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Gewaltprävention und Förderung der Teilhabe von Schulkindern

Ausgangssituation

Gewalt prägt auch 25 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs den Alltag der meisten Kinder und Jugendlichen in El Salvador. Sie werden Opfer von Bandenkriminalität oder sind gefährdet, von diesen rekrutiert zu werden. Auch in Familie und Schule sind sie Gewalt ausgesetzt: Mobbing, Drohungen und Racheakte gehören zu allgemein akzeptierten Konfliktlösungsmechanismen im Alltag.

Die terre des hommes-Partnerorganisation

Die Stiftung »Museo de la Palabra y Imagen« (MUPI) wurde 1999 gegründet. Ausgehend von dem Hauptsitz, einem historisch-politischen Museum in San Salvador, arbeitet MUPI im gesamten Land an der Umsetzung der Kinderrechte, insbesondere des Rechtes auf Gewaltfreiheit.

Maßnahmen und Wirkungen

MUPI bildet mit Unterstützung von terre des hommes Schülerinnen und Schüler an 25 staatlichen Schulen zu Gewaltlotsen aus. Gemeinsam entwickeln sie kreative Handlungsmöglichkeiten und finden ihren eigenen Weg abseits von Bandengewalt. Damit werden sie für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zu Vorbildern für einen friedfertigen Umgang miteinander. MUPI bildet zudem Lehrkräfte in Gewaltprävention aus, damit sie zukünftig in der Lage sind, Konflikte unter Schülerinnen und Schülern gewaltfrei zu bearbeiten sowie entsprechende Präventionsmaßnahmen als Teil der Nachmittagsbetreuung anzubieten. Gewaltlotsen und Lehrkräfte begleiten rund 27.000 Kinder und Jugendliche dabei, die Einstellung zu Gewalt zu reflektieren und Instrumente zu entwickeln, um ihre Gewaltbereitschaft und ihr Recht auf friedliches Zusammenleben gemeinschaftlich einzufordern.

Herausforderungen und Planung

Das Bildungsministerium baut seit 2014 in Gebieten mit hoher Armuts- und Gewaltrate die staatlichen Schulen zu Ganztagsschulen aus. Dadurch hat sich die Möglichkeit eröffnet, sichere Räume für Schülerinnen und Schüler zu schaffen und in der zusätzlich gewonnenen Zeit Kurse zur Gewaltprävention und Friedenserziehung anzubieten. MUPI kooperiert mit dem Bildungsministerium, um die Behörden zu überzeugen, den Projektansatz landesweit im Rahmen der Ganztagsschule einzuführen.

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