Kinderrechte-Manifest

Kinder- und Jugendgipfel 2014

Der erste Kinder- und Jugendgipfel, der von drei Organisationen veranstaltet wird hat nun 18 Forderungen an die Politik. Vom 15.11 bis zum 17.11.2014 haben ca. 100 Kinder und Jugendliche sich in Berlin getroffen, um über ihre Rechte zu diskutieren.

WIR HABEN RECHTE! Seit nun 25 Jahren existieren unsere Rechte, doch noch immer müssen wir diese einfordern. Die Situation ist noch immer nicht optimal!

Es fehlt an der Bekanntmachung unserer Rechte und an der Beachtung. Wo sind unsere vollkommenen Rechte auf Privatsphäre, auf Mitbestimmung oder auf Freizeit? Und keine Sorge es geht noch weiter! Auf den folgenden Seiten findet ihr unsere kompletten Forderungen.

Jetzt ist Schluss mit den Ausreden und dem weggucken, wir sind hier! Es gibt uns, uns die Zukunft, Zukunft sind wir Kinder und Jugendliche, lasst uns teilhaben, lasst uns erwünscht sein, lasst uns ins Grundgesetz!

Wir fordern mit vereinter Stimme: KINDERRECHTE IN DAS GRUNDGESETZ!


Freie Zeit
Wir fordern die bessere Umsetzung des Rechts auf freie Zeit und Freizeit, dabei ist uns besonders wichtig:

  1. Die Entlastung von Schüler*innen durch ein spezialisiertes Schulsystem, welches eine freie Fächerwahl, individuelle Entscheidung über G8/G9, Abschaffung der Hausaufgabenpflicht und anderes beinhaltet;
  2. Bessere Zugänge zu kulturellen Aktivitäten durch Verbesserung der Mobilität und die Abschaffung deren Kosten 
  3. Mehr Geld für Schulen, Vereine und ähnliche Organisationen, sowie finanzielle Förderung für kostenpflichtige Freizeitaktivitäten


Kinderarbeit
Zum Thema Kinderarbeit fordern wir:

  1. das BMZ dazu auf, die Projektförderung zur Unterstützung der Opfer von ausbeuterischer Kinderarbeit auszubauen. Aufgrund des Konsums von durch Ausbeutung von Kindern hergestellten Produkten, unter a. in der Textilindustrie, liegt es in der Verantwortung Deutschlands, arbeitenden Kindern zum Beispiel durch Ausbildungsangebote, Auswege und Perspektiven zu bieten.
  2. gesetzliche Verbindlichkeiten zur Offenlegung der Arbeitsbedingungen auf sämtlichen Produktionsebenen in der Textilindustrie – mit Fokus auf ausbeuterische Kinderarbeit.
  3. die Bundesregierung dazu auf, mehr Geld in Bildungsmaßnahmen für fairtrade und gegen ausbeuterische Kinderarbeit zu investieren. Diese Themen sollen fest in den Lehrplänen verankert werden unter besonderer Berücksichtigung konkreter Lösungswege.   

Kinder auf der Flucht
Wir fordern:

  1. Deutschland muss mehr Flüchtlinge aufnehmen und ihnen einen angemessenen Wohnraum bieten!
  2. die Abschaffung der Duldung und dafür eine kindergerechte Aufenthaltserlaubnis!
  3. mehr Unterstützung für Flüchtlinge, zum Beispiel mehr  psychologische Betreuung und mehr Bildungsangebote!  


Zu Hause ist´s am besten? –Gewalt

Wir fordern:

eine umfangreiche finanzielle Unterstützung der Kinder- & Jugendhilfe um die Umsetzung  von §1631 BGB zu gewährleisten. Besonders wichtig ist uns:

  • mehr sozial- & Jugendamt-Mitarbeiter*innen
  • kostenfreies betreutes Wohnen für Kinder und Jugend

Wir fordern die Umsetzung von §1 (2)  SGB, um die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Besonders wichtig ist uns dabei: 

  • freiwillige Seminare für alle Eltern für eine gewaltfreie Erziehung


Wir fordern, dass bei einer Inobhutnahme von Jugendlichen ihr Mitspracherecht gemäß § 8 SGB oberste Priorität hat.

Mitbestimmung

Wir fordern, dass Beteiligungsstrukturen für Kinder und Jugendliche ausbaut und bekannter gemacht werden, dabei ist uns besonders wichtig:

  1. Entlastung der Lehrpläne zugunsten der verstärkten Partizipation der Schüler*innen an der Unterrichtgestaltung;
  2. Beteiligungsstrukturen für Kinder und Jugendlichen auf kommunaler und schulischer Ebene müssen gestärkt werden. Bei Belangen, die Kinder und Jugendliche direkt betreffen, müssen sie verpflichtend einbezogen werden;
  3. Kinderrechtsinformationen über die Möglichkeiten zur Beteiligung bei Entscheidungen, die Kinder und Jugendliche betreffen, müssen flächendeckend gefördert werden.


Privatsphäre

Wir fordern, dass Kindern und Jugendlichen mehr Vertrauen und Verständnis entgegen gebracht wird, damit ihre Privatsphäre besser geschützt wird, dabei ist uns besonders wichtig:

  1. Ein Verbot von unangekündigten Besichtigungen der Zimmer in Heimen, ein Recht auf uneingeschränkte, private Schränke, die auf gar keinen Fall durchsucht werden dürfen ,und das Recht, die Zimmertür bei Besuch zu schließen;
  2. Das Recht, über die Veröffentlichung von Bildmaterial, welches sie selbst darstellt, zu entscheiden;
  3. Dass die Überwachung der Kinder und Jugendlichen in allen Formen erschwert wird.  


Der Kindergipfel ist eine Veranstaltung des Deutschen Kinderhilfswerkes, der Naturfreundejugend Deutschlands und terre des hommes Deutschland in Kooperation mit FEZ-Berlin und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.    

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