Sie sind hier:

Welt verbessern? Machen wir!

Kinder haben das Recht, sich eine Meinung zu bilden und gehört zu werden. So sieht es die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen vor, die im Jahr 1989 verabschiedet wurde:

  • Der Wille eines Kindes muss in allen seinen Angelegenheiten berücksichtigt werden (Artikel 12).
  • Kinder haben das Recht auf freie Meinungsäußerung und Information (Artikel 13) und auf Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit (Artikel 15)
  • Kinder haben Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit (Artikel 14)

Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die hier ihre Botschaften formulieren, waren noch nicht geboren, als die Kinderrechtskonvention verabschiedet wurde. Das Recht auf Beteiligung war damals umstritten und ist noch heute für manche Erwachsene ein Affront: Dass Kinder ihre Meinung sagen und Forderungen stellen, daran muss sich die Welt der Erwachsenen erst gewöhnen.

terre des hommes unterstützt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene weltweit dabei, sich zu informieren, mit anderen zu diskutieren und gemeinsam und friedlich ihre Anliegen vorzubringen: in Familien, der Schule, in Dörfern und Stadtvierteln oder gegenüber der Regierung.

Kinder vertreten ihren Standpunkt und fordern ihre Rechte ein. Sie geben damit wertvolle Hinweise auf Missstände und Lösungsmöglichkeiten – und lernen gleichzeitig, mündig, aktiv und demokratisch ihre Gesellschaft mit zu gestalten.

Kinder und junge Erwachsene setzen sich für ihre Rechte ein

Lakshmi, Indien

Lakshmi wurde von ihrer Familie mit 15 Jahren verheiratet. Zum Glück gab es in ihrem Dorf eine Mädchengruppe, die helfen konnte. Die Heirat wurde annulliert. Denn Kinderehen sind illegal. Lakshmi ist jetzt 16 Jahre alt und besucht die Schule. Sie möchte Krankenschwester werden. »Ich mache jetzt in der Gruppe mit. Wir konnten in unserem Dorf schon sechs Kinderehen verhindern. Wir Mädchen gehen alle weiter zur Schule.« Die Gruppe diskutiert mit dem Dorfrat, der Schule und den Behörden: »Wenn ein Mädchen plötzlich nicht mehr auftaucht, muss die Schule nachfragen und der Dorfrat aktiv werden. Sie können es nicht uns allein überlassen.«

terre des hommes unterstützt 3.000 Mädchen im Distrikt Karur in Indien dabei, die Schule und eine Berufsausbildung zu absolvieren.

 

Ireen, Sambia

Ireen ist 23 und studiert Verwaltungsrecht. In ihrer Heimatstadt Livingstone in Sambia engagiert sie sich in einer Jugendgruppe gegen Klimawandel und für Umweltschutz. »Wir pflanzen Bäume in der ganzen Stadt, ein kleiner Ausgleich.« Die Gruppe wirbt für weniger Plastik: »Wir machen den Leuten klar, dass sie etwas tun müssen.« Ireen war beim letzten globalen Aktionstag von Fridays for Future dabei. Hunderte Kinder und Jugendliche gingen nach der Schule entlang der Hauptstraße der Stadt spazieren. Eine Demonstration war nicht genehmigt worden und die Schule schwänzen wollten die Schülerinnen und Schüler nicht.

terre des hommes fördert in Livingstone, Sambia, Jugendliche und junge Erwachsene, damit sie sich zusammen für bessere Bildung und Umweltschutz engagieren. Die Gruppen haben sich um den Jugendrat von Livingstone zusammengeschlossen und bringen ihre Anliegen vor den Stadtrat.

Thong, Vietnam

Thong ist 15 Jahre alt und besucht die zehnte Klasse in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam. Er lebt in einem armen Stadtviertel, viele Jugendliche sind drogenabhängig, einige haben sich mit dem HI-Virus infiziert.

Thong setzt sich gegen Gewalt ein: Mit seiner Jugendgruppe spricht er in Schulklassen Mobbing und Ausgrenzung an, klärt über die Gefahr von Drogen auf und führt Trainings durch, damit Kinder Konflikte ohne Gewalt lösen. »Ich will andere Jugendliche motivieren, mitzumachen und die Probleme, die wir hier haben, gemeinsam zu lösen. Wenn wir Kinder und Jugendlichen uns zu Wort melden, dann beeindruckt das Lehrer und auch Leute bei den Behörden.«

terre des hommes unterstützt in dem Stadtviertel, in dem Thong lebt, 400 Kinder und Jugendliche dabei, ohne Gewalt und Drogen zu leben und vermittelt Hilfe für Kinder, die abhängig sind und unter Aids leiden.

Shamta, Indien

Shamta ist 13 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Verschlag neben einer Ziegelei. Jeden Tag presst sie Lehm in Ziegelformen und schleppt die Formen zum Trocknen. Shamta und andere arbeitende Kinder haben sich vor einem halben Jahr zusammengeschlossen und sprechen mit dem Dorfrat: »Wir wollen zur Schule gehen. Wir brauchen sauberes Trinkwasser. Wir Kinder brauchen mehr zu essen. Und es wäre auch schön, wenn wir einen Spielplatz hätten.«

In der indischen Stadt Mirzapur befreit terre des hommes 600 Kinder aus der Arbeit in Ziegeleien und ermöglicht ihnen den Schulbesuch. Die Kinder besuchen zunächst die Abendschule des Projektes und wechseln dann in die öffentliche Schule.

Dhanalaskhmi, Indien

Dhanalakshmi ist 14 Jahre alt und geht in die neunte Klasse. Sie wohnt in einem Dorf in Südindien. Dort herrscht Dürre, seit Jahren hat es nicht mehr genug geregnet. Viele Bauern sind verschuldet, die Böden geben nichts mehr her.

