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Bildung für benachteiligte Jugendliche

Ausgangssituation
Sie schuften bis zu 12 Stunden pro Tag und gehen mit einem Hungerlohn nach Hause: Über die Hälfte der jungen Argentinier*innen, die arbeiten, verdient ihr Brot im informellen Sektor. Die meisten sind froh, überhaupt einen Job zu haben. Wer in einem Armenviertel lebt, finden nur schwer Arbeit: Mehr als jede*r vierte junge Erwachsene ist auf der Suche. Bei ihren Altersgenoss*innen aus finanziell gut gestellten Elternhäusern sind es neun Prozent. Extrem hoch ist die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderungen (86 Prozent).
Die Ungerechtigkeit beginnt lange vor dem Arbeitsleben: Viele Jugendliche mit Behinderungen können nicht lesen und schreiben. Und während statistisch betrachtet alle acht Minuten ein*e Jugendliche*r die Schule abbricht, haben Kinder aus wohlhabenden Elternhäusern meist einen guten Schulabschluss in der Tasche.

Die terre des hommes-Partnerorganisationen
APADIM (Asociación de Padres y Amigos del Discapacitado Mental) ist ein Verein für Familien und Freunde von Menschen mit mentalen Behinderungen. Die terre des hommes-Partnerorganisation ist überzeugt: Behinderungen entstehen eher durch soziale Barrieren als durch körperliche Beeinträchtigungen. Die Bürgerrechtsorganisation CECOPAL (Centro de Comunicación Popular y Asesoramiento Legal) setzt sich für die Rechte von benachteiligten Bevölkerungsgruppen ein.

Maßnahmen und Wirkungen

  1. Das gemeinsame Projekt von CECOPAL und APADIM in Córdoba, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, beruht auf drei Säulen:
    Bildung In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium hat APADIM einen Lehrplan für Schüler*innen mit Behinderungen entwickelt. So können 138 Jungen und Mädchen an einer Förderschule einen staatlich anerkannten Abschluss erwerben. An einer Regelschule begleiten APADIM-Mitarbeiter*innen 27 Kinder mit Behinderungen im Schulalltag. Die Organisation bildet Lehrkräfte fort und will ein Netzwerk inklusiver Schulen aufbauen. Rund 40 Schulabbrecher*innen hilft CECOPAL beim Weg zurück in die Schule. Durch eine Kooperation mit der Business School der Universität Córdoba absolvieren 30 junge Erwachsene eine Ausbildung im Handel. 120 Jugendliche mit Behinderungen machen Ausbildungen in Bäckereien, Druckereien und im Kunsthandwerk.

  2. Berufsorientierung.
    Mit einem mobilen Berufsberatungsteam, Radiosendungen und einer Broschüre unterstützt CECOPAL 1.500 Jugendliche bei der Berufswahl. 30 besonders benachteiligte Jungen und Mädchen begleitet die Organisation bei der Jobsuche oder auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

  3. Menschenrechte
    APADIM und CECOPAL wollen die Jugendlichen nicht nur fit für den Arbeitsmarkt machen. Sie wollen, dass sie zu aktiven Bürger*innen werden, die ihre Rechte kennen. Deshalb sind Schulungen zu Bürger*innen- und Arbeitnehmer*innenrechte ebenso Teil aller Maßnahmen wie zu Umweltrechten und dem Recht auf Spiel. Um öffentlich auf ihre Rechte aufmerksam zu machen, produzieren Teilnehmer*innen Radiosendungen, prangern in den sozialen Medien Rechtsverletzungen an und organisieren gemeinsam mit APADIM und CECOPAL Kulturmessen.

    Insgesamt erreicht das Projekt über 2.500 Kinder und Jugendliche.


Herausforderungen und Planungen
Argentiniens Wirtschaft steckt in einer Abwärtsspirale. Das macht den Einstieg in den Arbeitsmarkt für junge Menschen umso schwerer – und den gerechten Zugang zu Bildung umso wichtiger.

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