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14. Februar: Bei der Partnerorganisation Funsarep in Cartagena

Heute hatten wir am Vormittag Freizeit und am Nachmittag haben wir das Jugend- und Familienzentrum der Partnerorganisation Funsarep hier in Cartagena besucht. Das Klima macht uns etwas zu schaffen: bei 34 Grad (gefühlte 42 Grad) mit hoher Luftfeuchtigkeit sind Unternehmungen deutlich beschwerlicher als Zuhause.

Funsarep

Funsarep ist ein Partner, der seit 37 Jahren Kinder hier in Cartagena stärkt. Und damals hat terre des hommes das Grundstück für das Gebäude finanziert. Uns verbindet somit eine lange Partnerschaft mit dieser Organisation. Und einige der Lehrer:innen haben seit ihrer Kindheit Kontakt mit Partnern von terre des hommes und fühlen sich somit mit tdh sehr verbunden. So war auch hier der Empfang durch Kinder und Jugendliche sehr herzlich. Sie haben uns durch verschiedene Räume geführt um uns die Arbeit von Funsarep zu erklärt. Denn in jedem Raum wird an verschiedenen Themen gearbeitet:

Raum des Friedens

Im Raum des Friedens treffen sich hauptsächlich Kinder und Jugendliche. Folgende Themen wurden uns von Kindern vorgestellt:

  • Am Montag haben sie eine Rote Hand Aktion als Aktion gegen Gewalt an Kindern und Frauen gestartet.
  • In Workshops werden Kinder und Jugendliche zum Selbstschutz und zu Kinderrechten geschult. Einmal werden ihnen konkrete Tipps an die Hand gegeben: in Dunkelheit darf nicht mehr aus dem Haus gegangen werden, mit Fremden wird nicht geredet, eine Notfallnummer muss immer dabei sein (die Kinder haben sehr oft kein eigenes Handy). Darüber hinaus werden die Kinder von der Polizei geschult. Und zusätzlich werden die Kinder durch die Workshops vernetzt und können sich gegenseitig schützen.
  • Aktionen zu Umweltschutz: Die Kinder haben berichtet, dass es an drei verschiedenen Orten rund um Cartagena Aktionen rund um den Umweltschutz gab. Einmal gab es verschiedene Aktionen zu Müllsammlung, denn Müll in der Natur ist ein großes Problem. Zusätzlich gab es Pflanzaktionen. Flyer wurden in der Nachbarschaft verteilt und die Einwohner wurden für das Thema Müll/Umwelt sensibilisiert. Ein Mädchen hat berichtet, dass die Müllaufsammlungsaktionen auch zu einer sicheren Umgebung beitragen. Es gibt jugendliche Banden, die auch vor der Schule Drogen verkaufen und generell bedrohen. Sie glaubt, dass eine intakte Umwelt auch weniger Gewalt bedeutet.

Grundsätzlich kommen 150 Kinder in das Jugendzentrum. Im Hintergrund fungieren Familien von Funsarep als Notfallfamlien: erfahren Kinder in ihrer Familie Gewalt können sie vorübergehend bei einer dieser „Notfallfamilien“ einen sicheren Ort finden. Auch sexuelle Gewalt ist ein Problem in dem Viertel. Berichtet ein Kind davon gehen Frauen und Kinder aus dem Jugendzentrum zu der Familie, macht das Geschehen damit öffentlich und schaltet die Polizei ein. Funsarep bietet psychologische und juristische Beratung an. Das Ziel von Funsarep ist eine gewaltfreie Umgebung für die Kinder und Jugendliche des Viertels. Es gibt auch einen regelmäßigen Austausch mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei mit den Kindern und Jugendlichen des Zentrums zu dem Thema Gewalt.

Raum „Förderung der Teilhabe der afro-kolumbianischen Frauen“

In diesem Raum treffen sich afro-kolumbianische Frauen um ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Hier tauschen sie sich aus, werden sie in ihren Rechten geschult und haben einen sicheren Ort. Die Psychologin des Zentrums arbeitet im Nachbarraum und bietet Betreuung an. Eine Herausforderung sind Frauen mit migrantischen Hintergrund, die noch einmal andere Problemlagen haben. Der Raum wird auch anderen aktivistischen Organisationen zur Verfügung gestellt. Somit werden ca. 6000 Personen im Jahr erreicht, die in den Räumlichkeiten von Funsarep gestärkt werden. Das Ziel von Funsarep ist das Leben ohne Gewalt für Frauen und Mädchen.

Raum „Der Schlüssel“

Digitale Teilhabe - vielen Personen insbesondere Frauen - bleibt das verwehrt. In diesem Raum werden Tablets zur Verfügung gestellt und finden Schulungen statt u.a. zu Apps mit Notfallfunktion im Fall von Gewalt und allgemeiner Schulung zu den Arten von Gewalt.

Nach den Erklärungen durch die Kinder und Jugendlichen wurden Klaus-Peter und ich jeweils zu unserer Person und zu dem Engagement bei tdh interviewt. Das hat uns Spass gemacht.

Als letztes haben wir mit der Leitung und Lehrer:innen über die Situation der afro-kolumbianischen Bevölkerung gesprochen. Obwohl sie die Mehrheit in Cartagena ist, wird sie stark ausgegrenzt. Erst 1991 wurden ihnen überhaupt die gleichen Rechte eingeräumt. Die Lebensqualität der afro-kolumbianischen Bevölkerung ist aber noch immer deutlich schlechter. Einen wichtige Arbeit von Funsarep ist die Stärkung des Selbstbewusstseins, den Menschen mit afro-kolumbianischen Wurzeln diskrimminieren sich auch selbst. Morgen werden wir mehr über unser jetziges Projekt erfahren. Darauf sind wir gespannt. Im Anschluss des Besuchs hatten wir eine Stadtführung durch die lebendige und schöne Altstadt. Herzlichen Dank an alle Beteiligten von Funsarep für diesen tollen und eindrücklichen Tag!

Herzliche Grüße

Iris

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