Dhanalakshmi arbeitet im »Öko-Club« mit: Die Jugendlichen legen Schulgärten an. Weil die meisten Bauern nicht lesen und schreiben können, hat der Öko-Club ein Theaterstück entwickelt, um das notwendige Wissen über Pflanzen und Anbaumethoden zu vermitteln. Ihr größter Erfolg war eine Eingabe bei der Distriktverwaltung: »Die Verwaltung hat zugesagt, mindestens 500 Bäume in jedem unserer 500 Dörfer zu pflanzen!«

Mit Hilfe von terre des hommes stellen Bauern in 30 Dörfern im indischen Bundesstaat Tamil Nadu auf ökologischen Anbau um und erzielen bessere Erträge. 3.000 Dorfkinder engagieren sich in Öko-Clubs.

Jamshed, Pakistan

Jamshed ist 17 Jahre alt und geht zur Schule. In seinem Viertel in der pakistanischen Hafenstadt Karachi herrscht große Armut. Früher waren die Menschen hier Fischer, doch heute haben sie kaum noch eine Chance etwas zu fangen. Die wenigsten Kinder gehen zur Schule, stattdessen arbeiten sie auf der Straße oder betteln. Mädchen werden früh verheiratet, viele dürfen nicht zur Schule gehen. 

Jamshed engagiert sich in einer von fünf Jugendgruppen, die terre des hommes an den Schulen des Viertels unterstützt. Die Jugendlichen – Mädchen und Jungen – geben schwächeren Schülerinnen und Schülern Nachhilfe und sprechen mit Eltern in ihrer Nachbarschaft um sie zu überzeugen, Kinder zur Schule zu schicken. Jamshed liegt das Müllproblem des Viertels besonders am Herzen. Es gibt keine Müllabfuhr. »Der ganze Müll auf den Straßen ist ein großes Problem. Es stinkt, es ist unhygienisch. Das kann nicht so weitergehen!« Mit seiner Jugendgruppe räumt Jamshed regelmäßig ganze Straßen auf: »Wir sammeln den Müll ein und bringen ihn zu den Sammelplätzen.«

terre des hommes unterstützt in Karachi unter anderem Kinder- und Jugendgruppen, die sich für Bildung für Mädchen und Kinder aus armen Familien engagieren und aktiv Probleme in ihrem Stadtviertel anpacken. Heute engagieren sich in Jamsheds Stadtviertel bereits 390 Kinder und Jugendliche.

Mariana, Brasilien

Mariana ist 21 Jahre alt und spielt leidenschaftlich gerne Fußball: »Wir spielen Straßenfußball mit anderen Regeln: Fair Play wird stärker bewertet, der Teamgeist gewinnt. Damit können wir Jugendliche begeistern, die in unserem Viertel leben. Hier zählt nur, wer sich mit Gewalt durchsetzt. Alle hier müssen sich allein durchschlagen, es gibt viel Gewalt auf der Straße, aber auch zu Hause in den Familien. Ich bin schwarz, weiblich und lesbisch, ich weiß, was Diskriminierung heißt!« Mariana hat in der Schule angefangen, sich zu engagieren. »Die Lehrer haben uns Kinder einfach ignoriert und schwarze Mädchen ganz besonders.«

Mariana ist aktiv im Netzwerk der Straßenfußballer. Sie ist stolz darauf, dass sie mit einem Austauschprogramm von terre des hommes in Berlin mit deutschen Bundestagsabgeordneten sprechen konnte: »Ich durfte erzählen, was unsere Probleme sind und sie haben zugehört.«

terre des hommes fördert das Netzwerk der Straßenfußballer in der der brasilianischen Stadt São Paulo und bildet 1.200 Mädchen und Jungen aus Elendsvierteln zu Trainerinnen und Trainern aus.

Amina, Afghanistan

Amima, 26 Jahre alt, ist Lehrerin in einem Flüchtlingscamp. Auf einer ehemaligen Müllkippe leben afghanische Familien, die vor Kämpfen und Terror im Land geflohen oder aus Pakistan und dem Iran zurückgekehrt sind. Das Camp ist ein trostloser Ort - heiß und staubig im Sommer, nasskalt und matschig im Winter. Die Menschen leben in Verschlägen, die sie notdürftig aus Ziegeln gebaut haben. Kaum jemand hat Arbeit. Die Kinder versuchen mit kleinen Jobs oder Bettelei ein paar Cents oder etwas zu essen zu ergattern. Sie sind unterernährt und oft krank.

»Wenn die Kinder in meiner Klasse trotz allem anfangen zu spielen, zu malen, und etwas zu erzählen, dann freue ich mich und vergesse unsere ganzen riesigen Probleme.« Die junge Frau hat für die Zukunft einen Wunsch: »Es wäre schön, wenn die Kinder in Sicherheit wären.«

terre des hommes unterhält eine Schule und versorgt 150 Kinder im Flüchtlingslager mit warmen Mahlzeiten.

Bright, Sambia

Bright ist 22 Jahre alt und will Priester werden. Sein Glaube motiviert ihn, sich zu engagieren. In seiner Heimatstadt Livingstone in Sambia ist er aktiv im Jugendrat: »Wir haben uns zusammengetan, weil die Stadtverwaltung Kinder und Jugendliche nicht ernst nimmt.« Inzwischen hat der Jugendrat mit Stadträten und Behördenleitung gesprochen. »Wir fordern eine bessere Müllabfuhr. Die Leute dürfen ihren Müll nicht überall hinschmeißen. Es stinkt. Es ist gefährlich, weil sich Kinder zum Beispiel an Glasscherben schneiden.« Der Jugendrat hat über 1.000 Schülerinnen und Schüler zum Müllsammeln mobilisiert, vier Stadtviertel und der zentrale Markt wurden gesäubert. »Wir machen weiter und erklären den Leuten, dass sie Müll in Eimer werfen. Die Müllabfuhr muss besser werden und wir wollen Mülltrennung.« Der Jugendrat hat große Zukunftspläne: Krankenstationen und Spielplätze für Kinder in Armenvierteln, eine bessere Wasserversorgung.

