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Bei Suma Pachu und Suma Uta

Eleana von der Organisation Suma Yapu holt uns früh vom Hotel ab: Wir wollen die Projektarbeit kennenlernen und fahren zu einer Grundschule, in der Lehrerinnen des Lehrernetzwerks Suma Pachu unterrichten. In der Schule von Chachacumani erwarten uns schon Esperanza, die Direktorin, und Philomena, eine der Lehrerinnen, Vertreter des Elternbeirats sowie Rigoberto Tikuma Jimenez, der örtliche Heiler oder weise Mann. In der Schule werden 40 Kinder in Aymara und Spanisch unterrichtet. Auf dem Stundenplan steht neben Lesen und Rechnen auch das traditionelle Wissen um Kartoffelanbau, Handwerk und Rituale. Ziel ist es, die Kinder an das alte Wissen heranzuführen und es so kommenden Generationen zu erhalten.

Philomena erläutert die Grundzüge der Aymara-Kultur, die auf überlieferten Traditionen beruht. Julicia (11) erzählt ein altes Aymara-Märchen, bevor die Kinder und wir uns gegenseitig Lieder aus Peru und aus Deutschland vorsingen. Dann folgt ein Kulturvergleich: Wir lernen das Aymara-Alphabet, an dem wir kläglich scheitern, und die Zahlen von 1 bis 10 in Aymara, und die Kinder versuchen sich an den deutschen Gegenstücken. Von den Kindern erfahren wir, dass sie nach den sieben Schulstunden zu Hause auch den Eltern zur Hand gehen. So holt Julicia Fische aus den Netzen ihrer Mutter, während andere im Laden oder auf dem Acker helfen.

Dann geht es auf dem Schulacker, wo wir lernen, wie aus Erdklumpen die tradionellen Öfen zum Rösten der Kartoffeln gebaut werden. Am Ende folgt ein gemeinsames Pacha Manga, das gemeinsame Kartoffelessen, das wir auch schon in Ayacucho kennengelernt haben. Zuvor ist Zeit für Sport und Spiel. Carla zeigt sich von ihrer sportlichen Seite und spielt mit den Jungen Fußball, während Karoline und Brigitte eine improvisierte Gesangsstunde geben und andere trotz der großen Höhe – wir befinden uns immerhin über Zugspitzen-Höhe – Volleyball spielen. Einige der Kinder suchen sich unter uns eine feste Partnerin aus, deren Hand sie den ganzen Vormittag nicht mehr loslassen werden. So adoptiert die zehnjährige Luzdelia, die nicht hören und sprechen kann, ohne große Umstände Gina, und Elisabeth wird von Julicia mit Beschlag belegt.

Nun geht es weiter zu Pacha Uta, dem Netzwerk der Weisen und Alten. Einige treffen wir beim Pacha Manga an, und sie laden uns zum Mitessen ein. Neben rund 20 Frauen sind bei diesem Treffen auch drei Männer anwesend: Marcelo und Flavio, ihres Zeichens nach Heiler und Weise, und der Bürgermeister, der sich gleich damit vorstellt, dass er Agrartechniker ist und drei Töchter hat, aber keine Frau. Die Frauen beginnen mit uns einen lebhaften Austausch. Wieder geht es um Karoffelsorten und –anbau, Heilkräuter, aber auch um Getreideerzeugnisse und alle Arten Handarbeiten. Wir stellen fest, dass – obwohl manches bei  uns anders wirkt – am Ende doch alles gar nicht so verschieden ist. Und wir freuen uns an der Einheit in der Vielfalt.

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