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Traumahilfe am Mekong

Südostasien: Ein länderübergreifendes Projekt hilft traumatisierten Menschen

Millionen Kinder werden durch Kriege, Vertreibung und Naturkatastrophen traumatisiert. Trotz der großen Zahl von Opfern gibt es kaum ausgebildete Fachleute, die für die Arbeit mit traumatisierten Kindern ausgebildet sind und Hilfe leisten können. terre des hommes unterstützt in Südostasien ein Netzwerk von Psychologen, die sich auf die Behandlung spezialisiert haben. Das Netzwerk führt Weiterbildung in verschiedenen Ländern Südostasiens durch. Im Mittelpunkt der Ausbildung steht die Schulung von Psychologen zu Trauma-Therapeuten. Die ausgebildeten Experten führen anschließend Fortbildungsprogramme für Sozialpädagogen und medizinisches Fachpersonal in ihren Heimatländern durch. Die Ausbildungsteilnehmer lernen dabei, wie sie am Verhalten von Kindern eine Traumatisierung erkennen und erste Unterstützungsmaßnahmen beginnen können. Für die individuelle Betreuung der Kinder werden dann die geeigneten Behandlungsmaßnahmen und Therapieansätze mit den Trauma-Experten und Psychologen entwickelt.

Ziel ist es, 6.000 Frauen und Kinder und 1.000 Männer zu behandeln, die Opfer von Gewalt, sexuellem Missbrauch, Menschenhandel, Krieg oder Naturkatastrophen werden und unter den Folgen dieser traumatischen Erlebnisse leiden. Darüber hinaus soll ein psychologischer Dienst mit einem speziellen Trainings- und Behandlungsprogramm angeboten werden.

Das unter dem Titel »Mekong-Projekt « gestartete Programm begann in Indonesien mit Unterstützung deutscher Experten der Organisation »Trauma-Aid/Humanitarian Assistance Programme«, die vor Ort Therapeuten in der EMDRMethode (siehe Seite 5) schulten. In Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen lokalen Psychologenverband Himpsi Jaya wurde ein Dienst zur qualifizierten Traumabehandlung aufgebaut. Geplant ist nun die Gründung eines eigenen EMDRInstitutes, das eng mit der Universität Jakarta zusammenarbeiten soll. Parallel werden Multiplikatoren ausgebildet, die Krankenschwestern, Lehrer und Sozialarbeiter darin schulen, traumatische Störungen zu erkennen und die Opfer zu betreuen.

EMDR reduziert Angstzustände
Eine Studie belegt den Erfolg der EMDR-Methode. Besonders bei Mädchen und Frauen werden mit dieser Therapie traumatische Störungen, Angstzustände und Depressionen erheblich reduziert. Insgesamt wurden 1.200 Erwachsene und 1.000 Kinder vor und nach der Behandlung untersucht. Die Rate der Patienten mit Angstzuständen und Depressionen konnte von 70 auf 30 Prozent verringert werden, bei Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen lag die Erfolgsquote bei fast 100 Prozent. Ohne ein geschütztes und stabiles Umfeld ist die Überwindung traumatischer Erfahrungen allerdings oft nicht möglich. Deswegen ist die Unterstützung von Müttern, eine der Kernaktivitäten im Rahmen des Projektes, eine Voraussetzung für die seelische Gesundung ihrer Kinder.

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