Mit Hilfe von terre des hommes beteiligen sich 500 Jugendliche in der sambischen Stadt Livingstone an der Gemeindepolitik und streiten für eine saubere Umwelt.

Wendy, El Salvador

Wendy, 25 Jahre alt, ist Sozialarbeiterin und engagiert sich in der Gruppe Azul Origino (etwa: das ursprüngliche Blau). »Ich bin Afro-Latina und stamme von schwarzen Sklaven ab. In El Salvador werden Afro-Latinos und die Ureinwohner schikaniert.« Wendy wurde aktiv, nachdem sie als Jugendliche verhaftet wurde und einen Monat im Gefängnis saß. »Es gab keine Anklage, ich hatte nichts getan. Trotzdem haben sie mich festgehalten. Nur durch die Hilfe einer Aktionsgruppe kam ich raus. Ich musste beweisen, dass ich unschuldig bin!« Die Gesellschaft El Salvadors ist von Gewalt geprägt. Der Bürgerkrieg spaltete die Gesellschaft. Heute terrorisieren bewaffnete Banden ganze Landstriche.

terre des hommes setzt sich in El Salvador für Kinder und Jugendliche ein, damit sie nicht der Gewalt zum Opfer fallen und Konflikte friedlich lösen.

Bisma, Pakistan

Bisma ist 17 Jahre alt und macht gerade ihren Schulabschluss. Sie hat im Mädchencafé ihres Stadtviertels Lyari eine Fahrradgruppe gegründet. »Radfahren macht Spaß und wir kommen schneller und sicher zur Schule. Zuerst haben manche Leute gelacht und ein paar Jungen von der Koranschule haben mit Steinen nach uns geworfen. Wir haben mit ihnen geredet und ihnen erklärt, dass wir auch Rechte haben. Jetzt lassen sie uns in Ruhe.«

Bisma engagiert sich für Mädchenrechte. Im Mädchencafé fühlt sie sich wohl: »Hier haben wir mehr Freiheit und sind sicher.« Sie hat viele Ideen: zum Beispiel Gemeindezentren in armen Nachbarschaften, in denen die Menschen Beratung bekommen und sich treffen können. Bisma will Sportlehrerin werden. »Eine gute Trainerin kann Kinder unterstützen und Teamgeist und Zusammenhalt fördern. Das brauchen wir in unserer Gesellschaft.« Ihr großer Traum ist es, einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen.

terre des hommes unterstützt das Mädchencafé in der pakistanischen Stadt Karachi. Es ist der einzige Treffpunkt für Mädchen in der Stadt. Zurzeit lernen 320 Mädchen und junge Frauen radfahren und Selbstverteidigung.

Bernhard, Deutschland

Bernhard ist 18 Jahre alt und arbeitet für ein Jahr im Austauschprogramm »Weltwärts« im Projekt Arena y Esteras in der peruanischen Hauptstadt Lima. Das Projekt unterhält eine Zirkus- und Theaterschule in einem Armenviertel von Lima, 400.000 Menschen leben hier. »Wir gehen in Schulen und unterrichten die Kinder zum Beispiel darin, auf hohen Stelzen zu laufen oder zu jonglieren. Das macht Spaß und sie werden selbstbewusster. Wir geben oft Vorstellungen und die Kinder platzen fast vor Stolz.« Die Kinder des Viertels können jeden Tag nach der Schule in die Zirkusschule kommen und üben. »Wir sprechen über den Zirkus auch die Probleme an, zum Beispiel Müll vermeiden.« Im Viertel gibt es keine Müllabfuhr, die Familien verbrennen ihren Abfall. Überall fliegen Plastikverpackungen herum. »Wir haben einen Garten angelegt und einen Komposthaufen – jetzt wird wenigstens der Biomüll nicht mehr verbrannt, sondern zu Erde verwandelt.«

Bernhard engagiert sich auch bei den Fridays-for-Future-Demonstrationen in Lima. »Alles hat mit dem Guten Leben zu tun: Mehr zusammen machen, zusammenhalten, die Natur nicht ausbeuten…. Im Zentrum steht immer die Idee, das Leben angenehmer, gesünder und sozialer zu gestalten und dabei auf die Umwelt, eine schöne Stadt, die peruanische Kultur und Politik zu achten.«

terre des hommes unterstützt die Zirkusschule in Lima und ermöglicht 210 Mädchen und Jungen aus Elendsvierteln sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Olenka, Peru

Olenka ist 22 Jahre alt und lebt in einem Armenviertel der peruanischen Hauptstadt Lima. Seit ihrem 14. Lebensjahr engagiert sie sich in der Zirkus- und Theaterschule im Viertel. Dass Olenka die Schule geschafft hat und jetzt sogar an der Universität Touristik studiert, hat auch mit der Zirkusschule zu tun.

