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Peru: terre des hommes-Jugendliche beim Panamazonischen Sozialforum

Vom 28. April bis zum 1. Mai findet in Peru das achte panamazonische Sozialforum (FOSPA – Foro Social Panamazónico). Das Forum wird ausgerichtet von zahlreichen lateinamerikanische Nichtregierungsorganisationen. Ziel ist, Alternativen zur vorherrschenden Ausbeutung der natürlichen Ressourcen Amazoniens zu entwickeln und die Zusammenarbeit der indigenen Volksgruppen im Amazonas-Gebiet zu fördern. Im Rahmen des Forums findet auch ein Austausch unter Jugendlichen statt, den das terre des hommes-Jugendnetzwerk Peru organisiert hat. Dazu werden etwa zweihundert Jugendliche aus ganz Lateinamerika erwartet.

 

Angihel von der peruanischen terre des hommes-Partnerorganisationen »Arena y Esteras« nimmt ebenfalls am Forum teil. Ein Interview mit Marco Bazan, terre des hommes-Koordinator Peru.

Marco Bazan: Was ist das Ziel des Forums?

Angihel: Wir möchten, dass Jugendlichen ihre kulturelle Identität bewusster wird. Unsere Großeltern sind noch sehr der Natur verbunden, unsere Generation denkt zuerst an Konsum. Dass wir so unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören, merken wir gar nicht – bis wir die Folgen des Klimawandels spüren. Am Ende liegt es in unseren Händen, unsere Zukunft lebensfreundlicher zu gestalten oder eben sie zu zerstören.«

Welche Rolle spielt das terre des hommes-Jugendnetzwerk?

Die Kinder und Jugendlichen der Projekte von "Arena y Esteras" sind Teil des Jugendnetzwerkes von terre des hommes in Peru. Im Jugendnetzwerk treffen wir uns Jugendliche aus den verschiedenen Projekten. Erfahrungen aus dem urbanen Kontext treffen Prozesse, die auf dem Land stattfinden. Das ist für mich eine sehr berreichernde Erfahrung.

Kannst Du ein Beispiel geben?

Als ich zum ersten mal an einem Workshop über »Gutes Leben« eingeladen wurde, fragte ich mich: Was ist denn das? Ich habe meine kulturellen Wurzeln im andinen Kontext, aber meine Eltern sind in die Stadt gezogen, und wir haben den Zugang zu unserer eigenen Kultur verloren. Während des Workshops erinnerte ich mich an meine Großmutter, die uns mit Kräutern heilte. Und langsam verstand ich, dass wir nicht im zusammenhangslosen Raum leben, sondern dass das Leben der Menschen mit unserer Umwelt und unserem Planeten ineinander verflochten ist.

Welche Konsequenzen ziehst Du daraus?

Dieses Verständnis hat mir geholfen zu verstehen, wie wichtig es ist, soziale und ökologische Konflikten zu überwinden. Wenn wir Respekt vor anderen Menschen und der Natur haben, dann überwinden wir Unterdrückung und Ausbeutung. Auf jeden Fall wird das Leben so lebenswerter. Die riesigen Menschenmassen in den Armutsgürteln der Grossstädte, wie wir in Villa El Salvador, sind Produkte dieser Ausbeutung. Ebenso der Klimawandel, der wiederum sehr viel Leid und Not verursacht. Ich bin überzeugt, dass eine andere Welt möglich ist. Damit sie entstehen kann, müssen wir unseren Lebensstil ändern und das mit grossem Engagement. Und für mich ist gerade das Jugendnetzwerk ein Raum, wo wir uns miteinander verbinden und engagieren.

Theaterarbeit spielt ja eine wichtige Rolle bei "Arena y Esteras". Gibt es auf dem Forum etwas zu sehen?

Auf dem Forum werden wir ein Theaterstück über die Verschmutzung der Flüsse zeigen. Das Forum sind Tage des gemeinsamen Lehrens und Lernens. Wir alle freuen uns sehr darauf!

28.4.17

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