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»Our Rivers, Our Life« – Kampagne für den Schutz der biologischen Vielfalt der Flusslandschaften in Südostasien (Myanmar, Kambodscha, Indonesien, Thailand, Vietnam)

Das Projekt richtete sich an 48.000 Dorfbewohner in 66 Gemeinden entlang des Mekong, darunter direkt an 6.600 Kinder und Jugendliche. Es wurde von März 2012 bis Februar 2014 mit einer Gesamtsumme von 721.265 Euro gefördert.

Das Ziel

Kleinbauern und Fischer leiden an den großen südostasiatischen Flussläufen unter der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch Staudammbauten, Abwässer, Müll, Industrieabfälle und der Abholzung der Wälder. Artenvielfalt und Fischreichtum gehen drastisch zurück, Böden und Äcker werden vergiftet. Mit dem Projekt sollten sieben Organisationen in sieben Projektländern entlang des Mekong darin unterstützt werden, gemeinsam Methoden und Aktionen zu entwickeln, mit denen sie sich für den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen in insgesamt 66 Dorfgemeinden einsetzen.

Was erreicht wurde

Schulungs- und Aufklärungsprogramme zum Schutz der Umwelt und über ökologische Kinderrechte erreichten insgesamt 3.933 Kinder und Jugendliche. 248 Jugendliche wurden als Multiplikatoren zu Umwelttrainern fortgebildet.

82 sogenannte »River Watch«-Gruppen wurden aufgebaut, die die Wasserqualität des Mekong entlang ihres Dorfes überwachen und Umweltschäden dokumentieren. Sie sind auch nach dem Ende des Projekts weiter aktiv und schaffen ein öffentliches Bewusstsein für die Bedeutung einer intakten Umwelt. Zum Zeitpunkt der Evaluierung haben sich 118 Angestellte der nationalen Strafverfolgungsbehörden der Mekong-Anrainer an den Aktionen beteiligt. 125 Behördenvertreter und andere politische Entscheidungsträger wurden auf das Problem der Umweltzerstörung angesprochen und aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz der Menschen zu ergreifen.

Es gibt eine Reihe von Einzelbelegen dafür, dass sich die Lebenssituation in den Gemeinden verbessert hat. In einer Gemeinde in Thailand konnten die Jugendlichen durch die Kontrolle eines für die Fischzucht und damit als Lebensgrundlage der Anwohner wichtigen Gebietes erreichen, dass der Fischbestand wieder angestiegen ist. Ein Umweltradioprogramm in Kambodscha konnte aufgrund des großen Hörerinteresses auf weitere Radiostationen erweitert werden und seine Sendezeiten ausdehnen. In Vietnam wurden Flächen aufgeforstet und ein Flussabschnitt von Müll gereinigt. Dank der internationalen Vernetzung der Kampagne »Our Rivers, our Life« konnte der Programmansatz angepasst und auf Nachbarländer- und -gemeinden ausgeweitet werden. Die Evaluatoren weisen aber auch darauf hin, dass der Ausbau von Staudämmen und Industrieanlagen ungebremst weitergeht und die Projektregionen zusätzlich von politischen Unruhen, steigenden Lebensmittelpreisen,  Überschwemmungen und Erdbeben heimgesucht wurden.

Empfehlungen und Perspektiven

Angesichts dieser insgesamt negativen Entwicklung betonen die Gutachter die Wichtigkeit des Projektes und empfehlen weitere Unterstützung, darunter eine Ausweitung auf den Südwesten Chinas. Basis hierfür, so die Gutachter, müsse eine aktuellere und noch genauere Dokumentation mit Hilfe von Fotos und Testimonials und einer stärkeren Verbreitung der Einzelergebnisse, Methoden und Materialien sein. So könnten die Gerätesets zur Flusswasseranalyse aus Indonesien auch in den anderen Ländern eingesetzt werden, in denen die Kampagne aktiv ist. Die Gutachter empfehlen auch, die Hauptakteure des Programms, nämlich die Kinder und Jugendlichen und hier vor allem die Mädchen, auf regionaler Ebene stärker einzubinden.

Technische Daten

Die Schlussevaluierung wurde im September 2014 von den Gutachtern Jason Lubanski und Kunakorn Boonsai auf der Basis der Projektdokumentation, Interviews mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mit Fokus-Gruppen von Kindern und Jugendlichen und Beobachtungen in den Projektregionen in den sieben Ländern durchgeführt.

Zum Evaluierungsbericht (PDF-Dokument)

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