In Olenkas Viertel leben 400.000 Menschen. Armut und Perspektivlosigkeit, Gewalt und Verzweiflung bestimmen in vielen Familien den Alltag. Olenka setzt dagegen, was sie »das Menschenrecht auf Lächeln« nennt. Sie hat es in der Zirkusschule gelernt und gibt es weiter. Die Kinder des Viertels können jeden Nachmittag in die Zirkusschule kommen – und verwandeln sich in Seiltänzerinnen, Artisten und Clowns. Natürlich gibt es regelmäßig Vorstellungen, bei denen die Kinder ihr Können zeigen. Das neu gewonnene Selbstvertrauen hilft dabei, der Gewalt und den Drogen der Straße zu widerstehen. Die Zirkusschule ist zu einem Treffpunkt geworden und unterstützt mit den Mitteln der Kunst Zusammenhalt und Gemeinsinn. Gemeinsam engagieren sich die Zirkusschülerinnen und -schüler zum Beispiel dafür, dass das Müllproblem gelöst wird: Da es keine Müllabfuhr gibt, werfen die Menschen ihren Abfall entweder auf die Straße oder verbrennen ihn. Inzwischen wird in einigen Nachbarschaften der Müll getrennt, Plastik gesammelt und Biomüll kompostiert.

terre des hommes unterstützt die Zirkusschule in Lima und ermöglicht 210 Mädchen und Jungen aus Elendsvierteln sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Sharada, Indien

Sharada musste mit zwölf Jahren die Schule abbrechen und arbeiten: Die Familie gräbt Eisenerz aus dem Boden und verkauft es an Händler. Sie leben in einem Zelt, ohne Wasser, sanitäre Anlagen und Strom. Mit Hilfe von terre des hommes konnte Sharada mit 14 Jahren wieder die Schule besuchen. Heute ist sie 16 und besucht die neunte Klasse. »Meine Lehrerin macht mir jeden Tag Mut. Ich will einen guten Schulabschluss. Dann werde ich Polizistin und sorge dafür, dass Kinder nicht solche Arbeit tun müssen.«

Sharada engagiert sich gemeinsam mit anderen Jugendlichen. »In Indien gilt die Schulpflicht. Die Regierung muss ihre Versprechen einhalten. Auch Kinder aus armen Familien haben ein Recht auf Bildung!« Die Jugendlichen sprechen mit Schuldirektoren, Lehrkräften und Behörden: Sie fordern das Ende der Prügelstrafe und kostenloses Schulessen. Damit auch Mädchen aus entlegenen Gegenden die höhere Schule besuchen können, setzt sich die Gruppe für sichere und preiswerte Unterkünfte nahe der Schule ein.

terre des hommes sorgt dafür, dass 8.000 arbeitende Kinder aus den Erzgruben in Karnataka wieder zur Schule gehen: Sie lernen so lange in Abendschulen, bis sie in öffentliche Schulen integriert werden können.

Melody, Sambia

Melody ist 24 Jahre alt und lebt in Livingstone in Sambia, sie hat gerade die Schule abgeschlossen. »Ich setze mich für Kinderrechte ein und besonders dafür, dass Kinder spielen können.« Spielplätze gibt es in den Armenviertel von Livingstone nicht. Und Schulhöfe und Straßen sind liegen voller Müll. Es gibt keine Müllabfuhr, arme Familien können sie sich nicht leisten. Melody und ihre Jugendgruppe sammeln Müll auf, überall dort, wo Kinder spielen. »Wir sammeln Plastik und Papier und Dreck, damit die Kinder sicher spielen können.«

Melody war auch beim letzten globalen Aktionstag von Fridays for Future dabei. Hunderte Kinder und Jugendliche gingen nach der Schule entlang der Hauptstraße der Stadt spazieren. Eine Demonstration war nicht genehmigt worden und die Schule schwänzen wollten die Schülerinnen und Schüler nicht.

terre des hommes fördert in Livingstone, Sambia, Jugendliche und junge Erwachsene, damit sie sich zusammen für bessere Bildung und Umweltschutz engagieren. Die Gruppen haben sich im Jugendrat von Livingstone zusammengeschlossen und bringen ihre Anliegen vor den Stadtrat.

Jacky, Sambia

Jacky ist 24 Jahre alt und studiert Medizin. »Kinder vor Gewalt und Missbrauch zu schützen, das ist unsere Pflicht!« In ihrer Heimatstadt Livingstone in Sambia setzt Jacky sich dafür ein: »Wir sprechen überall in der Stadt mit Kindern, in Schulen und in der Nachbarschaft. Wir wollen, dass die Kinder wissen, dass sie ein Recht darauf haben, vor Gewalt und Missbrauch geschützt zu werden. Wir wollen, dass sie den Mund aufmachen, falls ihnen etwas passiert oder sie sich unwohl fühlen.«

terre des hommes fördert in Livingstone, Sambia Jugendliche und junge Erwachsene, damit sie sich zusammen für bessere Bildung und Umweltschutz engagieren. Die Gruppen haben sich im Jugendrat von Livingstone zusammengeschlossen und bringen ihre Anliegen vor den Stadtrat.

Aathali, Indien

Aathali studiert im dritten Semester Wirtschaft in Dindigul im Süden Indiens. »Wir haben viele Probleme hier. Für mich ist das wichtigste, dass wir die Umwelt schützen.« Aathali und ihre Gruppe sind bekannt in der Gegend, denn sie haben Bäume gepflanzt, Leute motiviert, Müll zu trennen und im Moment reden sie allen das Plastik aus. Die Gruppe hat gute Ideen: »Wir haben hier ein Programm, das armen Leuten 100 Tage Arbeit im Jahr garantiert. Die Regierung sollte das für die Umwelt nutzen und alle Seen und Flüsse von Müll befreien.«

Aathali will nach dem Studium in der Behörde für öffentliche Sicherheit arbeiten. »Da kann ich viel dafür tun, dass Kinder und Frauen vor Gewalt und Ausbeutung geschützt werden.« Ihre Botschaft an junge Leute: »Ob es um Ausbeutung von Kindern oder Gewalt gegen Frauen oder um Umweltzerstörung geht: Nur wenn wir die Probleme zusammen angehen, können wir es schaffen.«

terre des hommes unterstützt in Tamil Nadu 40.000 Mädchen und junge Frauen dabei, die Schule erfolgreich zu beenden und eine Ausbildung zu absolvieren. Viele Mädchen kommen aus Familien, in denen niemand lesen und schreiben kann. Einige von ihnen schaffen es sogar bis zu einem Studium.

