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Tinotenda aus Zimbabwe

Tinotenda
Zimbabwe, 23 Jahre
Partnerorganisation: Roots Africa
Jugenddelegierter für: Afrika

Wie bist du mit der Arbeit von terre des hommes in Kontakt gekommen?

Das muss 2018 oder 2019 gewesen sein. Zu der Zeit war ich Junior Mayor von Chitungwiza. Einer der tdh-Partner, die in der Region aktiv waren - Citizen Child - führte ein Jugendmedienprojekt durch. Sie wandten sich mit einer Petition an mich: Es ging um Umweltfragen, Abfallwirtschaft und Abwasserrohre. Sie forderten sauberere und passendere Spielplätze und -orte für Kinder. Als ich später nach Bindura ging, um dort zu studieren, kam ich in Kontakt mit Roots Africa, das jungen Menschen Business Trainings und Startkapital zur Verfügung stellt. Mit den Mitteln, die ich von terre des hommes erhalten habe, habe ich mein eigenes Unternehmen gegründet. Von da an engagierte ich mich mehr und mehr für die Organisation und wurde schließlich Mitglied der Programmabteilung von Roots Africa.

Wie sieht die Projektarbeit mit Roots Africa aus?

Bei unserer Arbeit geht es in erster Linie darum, abgelegene oder marginalisierte Gemeinschaften zu erreichen und ihnen Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen zu ermöglichen. Man könnte sagen, wir gehen dorthin, wo die öffentliche Infrastruktur nicht hinkommt. Es geht einerseits um „Economic Empowerment“, also um Ausbildung, Chancen und die nachhaltige Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Aber wir versuchen auch, gegen Kinderheirat vorzugehen und durch Aufklärung zu verhindern, dass weniger Minderjährige schwanger werden.

Was motiviert dich, dich für Kinder- und Jugendrechte einzusetzen?

Irgendwie wollte ich das schon immer machen: Als ich 10 Jahre alt war, nahm ich an einem Programm für junge Menschen bei der örtlichen Polizei teil. Dann wurde ich Jugendstadtrat, Junior Mayor und als ich an die Universität ging, wurde ich Präsident des Studentenrats. Die ganze Zeit habe ich mit verschiedenen Kindern und Jugendlichen aus unterschiedlichen Verhältnissen gearbeitet. Und je mehr man mit Menschen zu tun hat, vor allem aus den weniger privilegierten Teilen der Gesellschaft, desto mehr wird einem klar, dass man wirklich etwas verändern muss. Mir ist auch klar: Ich konnte Verantwortung übernehmen, weil ich das Privileg und die Gelegenheit dazu hatte, mich in der lokalen Regierung und in zivilgesellschaftlichen Organisationen engagieren zu können. Irgendwie war klar, dass ich das nutzen möchte, um anderen jungen Menschen zu helfen und sie zu motivieren. Ich hoffe, dass sie sehen, was wirklich möglich ist, wenn sie sehen, dass wir Veränderungen bewirken können.

Als Delegierter repräsentierst du die Region Afrika. Was sind für dich die wichtigsten Themen, Ziele und Forderungen?

Für meine Region ist eines der wichtigsten Themen sicherlich „taking action against gender-based rights violations and discrimination“, aber auch „Education and empowerment for life perspectives“. Junge Menschen in die Lage zu versetzen, selbst Politik zu gestalten und Wandel zu beeinflussen hat direkte Wirkung auf viele der anderen Themen wie die Bekämpfung des Klimawandels. Education and empowerment for life perspectives ist auch deshalb so wichtig, weil wir eine hohe Arbeitslosenquote haben. Wenn man über Lebensperspektiven spricht, geht es nicht nur um das formale Bildungssystem. Es geht auch um die Umsetzung. So gibt es zum Beispiel eine ganze Reihe junger Menschen, vor allem Mädchen, die Opfer von Kinderehen geworden sind. Obwohl es Gesetze gibt, die es ihnen ermöglichen sollen, in die Schule zurückzukehren, ist es für sie aufgrund von Stigmatisierung und Diskriminierung oft schwierig. Es geht also nicht nur um Bildung im Sinne von „Schulbildung“, sondern um weit mehr.

23.6.23

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