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Giftige Kindheit

Kabwe ist die zweitgrößte Stadt in Sambia. Mehr als 100 Jahre lang wurden hier Eisenerze ohne Rücksicht auf die Umwelt abgebaut. Giftige Staubmassen und Schwermetalle konnten sich während des Betriebs der Hütte ungehindert auf den Böden rund um die Mine absetzen. Heute wird in dem Berg-und Schmelzwerk nicht mehr gearbeitet. Zurückgeblieben ist aber eine Stadt, die vergiftet ist von hohen Bleikonzentrationen in Böden und Grundwasser.

Heute wird in dem Berg-und Schmelzwerk nicht mehr gearbeitet. Zurückgeblieben ist aber eine Stadt, die vergiftet ist von hohen Bleikonzentrationen in Böden und Grundwasser.

Der toxische Nachlass ist besonders für Kinder gefährlich, weil sie beim Spielen auf den kontaminierten Böden Bleistaub aufnehmen. Schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen sind die Folge. Ein aktuell veröffentlichter Bericht der Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch hat erneut auf die gesundheitlichen Gefährdungen hingewiesen. Zwar hatte die sambische Regierung nach Schließung der Minen im Jahre 1984 mehrere Versuche unternommen, die Bleibelastung zu reduzieren, doch das gesamte Ausmaß der Naturkatastrohe ist bis heute nicht bekannt. Die meisten Böden sind weiterhin verseucht.

Risiken bleiben
Der Bericht von Human Rights Watch weist erneut eindringlich auf die Folgen der Verseuchung hin. Danach leben noch immer 76.000 Menschen in dem kontaminierten Gebiet. Untersuchungen im Jahre 2018 haben ergeben, dass über 95 Prozent der Kinder in den umliegenden Townships erhöhte Bleiwerte im Blut aufweisen. Die dadurch hervorgerufenen Vergiftungen können zu Wachstumsstörungen, Magenschädigungen und Anämie sowie zu dauerhaften Beeinträchtigungen von Hirn, Leber, Nieren und Nerven führen. Der Bericht kritisiert die Behörden wegen ihrer Untätigkeit und fordert die sambische Regierung auf, wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen.

terre des hommes unterstützt zwei Organisation in Kabwe, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Recht von Kindern auf eine gesunde Umwelt durchzusetzen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die Beseitigung belasteter Böden. Darüber hinaus werden Aufklärungskampagnen durchgeführt. Eine Reihe der geplanten Maßnahmen konnte bereits wirksam umgesetzt werden: Die Grundstücke von mehr als 200 Familien, die auf besonders stark belasteten Böden leben, konnten von den Schwermetallen befreit worden. Dazu wurde die vergiftete Erde abgetragen und durch neue Böden ersetzt. Auf Flyern und Postern wird der Bevölkerung erklärt, welche Auswirkungen zu hohe Bleiwerte auf den Körper haben und wie man sich wirksam durch Hygienemaßnahmen gegen die Belastungen schützen kann. Ein weiteres Programm befasst sich mit der Fortbildung von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. Sie werden zu Multiplikatoren ausgebildet, die die neugegründeten Öko-Clubs in 30 umliegenden Schulen bei der Aufklärungsarbeit unterstützen sollen.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung von Human Rights Watch zur Situation in Kabwe (in englischer Sprache)
terre des hommes-Reportage: Giftige Erde
terre des hommes-Projekt in Kabwe

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