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Reden und die nötigen Schritte tun

Jugendreporter in Simbabwe

»Wann werden Menschen mit Behinderungen gleiche Chancen und Anerkennung bekommen?«, fragt Aldrian Munyoro. Der 20-jährige Halbwaise hat ernste Sprachprobleme. Dass er deswegen ausgegrenzt wird, hat ihn aber vielmehr motiviert, zum Vertreter der Jugendlichen mit Behinderungen in der Stadt Chitungwiza zu werden. Auch die 21-jährige Patie Mukuku lebt in dem südlich der simbabwischen Hauptstadt gelegenen Ort. Die Vollwaise findet es wichtig, über die eigenen Probleme zu reden: Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum oder dass Mädchen sehr früh verheiratet werden. Manchmal schon mit zwölf Jahren und mit viel älteren Männern. Das Schweigen darüber irritiere, sagt sie. Aber auch das Reden allein reiche nicht aus: »Menschen reden gerne, aber sie machen danach nicht die nötigen Schritte« sind die ersten Worte eines Artikels, den sie im Rahmen eines Medienprojektes verfasst hat.

61 Jugendliche aus terre des hommes-Projekten in Simbabwe und Sambia werden in Grundlagen der Pressearbeit und Mediengestaltung geschult. Ziel ist es, am Ende des Projektes eine Gruppe von Jugendreportern zu haben, die recherchieren und Beiträge schreiben können. Diese können sie in gewöhnlichen Tageszeitungen veröffentlichen und damit die Interessen der Kinder und Jugendlichen auf die politische Tagesordnung setzen. Die Herausgeber der in der Stadt Shona erscheinenden Wochenzeitung Kwayedza und der Tageszeitung H-Metro haben bereits Interesse signalisiert.

Doch noch müssen die Jugendlichen lernen, sich in die Situation der Leserinnen und Leser hineinzuversetzen, um die Beiträge für sie spannend zu machen. Eine Voraussetzung dafür war, sich über sich selbst klarer zu werden – mit dem Schreiben der eigenen Biographie. Die Jugendlichen sind sehr lernwillig, aber sie sind noch zu unsicher und fürchten, die Journalisten würden ihre Artikel zerreißen. Deshalb arbeiten sie noch an einem Portfolio interessanter Beiträge und feilen an der Textqualität. Auch Videoproduktionen und Internetkommunikation wird geübt.

Doch zu viel Zeit bleibt Aldrian oder Patie nicht. Im Mai stehen in Simbabwe die Wahlen zu den Kinder- und Jugendparlamenten an. In Absprache mit dem nationalen Jugendrat und dem Bildungsministerium ist in 50 Sekundarschulen eine Informationskampagne geplant. So soll das demokratische Bewusstsein auch bei diesen Jugendlichen gestärkt und ihr Interesse geweckt werden, sich an sozialen und politischen Debatten aktiv zu beteiligen.

26.2.15

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