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Verfassungsgericht in Simbabwe verbietet Kinderheirat

Ein Meilenstein für die Wahrung der Rechte von Kindern in Simbabwe: Der Oberste Gerichtshof des Landes hat am 20. Januar ein Verbot für Heiraten von Personen unter 18 Jahren ausgesprochen. Die Entscheidung folgte einer Eingabe der terre des hommes-Partnerorganisation ROOTS und einer weiteren Organisation gegen die bis dahin gültige Rechtsprechung, die es erlaubte, dass Mädchen bereits vor dem 18. Geburtstag heirateten oder verheiratet wurden. ROOTS unterstützte einen prominenten Anwalt in Simbabwe, der die Fälle zweier minderjähriger Mädchen vertrat, die gegen ihren Willen verheiratet werden sollten. Der Oberste Gerichtshof Simbabwes folgte der Eingabe und erklärte die geltende Rechtsprechung ab sofort für ungültig.

»Die Entscheidung des Gerichtshofes ist ein großer Moment für die Kinderrechte in Simbabwe, an dem unsere Partnerorganisation ROOTS mit ihrer langjährigen Kampagne gegen Kinderheiraten entscheidenden Anteil hat«, urteilt terre des hommes-Länderkoordinator Fungai Dewere. »Arrangierte Ehen und die Verheiratung minderjähriger Mädchen sind ein weitverbreitetes Problem in unserem Land, doch die Protagonisten der Kinderehen konnten sich bisher auf die geltende Rechtslage berufen. Nun gilt das in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegte Mindestalter von 18 Jahren. Wichtig wird jetzt sein, dass das Urteil auch in der Praxis Auswirkungen hat und auch in den ländlichen Gemeinden Simbabwes, wo die Tradition der Verheiratung von Mädchen noch verbreitet ist, zu Veränderungen führt. Wir werden das genau verfolgen und appellieren an das Parlament, die Gesetzgebung schnell anzupassen und dafür zu sorgen, dass Zwangsheiraten Minderjähriger unter Strafe gestellt und sanktioniert werden.«

terre des hommes fördert zivilgesellschaftliche Initiativen gegen die Frühverheiratung von Mädchen auch in Sambia, Mosambik und Indien. Schätzungen zufolge werden jährlich 15 Millionen Mädchen weltweit verheiratet, bevor sie das 18. Lebensjahr erreichen. In Afrika ist jedes dritte Mädchen betroffen.

 

25.01.2016

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