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Kindgerechte Aufnahme unbegleiteter Minderjähriger

Übergeordnetes Projektziel ist die Verbesserung der Aufnahme- und Asylverfahren von unbegleiteten Minderjährigen unter Berücksichtigung sich ändernder rechtlicher Rahmenbedingungen. Für dieses Ziel führt das bundesweit agierende Projekt Maßnahmen zur Qualifizierung und Vernetzung von Fachkräften aus Behörden, der Justiz und der freien Träger der Jugendhilfe durch. Zudem werden in Kooperation mit einer Verwaltungsfachhochschule, einer juristischen Fakultät und einer Fakultät für Soziale Arbeit modellhaft modulare Unterrichtseinheiten zum Thema unbegleitete Minderjährige konzipiert, erprobt und verbreitet. Das Projekt wird bundesweit durchgeführt. Projektpartner sind der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. (BumF) und terre des hommes Deutschland e.V. – Hilfe für Kinder in Not (tdh)

Berlin

In Berlin hilft die Organisation »Karuna« seit 1990 Kindern und Jugendlichen, die vor der Gewalt, dem sexuellen Missbrauch und der Lieblosigkeit der Eltern in die Obdachlosigkeit geflohen sind. Zudem arbeitet Karuna mit vernachlässigten Kindern und Jugendlichen, die trotz Gewalterfahrungen im Elternhaus dieses nicht verlassen.

Aus aktuellem Anlass haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschlossen, auch unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Berlin zu helfen. Karuna setzt sich für diese Kinder und Jugendlichen ein, die von Erfahrungen in ihrem Herkunftsland bzw. im Exil so sehr belastet sind, dass sie psychische Probleme haben. Mit dem Projekt in Berlin werden den Minderjährigen Chancen eröffnet, ihre Ankunft in eine für sie unbekannte Gesellschaft mit »fremden« Normen, Sitten und Gebräuchen so leicht wie möglich zu gestalten. Insbesondere wird dabei auf die Grundprinzipien zurückgegriffen, die Kulturen aller Art miteinander verbinden: Kunst, Sport, Gesprächsrunden und gemeinsames Kochen.

Jena

In Thüringen baut die terre des hommes-Partnerorganisation Refugio e.V. einen Sozialdienst für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf. Ziel ist es, den Betroffenen beim Asylverfahren zu helfen und ihnen den Zugang zu elementaren Sozialleistungen zu ermöglichen. Zurzeit betreut Refugio 60 Mädchen und Jungen. Mit seiner Arbeit verbessert das Projekt die Interessenvertretung der Flüchtlingskinder in Thüringen und stärkt die bestehenden Unterstützungsstrukturen.

Die minderjährigen Flüchtlinge ehalten die erforderliche Asylverfahrensberatung sowie Unterstützung bei der Darstellung ihrer Fluchtgründe und Fluchtverläufe für die Asylanhörung. Sie sind dann in der Lage, ihre Rechte in Bezug auf Altersfestsetzung, Jugendhilfeleistungen sowie Sozialleistungen geltend zu machen. Strategisches Ziel des Projektträgers ist die Verankerung des Sozialdienstes in die Regelleistungen der öffentlichen Jugendhilfe. Da Kinder durch Erfahrungen mit Krieg, Verfolgung und Flucht besonders stark betroffen sind, ist es besonders dringlich, diese traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten. Entscheidend für den Erfolg dieser therapeutischen Arbeit sind in hohem Maße ihre Lebensbedingungen sowie Zuwendung und Schutz, die ihnen hier zuteil werden.

Kiel

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist auch in Schleswig-Holstein stark gestiegen. Die jungen Flüchtlinge befinden sich durch Gewalterfahrungen, Fluchterlebnisse, Fremdheit von Sprache und Gesellschaft und insbesondere durch das meist unsichere Bleiberecht in Deutschland in einer psychisch belastenden Lebenssituation, die eine gesellschaftliche Teilhabe und Integration stark erschwert.

Eine fachkundige, individuelle Bildungsberatung und eine enge persönliche Begleitung durch das Hilfsprojekt von Beginn an sollen den jungen Flüchtlingen helfen, trotz dieser Hürden so früh wie möglich ins deutsche Bildungswesen einzusteigen. Jeder Schritt in Richtung Bildung verbessert die Chancen auf Bleiberecht im Falle eines notwendigen Antrages an die Härtefallkommission. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pflegen dabei persönliche Kontakte zu den Jugendlichen, um bei Problemen und Konflikten umgehend helfen zu können.

Auch werden Bildungspatinnen- und paten sowie Vormünder für die Kinder und Jugendlichen organisiert. Bei Verständigungsproblemen vermitteln Dolmetscher. Die minderjährigen Flüchtlinge fühlen sich wertgeschätzt und nicht allein gelassen, was viele vor dem Abrutschen in die Illegalität bewahrt.

Osnabrück

Seit 2001 bringt das Land Niedersachsen Asylsuchende in einer ehemaligen Kaserne in Bramsche-Hesepe 20 Kilometer nordöstlich von Osnabrück unter. Die Flüchtlingsunterkunft wurde Anfang 2014 zur Erstaufnahmeeinrichtung umfunktioniert und auf 820 Plätze erweitert und ist somit eines der größten deutschen Flüchtlingslager. Zeitweise befinden sich dort allerdings bis zu 5.300 Flüchtlinge. Die Kinder und Familien sind dort durchschnittlich zwischen sechs und zwölf Wochen lang untergebracht. Die Mädchen und Jungen können dort nicht altersgerecht aufwachsen und leiden unter dem Verlust ihrer gewohnten sozialen, kulturellen und sprachlichen Umwelt, den prekären Wohnverhältnissen, der fehlenden Intimsphäre und oftmals auch den unverarbeiteten traumatisierenden Erlebnissen.

Derzeit sind im Projekt rund 30 Helferinnen und Helfer tätig, überwiegend Studierende, aber auch Schülerinnen und Schüler und Mitglieder des EXIL e.V. Die Aktivitäten wie Deutschkurse, Ausflüge, Sport und Spiel sind auf die jeweilige Zielgruppe altersgerecht zugeschnitten. Aufgrund der aktuellen Situation gibt es auch Angebote speziell für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, um der sozialen Isolation vorzubeugen.  

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von terre des hommes für Flüchtlingskinder mit Ihrer Spende!

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