Sie sind hier:

Wir unterstützen Kinder in Nicaragua

In Nicaragua sind knapp drei Viertel der rund 5,5 Millionen Einwohner jünger als 30 Jahre. Obwohl die Geburtenrate mittlerweile zurückgeht, sind knapp ein Drittel aller Einwohner Kinder und Jugendliche. Auf ihnen ruhen große Hoffnungen, doch haben sie derzeit kaum Chancen, sich an der Politik und am öffentlichen Leben zu beteiligen.

Nicaragua zählt, trotz leichter Verbesserungen, immer noch zu den drei ärmsten Ländern Lateinamerikas und weist in dieser Region die geringsten Investitionen im Bildungssektor auf. Viele Kinder beenden ihre schulische Laufbahn nur mit rudimentären Lese- und Schreibfähigkeiten. Unterricht in kreativ-musischen Fächern ist im Curriculum der staatlichen Schulen in der Regel nicht vorgesehen; ebenso wenig wird kritisches Denken gefördert. Körperliche Bestrafung ist auch weiterhin als Erziehungspraxis in Schulen und Familien verbreitet und richtet sich vor allem gegen Frauen und Mädchen. Ferner hat Nicaragua gravierende Umweltprobleme. Es mangelt an sauberem Trinkwasser, die Wälder werden abgeholzt, eine Müllentsorgung existiert nicht. Unter den Folgen wie Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen leiden insbesondere Kinder und Jugendliche.

Ihr Ansprechpartner

Jens Kunischewski
Programmkoordination
Telefon: 05 41 / 71 01-210
j.kunischewski@remove-this.tdh.de

Programmschwerpunkte

Stärkung des Umweltbewusstseins und Gewaltprävention

Nicaraguanische Projektpartner von terre des hommes fördern Kinder und Jugendliche darin, sich für ihre eigenen Interessen einzusetzen, sich zu organisieren und gemeinsam aktiv zu werden. In Workshops werden die Bedeutung von Umweltschutz, aber auch die kritische Betrachtung der eigenen Einstellung der jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ihren Rollenbildern gegenüber Frauen und Mädchen thematisiert. Radio- und Fernsehprogramme sowie Theater und Spiel greifen Fragen wie innerfamiliäre Gewalt auf und bieten ein Forum zur Diskussion von Methoden der Prävention und Aufklärung. Zur speziellen Förderung der Mädchen gibt es für sie Ausbildungsangebote als Schreinerinnen, verbunden mit offenen Diskussionsabenden zu Themen wie Frauenrechten und zur Abwehr häuslicher Gewalt.

Ausblick

In Nicaragua wird terre des hommes im Rahmen der Gewaltprävention verstärkt die Auswirkungen körperlicher erniedrigender Strafen zum Thema machen und Best Practices zur Vermeidung von Gewalt im häuslichen Bereich und in der Schule entwickeln. Zur Sicherung der ökologischen Rechte der Jugendlichen und zum Schutz ihrer natürlichen Lebensgrundlagen soll ein Netzwerk aufgebaut werden, mit dem rund 1.000 Jungen und Mädchen in 32 Gemeinden gegen Naturzerstörung landesweit aktiv werden.


Projektbeispiele

Ein Radiosender zur Aufklärung

In der Stadt Esquipulas geben Jugendliche ihr Wissen über Kinderrechte weiter - mit ihrem eigenen Radiosender. mehr

Kritisches Theater

In Nicaraguas Hauptstadt Managua ersetzt die Organisation Movitep fehlende schulische Angebote mit Theaterunterricht, um gesellschaftliche Probleme zu thematisieren. mehr

Zum Seitenanfang