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Welt verbessern? Machen wir!

Kinder haben das Recht, sich eine Meinung zu bilden und gehört zu werden. So sieht es die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen vor, die im Jahr 1989 verabschiedet wurde:

  • Der Wille eines Kindes muss in allen seinen oder ihren Angelegenheiten berücksichtigt werden (Artikel 12).
  • Kinder haben das Recht auf freie Meinungsäußerung und Information (Artikel 13) und auf Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit (Artikel 15)
  • Kinder haben Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit (Artikel 14)

Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die hier ihre Botschaften formulieren, waren noch nicht geboren, als die Kinderrechtskonvention verabschiedet wurde. Das Recht auf Beteiligung war damals umstritten und ist noch heute für manche Erwachsenen ein Affront: Dass Kinder ihre Meinung sagen und Forderungen stellen, daran muss sich die Welt der Erwachsenen erst gewöhnen.

terre des hommes unterstützt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene weltweit dabei, sich zu informieren, mit anderen zu diskutieren und gemeinsam und friedlich ihre Anliegen vorzubringen: in Familien, der Schule, in Dörfern und Stadtvierteln oder gegenüber der Regierung.

Kinder vertreten ihren Standpunkt und fordern ihre Rechte ein. Sie geben damit wertvolle Hinweise auf Missstände und Lösungsmöglichkeiten – und lernen gleichzeitig, mündig, aktiv und demokratisch ihre Gesellschaft mit zu gestalten.

Kinder und junge Erwachsene setzen sich für ihre Rechte ein

Lakshmi, Indien

Lakshmi wurde von ihrer Familie mit 15 Jahren verheiratet. Zum Glück gab es in ihrem Dorf eine Mädchengruppe, die helfen konnte. Die Heirat wurde annulliert. Denn Kinderehen sind illegal. Lakshmi ist jetzt 16 Jahre alt und besucht die Schule. Sie möchte Krankenschwester werden. „Ich mache jetzt in der Gruppe mit. Wir konnten in unserem Dorf schon sechs Kinderehen verhindern. Wir Mädchen gehen alle weiter zur Schule.“ Die Gruppe diskutiert mit dem Dorfrat, der Schule und den Behörden: „Wenn ein Mädchen plötzlich nicht mehr auftaucht, muss die Schule nachfragen und der Dorfrat aktiv werden. Sie können es nicht uns allein überlassen.“

terre des hommes unterstützt 3.000 Mädchen im Distrikt Karur in Indien dabei, die Schule und eine Berufsausbildung zu absolvieren.

Ireen, Sambia

Ireen ist 23 und studiert Verwaltungsrecht. In ihrer Heimatstadt Livingstone in Sambia engagiert sie sich in einer Jugendgruppe gegen Klimawandel und für Umweltschutz. „Wir pflanzen Bäume in der ganzen Stadt, ein kleiner Ausgleich.“ Die Gruppe wirbt für weniger Plastik: „Wir machen den Leuten klar, dass sie etwas tun müssen.“ Ireen war beim letzten globalen Aktionstag von Fridays for Future dabei. Hunderte Kinder und Jugendliche gingen nach der Schule entlang der Hauptstraße der Stadt spazieren. Eine Demonstration war nicht genehmigt worden und die Schule schwänzen wollten die Schüler*innen nicht.

terre des hommes fördert in Livingstone, Sambia Jugendliche und junge Erwachsene, damit sie sich zusammen für bessere Bildung und Umweltschutz engagieren. Die Gruppen haben sich um Jugendrat von Livingstone zusammengeschlossen und bringen ihre Anliegen vor den Stadtrat.

Thong, Vietnam

Thong ist 15 Jahre alt und besucht die zehnte Klasse in Ho Chi Minh Stadt in Vietnam. Er lebt in einem armen Stadtviertel, viele Jugendliche sind drogenabhängig, einige haben sich mit dem HIV Virus infiziert.

