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Kampagne »Kinder haften für ihre Eltern – Stoppt Naturzerstörung – Gesunde Umwelt für alle Kinder«

Die Kampagne lief im Zeitraum Mai 2011 bis Dezember 2014 und richtete sich an die deutsche Öffentlichkeit und an nationale wie internationale politische Entscheidungsträger. Sie wurde sowohl in Deutschland als auch in terre des hommes-Programmregionen durchgeführt.

Das Ziel

Ausgangspunkt der terre des hommes-Kampagne für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt war die Erfahrung zahlreicher Partnerorganisationen, dass Umweltprobleme in steigendem Maße die kurz- wie langfristige Verwirklichung der Kinderrechte gefährden. Kinder brauchen eine intakte Umwelt, um gesund aufzuwachsen und positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Das Ziel der Kampagne war es, öffentliche Aufmerksamkeit auf die kinderrechtlichen Folgen der Umweltzerstörung zu lenken, international, national und auf lokaler Ebene auf eine Stärkung der Kinderrechte in Fragen des Umweltschutzes hinzuwirken, die Debatten über Menschenrechte und Umweltschutz stärker zusammenzuführen und speziell die Perspektive der Kinderrechte einzubringen. Die Kampagne zielte somit sowohl auf Lobbyarbeit und Politikbeeinflussung wie auch auf das Erreichen einer breiten Öffentlichkeit.

Was erreicht wurde

Zu dem jetzigen Zeitpunkt (Juni 2015) ist es noch nicht möglich, langfristige Wirkungen zu beschreiben.

Einige mittelfristig nachweisbare Wirkungen können jedoch bereits festgehalten werden: Das Thema ökologische Kinderrechte, der kinderrechtliche Aspekt in der Umweltdebatte und damit auch das Recht auf Zukunft im Sinne von Generationengerechtigkeit sind auf unterschiedlichen politischen Entscheidungsebenen aufgegriffen worden und werden diskutiert. Sowohl auf UN-Ebene als auch bei nationalen Politikentscheidern und in der Fachöffentlichkeit wird das Thema debattiert. terre des hommes wird hier als relevanter Akteur zum Thema wahrgenommen. Das Selbstverständnis von terre des hommes hat sich durch die Kampagne erweitert, besonders Jugendliche engagieren sich zum Thema und zwar sowohl die deutschen Jugendgruppen als auch das Internationale terre des hommes-Jugendnetzwerk. Es ist gelungen, die Debatte um Kinderrechte im Umweltschutzdiskurs anzustoßen. Intern ist das Thema als strategisches Ziel bis 2018 gesetzt. In wie weit die Beschäftigung mit dem Thema zu langfristigen Verhaltensänderungen und dauerhaftem Engagement führt, kann noch nicht festgestellt werden. Ein sichtbarer Veränderungsprozess ist noch nicht erkennbar.

Empfehlungen und Perspektiven

Das Thema ökologische Kinderrechte, die Verbindung der Menschenrechts- mit der Umweltdebatte ist aus Sicht der Evaluatoren für terre des hommes ein Glücksgriff. Das Thema ist innovativ, aktuell, entwicklungspolitisch relevant und ein organisationspolitisches Alleinstellungsmerkmal. Es birgt die Möglichkeit, alle terre des hommes-Akteure einzubinden. Dass es eine hohe Relevanz des Themas für die Partnerorganisationen gibt, erhöht die Bedeutung. Für die Zukunft sprechen die Evaluatoren sprachen folgende Empfehlungen aus:

  • Das innovative Thema ökologische Kinderrechte sollte bei terre des hommes auf allen Ebenen fortgeführt werden.
  • Die Lobbyarbeit sollte besonders auf UN Ebene fortgeführt werden. Die Annahme, dass die UN nach der ersten Kampagnenphase das auch für den UN-Kinderrechtsausschuss neue Thema sofort aufnimmt, erscheint im Nachhinein als zu ambitioniert und berücksichtigt nicht die oft sehr langen und komplizierten Entscheidungsprozesse auf UN-Ebene.
  • Die Verknüpfung der Kampagne mit der Projektarbeit sollte weiter verstärkt werden, um das Thema konkreter anschaulich zu machen.
  • Junge Zielgruppen sollten weiter verstärkt mit dem Thema angesprochen werden. Aufbauend auf den mit der Kampagne gemachten Erfahrungen sollte terre des hommes neue Medien und Internetforen zur Vermittlung des Themas gerade bei jungen Unterstützergruppen auch in Zukunft verstärkt nutzen.
  • Es sollte ein systemisches Planungs- und Monitoring System für Kampagnen aufgebaut werden, um alternative Planungs- und Steuerungsmethoden einsetzen zu können. Die angewandte projektorientierte Planungsmethode war nur bedingt hilfreich für die Durchführung und das Monitoring der Kampagne. Einer dynamischen Kampagne, die dazu noch ein komplexes und neues Themenfeld bearbeitet, sollte eine eher flexible und prozessorientierte Planungsmethode zu Grunde gelegt werden. Das Monitoring der Kampagne war aktionsorientiert und weniger ergebnis- und prozessorientiert. Manche in der Planung festgelegten Zielvorgaben waren nicht spezifisch genug formuliert, einige Indikatoren nicht gut messbar, was Aussagen über die Zielerreichung erschwert.
  • Die Erfolgsvoraussetzungen sollten vor der Zielformulierung genauer überprüft werden: Dies gilt besonders für zeitliche Abläufe von politischen Entscheidungsstrukturen.

Technische Daten

Die Evaluierung der Kampagne wurde von März bis Juli 2014 von Pia Wahl und Bernward Causemann von FAKT (Beratung für Management, Bildung und Technologien GmbH) auf der Basis einer Dokumentenanalyse sowie von Evaluations-Workshops und Interviews (Mitarbeiter, Präsidiumsmitglieder, internationales Sekretariat sowie Ehrenamtliche) durchgeführt.

 

Zum Evaluationsbericht (PDF-Dokument)

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