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Mit eigenem Geschäft zu mehr Unabhängigkeit

Musasa und die »Säulen der Hoffnung« von Mazowe

Evelyn, 22 Jahre, führt ein kleines Nähgeschäft in Mazowe, Simbabwe. Hier lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern. Sie fertigt Kleider und traditionelle Festgewänder, seit kurzem verkauft sie auch Avocados und »Kapenta«; geräucherte Taganjikasee-Sardinen.

»Frauen sollten niemals die Hoffnung verlieren oder stumm bleiben«, sagt sie, »es gibt Hilfe für sie und für ihre Familien.«

Noch 2022 sah ihre Welt düsterer aus. Ihr Ehemann wollte nicht mehr für alle Lebensmittel der Familie aufkommen, vordergründig, damit auch Evelyn einen »Beitrag leistete«. Evelyn war da gerade Mutter geworden, eine Arbeit hatte sie nicht. Dann wurde ihr Mann auch körperlich gewalttätig. In dieser schlimmen Situation riet ihr ein Mitglied ihrer Gemeinde, sich an die Frauenrechtsorganisation »Musasa« zu wenden.
 

Musasa: Die »Säulen der Hoffnung« von Mazowe


Die terre des hommes-Partnerorganisation Musasa arbeitet im Mazowe-Distrikt von Simbabwe. Schwangerschaften im Teenageralter, frühe Eheschließungen und häusliche, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt (SGBV) sind dort weit verbreitete Probleme. Musasa geht reaktiv und präventiv dagegen vor: Mit Hilfe für die Opfer und mit Beratung und Aufklärungsarbeit, damit es gar nicht erst zu Gewalt kommt.

Dazu bildet das Projekt Unterstützer in der Gemeinschaft aus, die als »Säulen der Hoffnung« bekannt geworden sind: Mädchen und Jungen, die in den Bereichen Kinderrechte, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt geschult wurden und wissen, wo die Betroffenen Hilfe finden – bis hin zum Versteck in sicheren Schutzräumen.

Den betroffenen Frauen und Mädchen selbst hilft Musasa, einen Ausweg aus Bedrohung und Gefahr zu finden. Sie erhalten Beratung, rechtlichen Beistand und nicht zuletzt wirtschaftliche Starthilfe, um unabhängiger leben zu können.


Musasa hat sich auf Hilfe für Frauen und Mädchen spezialisiert, die von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen oder bedroht sind. Hier bekam sie Lebensmittel und Hilfe für ihre Lage und Beratung, um mögliche Auswege zu finden. Vor die Frage gestellt, wie sie ihre Zukunft gestalten wollte, entschied sich Evelyn zu Präventionsschulungen und Paarberatungen mit ihrem Ehemann. Und sie wagte einen beruflichen Neustart.

Im Januar 2023 nahm Evelyn mithilfe von Musasa an einem Schreib-, Geschäfts- und Finanztraining teil. Nach dem Training erhielt sie 100 Dollar als Startkapital für ein Unternehmen ihrer Wahl. Sie hatte bereits in einem Berufsbildungszentrum das Nähhandwerk gelernt und absolvierte nun eine Lehre. Sie beschloss, eine Nähmaschine für 80 Dollar zu kaufen, dazu afrikanische Stoffe für 10 Dollar. Die größte Nachfrage, wusste Evelyn, gab es bei traditioneller Kleidung für besondere Anlässe.

Im Training hatte sie gelernt, Gewinne zu reinvestieren. Und das Geschäft lief: Mit jedem gesparten Dollar konnte Evelyn mehr Stoffe kaufen. Demnächst möchte sie eine Overlockmaschine für 25 Dollar anschaffen, mit der sie professionellere Nähte anbieten könnte. Sie hofft, dass ihr Geschäft weiter wächst – und sie vielleicht irgendwann eigene Angestellte beschäftigen kann:

»Ein Geschäft aufbauen, Geld verdienen und unabhängig sein – wenn Frauen endlich diese Chance bekommen, sollten sie sie ergreifen.«

Inzwischen ist es ihr Nähgeschäft, das der Familie finanziellen Halt bietet. Ihr Mann hat keinen festen Job und daher nur ein unregelmäßiges Einkommen. Und in ihrem Zuhause hat sich das Kräfteverhältnis verschoben: Finanzielle Entscheidungen für die Familie treffen sie inzwischen immer gemeinsam. Evelyn ist nicht mehr abhängig.

04.03.2024

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