Thong setzt sich gegen Gewalt ein: Mit seiner Jugendgruppe spricht er in Schulklassen Mobbing und Ausgrenzung an, klärt über die Gefahr von Drogen auf und führt Trainings durch, damit Kinder Konflikte ohne Gewalt lösen. „Ich will andere Jugendliche motivieren, mitzumachen und die Probleme, die wir hier haben, gemeinsam zu lösen. Wenn wir Kinder und Jugendlichen uns zu Wort melden, dann beeindruckt das Lehrer und auch Leute bei den Behörden.“

terre des hommes unterstützt in dem Stadtviertel, in dem Thong lebt, 400 Kinder und Jugendliche dabei, ohne Gewalt und Drogen zu leben und vermittelt Hilfe für Kinder, die abhängig sind und unter AIDS leiden.

Shamta, Indien

Shamta ist 13 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Verschlag neben einer Ziegelei. Jeden Tag presst sie Lehm in Ziegelformen und schleppt die Formen zum Trocknen. Shamta und andere Kinderarbeiter haben sich vor einem halben Jahr zusammengeschlossen und sprechen mit dem Dorfrat: „Wir wollen zur Schule gehen. Wir brauchen sauberes Trinkwasser. Wir Kinder brauchen mehr zu essen. Und es wäre auch schön, wenn wir einen Spielplatz hätten.“

In der indischen Stadt Mirzapur befreit terre des hommes 600 Kinder aus der Arbeit in Ziegeleien und ermöglicht ihnen den Schulbesuch. Die Kinder besuchen zunächst die Abendschule des Projektes und wechseln dann in die öffentliche Schule.

Dhanalaskhmi, Indien

Dhanalakshmi ist 14 Jahre alt und geht in die neunte Klasse. Sie wohnt in einem Dorf in Südindien. Dort herrscht Dürre, seit Jahren hat es nicht mehr genug geregnet. Viele Bauern sind verschuldet, die Böden geben nichts mehr her.

Dhanalakshmi arbeitet im „Öko-Club“ mit: Die Jugendlichen legen Schulgärten an. Weil die meisten Bauern nicht lesen und schreiben können, hat der Öko-Club ein Theaterstück entwickelt, um das notwendige Wissen über Pflanzen und Anbaumethoden zu vermitteln. Ihr größter Erfolg war eine Eingabe bei der Distriktverwaltung: „Die Verwaltung hat zugesagt, mindestens 500 Bäume in jedem unserer 500 Dörfer zu pflanzen!“

Mit Hilfe von terre des hommes stellen Bauern in 30 Dörfern im indischen Bundesstaat Tamil Nadu auf ökologischen Anbau um und erzielen bessere Erträge. 3.000 Dorfkinder engagieren sich in Öko-Clubs.

Jamshed, Pakistan

Jamshed ist 17 Jahre alt und geht zur Schule. In seinem Viertel in der pakistanischen Hafenstadt Karachi herrscht große Armut. Früher waren die Menschen hier Fischer, doch heute haben sie kaum noch eine Chance etwas zu fangen. Die wenigsten Kinder gehen zur Schule, stattdessen arbeiten sie auf der Straße oder betteln. Mädchen werden früh verheiratet, viele dürfen nicht zur Schule gehen. 

Jamshed engagiert sich in einer von fünf Jugendgruppen, die terre des hommes an den Schulen des Viertel unterstützt. Die Jugendlichen – Mädchen und Jungen – geben schwächeren Schülern Nachhilfe und sprechen mit Eltern in ihrer Nachbarschaft um sie zu überzeugen, Kinder zur Schule zu schicken. Jamshed liegt das Müllproblem des Viertels besonders am Herzen. Es gibt keine Müllabfuhr. „Der ganze Müll auf den Straßen ist ein großes Problem. Es stinkt, es ist unhygienisch. Das kann nicht so weitergehen!“ Mit seiner Jugendgruppe räumt Jamshed regelmässig ganze Straßen auf: „Wir sammeln den Müll ein und bringen ihn zu den Sammelplätzen.“

terre des hommes unterstützt in Karachi unter anderem Kinder- und Jugendgruppen, die sich für Bildung für Mädchen und Kinder aus armen Familien engagieren und aktiv Probleme in ihrem Stadtviertel anpacken. Heute engagieren sich in Jamsheds Stadtviertel bereits 390 Kinder und Jugendliche.