Ria, Indien

Ria ist zehn Jahre alt und geht zur Schule. Sie lebt in einem der elendsten Slums der indischen Millionenstadt Bhopal. Die Menschen wohnen in Hütten und Verschlägen auf engstem Raum. Die Liste der Dinge, die hier fehlen, ist sehr lang: sauberes Trinkwasser, genug zu essen, um satt zu werden, medizinische Versorgung. Müllabfuhr, Toiletten und Kanalisation. Kindergärten und Schulen.

Ria engagiert sich in einer Kindergruppe. Die Kinder fordern seit zwei Jahren, dass die Stadtverwaltung ein kleines Stück Land abgrenzt und begrünt, damit sie sicher spielen können. »Drei Kinder wurden schon überfahren, als sie auf der Straße spielten. Wir können nirgendwo hin.«

Ria hat in der Kindergruppe gelernt, dass sie etwas fordern darf und dabei Unterstützung bekommt: »Die älteren Kinder in der Gruppe erklären uns Sachen und wir besprechen alles. Meine Eltern finden das gut und ich darf mitmachen.«

terre des hommes sorgt in den beiden Millionenstädten Bhopal und Mumbai in 21 Slums dafür, dass die Bewohnerinnen und Bewohner sich zusammenschließen um grundlegende Infrastruktur aufzubauen. Auch die Kinder und Jugendlichen gehören dazu: 30 Kindergruppen setzen sich für einen Spielplatz oder die Anpflanzung von Bäumen ein. Einiges nehmen die Menschen selbst in die Hand: Zum Beispiel räumen Müll-Kooperativen den Abfall weg und verteilen Mülltonnen an alle Haushalte. Die Gemeinden machen sich auch bei den Behörden bemerkbar und kämpfen zum Beispiel für Wasseranschlüsse oder genügend Schulen.

Madhu, Indien

»Ich will nicht, dass unsere Mädchen zu Tempelprostituierten gemacht werden!« Madhu ist 18 Jahre alt und geht in die 12. Klasse der höheren Schule in Bellary im indischen Bundesstaat Karnataka. Sie ist die erste in ihrer Familie, die jemals eine Schule besucht hat. Madhumati kämpft seit mehreren Jahren für die Rechte von Mädchen und besonders für die Töchter von Devdasis. Das Wort bedeutet »Tempeltänzerin«. Die alte religiöse Tradition, eine Tochter als Tänzerin einem Tempel zu weihen, ist heute in Ausbeutung und Gewalt umgeschlagen. Menschenhändler betreiben das Geschäft und kaufen armen Familien Mädchen ab dem Alter von zehn Jahren ab. Sie werden im Tempel zur Prostitution gezwungen, sind geächtet und haben keine Möglichkeit, zu entkommen. Auch für ihre Töchter ist derselbe Weg vorgesehen.

Madhumati und ihre Aktionsgruppe haben klare Ziele: Kein Mädchen darf mehr Devdasi werden. Die Töchter der Devdasis brauchen Unterstützung, damit sie zur Schule gehen können und der Ächtung entkommen. »Wir fordern von allen Eltern, dass sie ihre Töchter nicht in die Tempel geben! Und wir fordern von Schulen, dass sie Töchter von Devdasis aufnehmen und die Lehrerinnen und Lehrer sie mit Respekt behandeln! Schulen müssen sichere Orte für Mädchen sein!«

Madhumati und ihre Gruppe sprechen mit Eltern, die ihre Töchter weggeben wollen und lassen nicht locker: »Wir machen den Eltern sehr klar, dass sie das Leben ihrer Tochter in jeder Hinsicht ruinieren.« Die Gruppe wurde von der Regierung von Karnataka als Beraterin hinzugezogen: Vorgesehen ist ein Gesetz für das Verbot der Tempelprostitution. Madhumati wurde zur Sprecherin der Aktionsgruppen ihres Distriktes gewählt. Sie will später in einer Bank arbeiten und ihrer Familie und der Gemeinde beweisen, dass Mädchen etwas lernen und Erfolg haben können.

terre des hommes unterstützt in Bellary 4.000 Kinder und Jugendliche dabei, zur Schule zu gehen und ihre Rechte in der Familie und der Gemeinde durchzusetzen: Kinder, die in der Eisenerzgewinnung arbeiten, Mädchen, die in Gefahr sind, früh verheiratet zu werden oder in die Tempelprostitution verkauft zu werden.

Mon, Vietnam

Mon ist 21 Jahre alt und studiert in Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam. Sie engagiert sich in ihrem Stadtviertel Cau Han. Die Menschen hier sind arm. Gewalt gehört zum Alltag in vielen Familien, auf der Straße und in den Schulen. Viele Jugendliche sind drogenabhängig, einige haben sich mit dem HI-Virus infiziert.

»Ich setze mich gegen Gewalt und für die Kinder ein, ich war schließlich auch mal ein Kind.« Die junge Frau spricht gemeinsam mit ihrer Jugendgruppe in Schulklassen Mobbing und Ausgrenzung an, klärt über die Gefahr von Drogen auf und führt Trainings durch, damit Kinder Konflikte ohne Gewalt lösen. »Durch die Arbeit mit meiner Jugendgruppe habe ich viel gelernt und kann meine Meinung viel besser vertreten. Meine Familie und andere Erwachsene hören mit jetzt viel eher zu. Sie verstehen jetzt, dass wir wirklich etwas beitragen können.«

terre des hommes unterstützt in dem Stadtviertel, in dem Mon lebt, 400 Kinder und Jugendliche dabei, ohne Gewalt und Drogen zu leben und vermittelt Hilfe für Kinder, die abhängig sind und unter Aids leiden.

