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Verletzte Seele

Wie Gewalt und Katastrophen Kinder traumatisieren

Humanitäre Hilfe bei Kriegen und Katastrophen hat das Ziel, den Überlebenden möglichst schnell und effektiv beim Wiederaufbau zu helfen. Unsichtbar bleiben dabei häufig die traumatischen Erinnerungen, die Konflikte und Katastrophen vor allem bei Kindern hinterlassen. Neue Therapieansätze und Projekte machen aber Hoffnung, dass den Opfern gezielt bei der Bewältigung ihres Traumas geholfen werden kann.

Nicht nur Naturkatastrophen und Kriegserlebnisse, auch Folter und familiäre Gewalt, Bedrohung, Ausgrenzung, Unterdrückung und anhaltende soziale Ungerechtigkeit können traumatisierend wirken. Aber nicht jeder Mensch, der etwas Schreckliches erlebt, wird automatisch traumatisiert. Das Entstehen eines Traumas hängt von der individuellen Widerstandsfähigkeit ab. Stress, Schmerz und Trauer können dann zu einer psychischen Störung werden, wenn sie die Belastungsgrenzen des Menschen übersteigen.

Ihre Ansprechpartnerinnen

Gertraud Matthias
Referat Humanitäre Hilfe
Telefon: 05 41 / 71 01-181
g.matthias@tdh.de

Auch Menschen, die auf Grund von bewaffneten Konflikten ihr Zuhause verlassen müssen, sind häufig von ihren Erlebnissen traumatisiert. Sie brennen sich in die Erinnerung ein und können die Betroffenen lange Zeit belasten. Weit entfernt von ihrer eigenen Kultur, leben Flüchtlinge häufig unterhalb der Armutsgrenze und machen sich Sorgen um ihre Zukunft. In vielen Ländern dürfen Flüchtlinge keine Arbeit aufnehmen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Für Kinder ist es schwierig, sich in ein neues Schulsystem einzufinden und eine neue Sprache zu lernen. Die Ängste der Eltern um die weitere Zukunft übertagen sich auch auf die Kinder. Es fehlt häufig das Gefühl der elterlichen Geborgenheit. In vielen terre des hommes-Projekten der humanitären Hilfe für Flüchtlinge geht es darum, Kindern und Jugendlichen einen sicheren Ort zu geben, an dem sie sich als Kind fühlen dürfen, um ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten zu können.

Mehr dazu erfahren Sie in einem Interview mit Dr. Ute Sodemann. Vorstandsmitglied der Organisation Trauma Aid and Humanitarian Assistance und auf der Website der terre des hommes-Gemeinschaftsstiftung, welche die Hilfe für traumatisierte Kinder zu einem ihrer wichtigsten Förderschwerpunkte gemacht hat. 

Projektbeispiele

Südafrika: Kinder lernen, über ihre Ängste zu sprechen

Im Township Alexandra von Johannesburg prägen Arbeitslosigkeit, Gewalt und Armut das Leben. Diese Lebensbedingungen haben bei vielen Erwachsenen und Kindern zu tiefen seelischen Verletzungen geführt. mehr

Traumahilfe am Mekong

Südostasien: Ein länderübergreifendes Projekt hilft traumatisierten Menschen. Dabei wird eine Therapiemethode angewendet. mehr

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