Mariana, Brasilien

Mariana ist 21 Jahre alt und spielt leidenschaftlich gerne Fußball: „Wir spielen Straßenfußball mit anderen Regeln: Fair Play wird stärker bewertet, der Teamgeist gewinnt. Damit können wir Jugendliche begeistern, die in unserem Viertel leben. Hier zählt nur, wer sich mit Gewalt durchsetzt. Jeder hier muss sich allein durchschlagen, es gibt viel Gewalt, auf der Straße, aber auch zu Hause in den Familien. Ich bin schwarz, weiblich und lesbisch, ich weiß, was Diskriminierung heißt!“ Mariana hat in der Schule angefangen, sich zu engagieren. „Die Lehrer haben uns Kinder einfach ignoriert und schwarze Mädchen ganz besonders.“

Mariana ist aktiv im Netzwerk der Straßenfussballer. Sie ist stolz darauf, dass sie mit einem Austauschprogramm von terre des hommes in Berlin mit deutschen Bundestagsabgeordneten sprechen konnte: „Ich durfte erzählen, was unsere Probleme sind und sie haben zugehört.“

terre des hommes fördert das Netzwerk der Straßenfußballer in der der brasilianischen Stadt Sao Paulo und bildet 1.200 Mädchen und Jungen aus Elendsvierteln zu Trainer*innen aus.

Amina, Afghanistan

Anima, 26 Jahre alt, ist Lehrerin in einem Flüchtlingscamp. Auf einer ehemaligen Müllkippe leben afghanische Familien, die vor Kämpfen und Terror im Land geflohen sind oder aus Pakistan und dem Iran zurückgekehrt sind. Das Camp ist ein trostloser Ort, heiß und staubig im Sommer, nasskalt und matschig im Winter. Die Menschen leben in Verschlägen, die sie notdürftig aus Ziegeln gebaut haben. Kaum jemand hat Arbeit. Die Kinder versuchen mit kleinen Jobs oder Bettelei ein paar Cents oder etwas zu essen zu ergattern. Sie sind unterernährt und oft krank.

„Wenn die Kinder in meiner Klasse trotz allem anfangen zu spielen, zu malen, und etwas zu erzählen, dann freue ich mich und vergesse unsere ganzen riesigen Probleme.“ Die junge Frau hat für die Zukunft einen Wunsch: „Es wäre schön, wenn die Kinder in Sicherheit wären.“

terre des hommes unterhält eine Schule und versorgt 150 Kinder im Flüchtlingslager mit warmen Mahlzeiten.

Chimunya, Sambia

Chimunya ist 22 Jahre alt und studiert soziale Arbeit. In ihrer Heimatstadt Livingstone in Sambia engagiert sie sich für Bildung und Umweltschutz. „Wir helfen Kindern aus unserem Stadtviertel, damit sie in der Schule besser mitkommen.“ Auch Umweltschutz ist ein großes Thema: Chimunyas Jugendgruppe hat zum Beispiel an zehn Schulen in Livingstone Müll gesammelt und die Schülerinnen und Schüler motiviert, den Schulhof sauber zu halten. „Die Kinder spielen sonst im Müll, das muss nicht sein.“ Auch in ihrer Familie ist Chimunya aktiv: „Meine Mutter hat sich jetzt Stofftaschen fürs einkaufen besorgt und wir diskutieren, was wir zuhause noch machen können.“

Beim letzten globalen Aktionstag von Fridays for Future waren Chimunya und ihre Gruppe dabei: „Wir durften nicht demonstrieren, das hat die Polizei nicht genehmigt. Wir haben auch nicht die Schule geschwänzt, das wollen wir nicht. Aber wir sind dann einfach nach der Schule entlang der Hauptstraße spazieren gegangen. Es haben hunderte mitgemacht!“

terre des hommes fördert in Livingstone, Sambia Jugendliche und junge Erwachsene, damit sie sich zusammen für bessere Bildung und Umweltschutz engagieren. Die Gruppen haben sich um Jugendrat von Livingstone zusammengeschlossen und bringen ihre Anliegen vor den Stadtrat.