Nisha, Indien

Nisha ist 16 Jahre alt und glücklich, dass sie wieder zur Schule gehen kann. Ihr Vater hatte sie mit 15 Jahren von der Schule genommen und zur Arbeit in eine Baumwollspinnerei geschickt. »Die Arbeit ist furchtbar schwer. Kein Kind sollte so etwas erleben.« Nishas Schwester hat ihr geholfen, mit Hilfe des terre des hommes-Projektes konnte Nisha aus der Spinnerei entkommen. Sie geht jetzt wieder zur Schule. »Ich habe mich mit anderen Mädchen zusammengetan, die auch in den Spinnereien waren. Wir können über unsere Erfahrungen reden.« Die Gruppe unterstützt andere Mädchen dabei, mit ihren Eltern zu reden. »Wir sagen den Eltern: Bitte versteht doch eure Kinder, wir können nicht in den Spinnereien arbeiten.« Nisha fürchtet, dass ihr Vater sie erneut zur Arbeit schicken will. »Aber ich habe jetzt meine Gruppe und meine Schwester hilft mir immer.« Nisha will nach dem Schulabschluss in der Verwaltung arbeiten und hat ein großes Ziel: »Ich will Distriktchefin werden: Dann werde ich arbeitende Kinder befreien und dafür sorgen, dass sie zur Schule gehen können.«

terre des hommes unterstützt in Tamil Nadu 40.000 Mädchen und junge Frauen dabei, die Schule erfolgreich zu beenden und eine Ausbildung zu absolvieren. Das ist dort keine Selbstverständlichkeit: Mädchen aus armen Familien sind in Gefahr, früh verheiratet zu werden oder in einer der Hunderten Baumwollspinnereien arbeiten zu müssen. Dort werden die Mädchen wie Sklavinnen gehalten.

Viele Mädchen kommen aus Familien, in denen niemand lesen und schreiben kann. Einige von ihnen schaffen es sogar bis zu einem Studium.

Ruby, Indien

Ruby ist 14 Jahre alt und geht in die achte Klasse. Damit ist sie schon eine Ausnahme: Sie ist die erste in ihrer Familie, die zur Schule geht und lesen und schreiben kann. Der Distrikt Munger im indischen Bundesstaat Bihar gehört zu den 20 ärmsten Distrikten des Landes. Krasse Armut, Unterernährung und Gewalt prägen das Leben. Mädchen haben es hier besonders schwer: Sie bekommen zu essen, was übrigbleibt, wenn die Männer und die Brüder gegessen haben. Sie werden häufig sehr früh verheiratet oder gegen ein wenig Geld an einen Arbeitsvermittler verkauft. Nirgendwo anders in Indien gibt es so viele Gewaltverbrechen an Mädchen und Frauen.

Ruby engagiert sich in einer Mädchengruppe in ihrem Dorf. »Wenn wir sprechen, sagen sie, wir sollen ruhig sein. Wir wollen auch sprechen und unsere Meinung sagen.« Die Mädchen haben viele Vorschläge, und sie haben sogar schon mit dem Dorfrat und der Distriktverwaltung gesprochen: »Wir wollen, dass alle Kinder – Mädchen und Jungen – zur Schule gehen, auch wenn die Familien arm sind. Die Lehrerinnen und Lehrer sollen nicht aggressiv und gewalttätig werden, wenn Schülerinnen etwas fragen. Die Distriktverwaltung soll eine kostenlose Hotline einrichten, damit Kinder sich beschweren oder Hilfe holen können, wenn sie in Not sind.« Ruby ist entschlossen, weiterzumachen. Erste Erfolge sind schon sichtbar: Ihre Eltern erlauben ihr, zu Trainings und Workshops mit ihrer Mädchengruppe zu gehen. Sie darf weiter zur Schule gehen. Ruby möchte Lehrerin werden: »Eine richtig gute Lehrerin.«

terre des hommes unterstützt 450 Mädchen in zehn Dörfern des Distrikts Munger in Bihar, damit sie die Schule erfolgreich abschließen und eine Berufsausbildung absolvieren können.

Rajan, Nepal

terre des hommes motiviert und unterstützt 400 Jugendliche in Namobuddha dabei, sich gemeinsam für Umweltschutz und Kinderrechte einzusetzen.

Sanjeep, Nepal

Sanjeep ist 22 Jahre alt und studiert. Er lebt in Namobuddha, einem Ort in Nepal, der bei Bergsteigern und Buddhisten weltweit bekannt ist, denn ein berühmtes Kloster steht hier und der Ort ist Ausgangspunkt für Treckings in den Himalaya. Sanjeeps Motto ist: »Unsere lokalen Ressourcen sind begrenzt – und unsere Kreativität ist unbegrenzt. Wir können sie nutzen!« Das spiegelt die Situation in Nepal wider: Die Menschen müssen sich an den Klimawandel anpassen, der schon jetzt schlimme Folgen hat. Bauern sind jahrhundertelang mit den kargen und schwierigen Bedingungen zurechtgekommen. Jetzt aber wird der Monsun immer unberechenbarer: Extrem starker Regen schwemmt ganze Felder weg und löst Erdrutsche aus. Gletscher schmelzen und Bäche und Flüsse ändern ihren Lauf. Sanjeep engagiert sich für Umweltschutz und gegen Armut – für ihn gehören beide Themen zusammen. Denn die armen Leute leiden besonders unter den Folgen des Klimawandels. Dazu kommen Probleme mit Plastikmüll, schlechter Versorgung mit sauberem Trinkwasser und fehlende Kanalisation.

