 2014 wurde im Bundestag mit dem Gesetz über die »vertrauliche Geburt« eine legale Form der Kindesabgabe geschaffen. Seit Verabschiedung des Gesetzes wurden nach Mitteilung des Bundesfamilienministeriums bisher 328 vertraulichen Geburten registriert.

Wann reagiert der Gesetzgeber?
Es gibt in Deutschland nur zwei juristisch legale Formen der Kindesabgabe: die Adoption und die vertrauliche Geburt. terre des hommes kritisiert, dass Babyklappen und Angebote zur anonymen Geburt trotz des Gesetzes zur vertraulichen Geburt immer noch geduldet werden, obwohl es für sie noch immer keine gesetzliche Grundlage gibt. Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Gesetzgeber hier Klarheit schaffen will.

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