Sharada, Indien

Sharada musste mit 12 Jahren die Schule abbrechen und arbeiten: Die Familie hat Eisenerz aus dem Boden gegraben und an Händler verkauft. Sie leben in einem Zelt, ohne Wasser, sanitäre Anlagen und Strom. Mit Hilfe von terre des hommes konnte Sharada mit 14 Jahren wieder die Schule besuchen. Heute ist sie 16 und besucht die neunte Klasse. „Meine Lehrerin macht mir jeden Tag Mut. Ich will einen guten Schulabschluss. Dann werde ich Polizistin und sorge dafür, dass Kinder nicht solche Arbeit tun müssen.“

Sharada engagiert sich gemeinsam mit anderen Jugendlichen „In Indien gilt die Schulpflicht. Die Regierung muss ihre Versprechen einhalten. Auch Kinder aus armen Familien haben ein Recht auf Bildung!“ Die Jugendlichen sprechen mit Schuldirektoren, Lehrern und Behörden: Sie fordern das Ende der Prügelstrafe und kostenloses Schulessen. Damit auch Mädchen aus entlegenen Gegenden die höhere Schule besuchen können, setzt sich die Gruppe für sichere und preiswerte Unterkünfte nahe der Schule ein.

terre des hommes sorgt dafür, dass 8.000 Kinderarbeiter aus den Erzgruben in Karnataka wieder zur Schule gehen: Sie lernen in Abendschulen solange, bis sie in öffentliche Schulen integriert werden können.

Melody, Sambia

Melody ist 24 Jahre alt und lebt in Livingstone in Sambia, sie hat gerade die Schule abgeschlossen. „Ich setzte mich für Kinderrechte ein und besonders dafür, dass Kinder spielen können.“ Spielplätze gibt es in den Armenviertel von Livingstone nicht. Und Schulhöfe und Straßen sind liegen voller Müll. Es gibt keine Müllabfuhr, arme Familien können sie sich nicht leisten. Melody und ihre Jugendgruppe sammeln Müll auf, überall dort, wo Kinder spielen. „Wir sammeln Plastik und Papier und Dreck, damit die Kinder sicher spielen können.“

Melody war auch beim letzten globalen Aktionstag von Fridays for Future dabei. Hunderte Kinder und Jugendliche gingen nach der Schule entlang der Hauptstraße der Stadt spazieren. Eine Demonstration war nicht genehmigt worden und die Schule schwänzen wollten die Schüler*innen nicht.

terre des hommes fördert in Livingstone, Sambia Jugendliche und junge Erwachsene, damit sie sich zusammen für bessere Bildung und Umweltschutz engagieren. Die Gruppen haben sich um Jugendrat von Livingstone zusammengeschlossen und bringen ihre Anliegen vor den Stadtrat.

Jacky, Sambia

Jacky ist 24 Jahre alt und studiert Medizin. „Kinder vor Gewalt und Missbrauch zu schützen, das ist unsere Pflicht!“ In ihrer Heimatstadt Livingstone in Sambia setzt Jacky sich dafür ein: „Wir sprechen überall in der Stadt mit Kindern, in Schulen und in der Nachbarschaft. Wir wollen, dass die Kinder wissen, dass sie ein Recht darauf haben, vor Gewalt und Missbrauch geschützt zu werden. Wir wollen, dass sie den Mund aufmachen, falls ihnen etwas passiert oder sie sich unwohl fühlen.“

terre des hommes fördert in Livingstone, Sambia Jugendliche und junge Erwachsene, damit sie sich zusammen für bessere Bildung und Umweltschutz engagieren. Die Gruppen haben sich um Jugendrat von Livingstone zusammengeschlossen und bringen ihre Anliegen vor den Stadtrat.

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