Sanjeep und die Jugendgruppen in Namobuddha setzen auf konkrete Aktionen und auf Lobbyarbeit mit den Behörden. Nepal hat das Recht auf eine gesunde Umwelt in seiner neuen Verfassung verankert und die Regierung will besonders Jugendliche mobilisieren. »Aber sie haben kaum Kontakt zu Jugendlichen – in den meisten Dörfern gibt es überhaupt keine Jugendgruppen.« In Namobuddha hat sich das bereits geändert. Die Jugendgruppen sammeln Müll und säubern Straßen und Schulhöfe. Sie pflanzen Bäume und Hecken. Sie spielen Straßentheater um alle Bürgerinnen und Bürger von der Dringlichkeit des Umweltschutzes zu überzeugen. Und sie sind Ansprechpersonen für die örtlichen Behörden, die mit ihnen zusammen beraten, welche Umweltschutzmaßnahmen umgesetzt werden sollen.

Sanjeep will Umweltschutz und Entwicklung zusammenbringen: »Wir brauchen Jobs und wir brauchen Umweltschutz, also lasst uns grüne Jobs erfinden und fördern.« Sanjeep wurde gerade zum Vizepräsidenten des nepalesischen Jugendparlaments gewählt: »Wir wollen unsere Region umweltfreundlich machen. Mit den Behörden und allen Leuten zusammen.«

terre des hommes motiviert und unterstützt 400 Jugendliche in Namobuddha dabei, sich gemeinsam für Umweltschutz und Kinderrechte einzusetzen.

Jade, Brasilien

Jade ist 21 Jahre alt und lebt in São Paulo in Brasilien. Sie engagiert sich dafür, dass Kinder spielen können. Das ist in den Slums der Millionenstadt nicht selbstverständlich: Die Hütten der Armen sind beengt, die Schulen überfüllt und kein Spielplatz oder Park weit und breit. Auf der Straße zu spielen ist gefährlich, der Verkehr ist ebenso ein Risiko, wie die vielen Straßenbanden. »Aber wir haben auch ein Problem in den Köpfen: Erwachsene halten Spielen für überflüssig. Dabei ist es für die Entwicklung von Kindern lebenswichtig, dass sie spielen können.« Jade und 60 weitere Jugendliche bieten Kindern in den Slums Spielmöglichkeiten: Sie unterhalten Ausleihstationen, an denen sich Kinder Spielzeug holen können. Sie bieten Sport- und Spielkurse an und achten dabei besonders darauf, dass die Kinder Teamgeist und Fairness erleben und lernen. Sie sprechen mit Eltern und Lehrerinnen, damit sie Kindern das Spielen nicht nur erlauben, sondern im Alltag zu Hause und in der Schule Spielpausen ermöglichen. Und auch die Gemeinderäte und Behörden von São Paulo wissen inzwischen, dass sie bei der Stadtplanung Raum für Kinder lassen müssen.

terre des hommes ermöglicht 60 Jugendlichen in São Paulo, sich zu »Spiel-Agenten« auszubilden, einer von der International Play Association, einem internationalen Netzwerk für das Recht auf Spiel, entwickelten Ausbildung. Die Jugendlichen ermöglichen 6.000 Kindern zu spielen.

Gopalakrishnan, Indien

Gopalakrishna ist zwölf Jahre alt und geht in die 7. Klasse. Er engagiert sich in seinem Dorf mit einer Kindergruppe dafür, dass alle Kinder zur Schule gehen können. Der Distrikt, in dem Gopalakrishna lebt, ist von Dürre geplagt. Die Bauern können kaum überleben, landlose Tagelöhner existieren am Minimum. Arme Familien sehen für ihre Töchter zwei Möglichkeiten: Entweder schicken sie sie zur Arbeit in eine der vielen Spinnereien. Dort werden die Mädchen wie Sklavinnen gehalten und verdienen kaum etwas. Oder die Familien verheiraten die Mädchen früh.

»In unserem Dorf gibt es viele Probleme. Mir tun die Mädchen leid, die so früh verheiratet werden. Das ist schlecht für Kinder, sie leiden körperlich und seelisch.« Gopalakrishna und seine Kindergruppe sprechen mit Eltern und Dorfältesten, wenn eine Familie ihre Tochter früh verheiraten will.

terre des hommes arbeitet in zwölf Distrikten im südindischen Tamil Nadu dafür, dass das System des »Sumangali« beendet wird und Mädchen nicht mehr wie Sklavinnen in Spinnereien schuften müssen. Unsere Partnerprojekte haben unter anderem in allen Dörfern des Projektgebietes Kinder und Jugendliche ermutigt, sich zusammenzuschließen und zu engagieren. Das Projekt erreicht 40.000 Mädchen.

Edgar, Peru

Edgar ist 24 Jahre alt und lebt in der peruanischen Stadt Cusco. Er studiert und engagiert sich mit anderen Jugendlichen dafür, dass die Regierung umweltfreundliche Politik macht. Das ist dringend notwendig, denn Peru ist eines der Länder, die am heftigsten vom Klimawandel betroffen sind. Aktuell fordert die Gruppe RedNNA (Netzwerk für Kinder und Jugendliche) einen Ombudsmann für zukünftige Generationen: Bei allen politischen Entscheidungen soll einbezogen werden, welche Auswirkungen sie auf das Leben in der Zukunft haben würden. Edgar und seine Gruppe diskutieren ihre Forderungen gemeinsam, tragen ihr Anliegen in Schulen und Pfadfindergruppen und organisieren Demos oder Gespräche mit Parlamentariern.

terre des hommes unterstützt in Peru 800 Kinder und Jugendliche dabei, sich gemeinsam für stärkeren Umweltschutz einzusetzen.

