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Kindesschutz in Flüchtlingscamps und benachbarten Gemeinden

Ausgangssituation

Im autonomen Gebiet Kurdistan leben noch immer eine Million Binnenvertriebene und Hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien. Ihre Lage in den Gouvernements Erbil und Dohuk ist wie überall im Nordirak prekär. Fast die Hälfte sind Kinder und Jugendliche, viele von ihren Familien getrennt. Andere haben mitansehen müssen, wie Familienangehörige getötet oder vergewaltigt wurden. Es fehlt an psychologischer und psychosozialer Betreuung. Rund 300.000 Kinder können nicht zur Schule gehen.

Die terre des hommes-Partnerorganisation

terre des hommes unterstützt die kurdische Organisation ROSE (Rain Organisation for Social Empowerment) aus Erbil seit Beginn der Aktivitäten im Nordirak 2014. Sie organisiert die Arbeit in den Gemeinden, während die 2005 gegründete Jiyan Foundation Überlebende von Menschenrechtsverletzungen unterstützt.

Maßnahmen und Wirkungen

Die Partnerorganisationen haben seit 2016 mit Unterstützung von terre des hommes in vier Flüchtlingscamps und fünf benachbarten Gemeinden Kinderzentren mit interkulturellen Lern- und Förderangeboten aufgebaut. Insgesamt 5.000 Kinder nutzen im Schichtsystem die Sport- und Freizeitangebote und lernen Mathe, Naturwissenschaften und die Sprachen Kurdisch, Arabisch und Englisch. Auf dem Stundenplan stehen auch Friedens- und Menschenrechtserziehung, damit sie lernen, Konflikte friedlich zu lösen. So bereiten sie sich auf den Besuch der staatlichen Schulen vor. Um Kinderzentren und Schulen zu »sicheren Orten« für die Kinder zu machen, werden Sozialarbeiterinnen und -arbeiter sowie Lehrkräfte in Themen wie Kindesschutz und Kinderrechten weitergebildet. Sie identifizieren die Kinder mit schweren Symptomen psychischer Belastungsstörungen und vermitteln sie weiter an psychologische Fachkräfte und spezialisierte Organisationen. Um ihre Kinder besser zu schützen, werden Eltern und Erziehungsberechtigte über Kinder- und Menschenrechte und Gesundheitsthemen aufgeklärt.

Herausforderungen und Planung

In Dohuk und Erbil gibt es keine Angebote zur psychotraumatischen und psychischen Versorgung. Deshalb bauen die Partnerorganisationen eine Basisversorgung auf und qualifizieren 25 im Irak ausgebildete Psychologinnen und Psychologen in Traumatherapie fort. Sie helfen den Kindern und Jugendlichen, mit ihren traumatischen Erfahrungen umzugehen und den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen.

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