Adriana, Bolivien

Adriana ist 19 Jahre alt und studiert Jura. »Ich lebe in La Paz in Peru, wir sind 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Das ist schon extrem. Die Natur ist sehr empfindlich und reagiert auf kleinste Veränderungen.« Adriana ist Teil der »Schule des guten Lebens«, einer Initiative, die Kinder und Jugendliche für Demokratie und Umweltschutz gewinnt. »Viele Menschen interessieren sich überhaupt nicht für Umweltschutz. Das wollen wir ändern.« Dabei ist es wichtig, dass alle zu Wort kommen und Entscheidungen gemeinsam gefällt werden. Eine wichtige Erfahrung für Kinder aus Armenvierteln, die im Alltag übersehen werden und weder in den Familien noch in der Schule nach ihrer Meinung gefragt werden. Adriana ist entschlossen, sich weiter zu engagieren: »Wir jungen Leute sind es, die die Welt verändern können. Wir meinen es ernst. Lasst uns kämpfen!«

terre des hommes unterstützt in La Paz die Weiterbildung von 200 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Jugendarbeit. Sie erreichen über 5.000 Kinder und motivieren sie, sich in Schulen und Gemeinden für ihre Rechte einzusetzen und sich für Umweltschutz zu engagieren.

Chimunya, Sambia

Chimunya ist 22 Jahre alt und studiert soziale Arbeit. In ihrer Heimatstadt Livingstone in Sambia engagiert sie sich für Bildung und Umweltschutz. »Wir helfen Kindern aus unserem Stadtviertel, damit sie in der Schule besser mitkommen.« Auch Umweltschutz ist ein großes Thema: Chimunyas Jugendgruppe hat zum Beispiel an zehn Schulen in Livingstone Müll gesammelt und die Schülerinnen und Schüler motiviert, den Schulhof sauber zu halten. »Die Kinder spielen sonst im Müll, das muss nicht sein.« Auch in ihrer Familie ist Chimunya aktiv: »Meine Mutter hat sich jetzt Stofftaschen fürs Einkaufen besorgt und wir diskutieren, was wir zu Hause noch machen können.«

Beim letzten globalen Aktionstag von Fridays for Future waren Chimunya und ihre Gruppe dabei: »Wir durften nicht demonstrieren, das hat die Polizei nicht genehmigt. Wir haben auch nicht die Schule geschwänzt, das wollen wir nicht. Aber wir sind dann einfach nach der Schule entlang der Hauptstraße spazieren gegangen. Es haben Hunderte mitgemacht!«

terre des hommes fördert in Livingstone, Sambia, Jugendliche und junge Erwachsene, damit sie sich zusammen für bessere Bildung und Umweltschutz engagieren. Die Gruppen haben sich im Jugendrat von Livingstone zusammengeschlossen und bringen ihre Anliegen vor den Stadtrat.

Jhonatan, Bolivien

Jonathan ist 22 Jahre alt und lebt in der bolivianischen Stadt Cochabamba. Er hat schon mit zwölf Jahren angefangen, sich für die Rechte der Kinder einzusetzen, denn in seiner Schule waren Mobbing und Gewalt ein großes Problem. Jonathan setzt sich dafür ein, dass Kinder gehört werden. In Cochabamba ist Gewalt gegen Kinder weit verbreitet: Sie werden geschlagen, und sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen in Familien, Schulen und Kirchen ist ein Problem.

Jonathan ist Teil des Jugendnetzwerks der Stadt, das sich für den Schutz von Kindern engagiert. Inzwischen konnte das Netzwerk erreichen, dass Kinder in allen Schulen an Entscheidungen beteiligt werden und sich engagierte Lehrerinnen, Eltern und Behördenvertreter zu einem Kinderschutznetzwerk zusammengeschlossen haben. »Lasst euch nicht zum Schweigen bringen, nur weil ihr jung seid! Unsere Stimme zählt. Und wir sind viele.«

Umweltschutz und der Klimawandel sind ein ebenso wichtiges Thema für das Jugendnetzwerk: Denn in Cochabamba, ebenso wie in vielen hoch gelegenen Städten in den Anden, gerät die Umwelt schnell aus dem Gleichgewicht. Bereits heute ist Wasser knapp und zum Teil verschmutzt. Die öffentliche Kanalisation ist marode und Abwasser wird nicht ausreichend geklärt. Das Jugendnetzwerk bringt diese Themen auf die Agenda des Stadtrates und in die Gemeinden. Erster Schritt ist es, die Menschen zu informieren. Das Jugendnetzwerk hat bereits in zehn Stadtvierteln und Dörfern Schulen dafür gewonnen, die Gemeinden und Nachbarschaften über Ursachen und Folgen des Wassermangels zu informieren und Lösungsmöglichkeiten zu finden. Jonathan ist sich sicher, dass das Jugendnetzwerk auch hier etwas bewegen wird: »Alles, was wir tun, hat Auswirkungen. Das heißt, wir können etwas ändern. Auch wenn es nur wenig ist, können wir etwas ändern.«

terre des hommes unterstützt Kinder in Cochabamba, damit sie vor Gewalt geschützt sind und ihre Anliegen öffentlich vertreten. Das Netzwerk gegen Gewalt hat bereits 10.000 Schülerinnen und Schüler über sexuelle Gewalt aufgeklärt und trainiert, wie Kinder sich schützen können. 1.000 Lehrkräfte, Polizistinnen, Ärztinnen und Sozialarbeiter wurden geschult, sie alle beteiligen sich daran, Kinder vor Gewalt zu schützen. 100 Kinder, die Gewalt erlitten haben, bekommen Therapie. Das Jugendnetzwerk organisiert im Moment zum Thema Wasserknappheit Information und Aufklärung für Gemeinden.

Zum Seitenanfang

Bleiben Sie doch noch einen Moment –
und abonnieren Sie unseren Newsletter!

Jetzt anmelden!

Bleiben Sie informiert.
Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Jetzt anmelden!