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Unterstützen Sie Kinder in Afghanistan

Zwei Jahrzehnte nach ihrem Sturz haben die Taliban in Afghanistan die Macht wieder übernommen. Fortschrittliche Kräfte und Frauenrechtler*innen müssen um ihre Sicherheit und in vielen Fällen um ihr Leben fürchten.

Unter ihnen sind auch zahlreiche Mitarbeiter*innen aus terre des hommes-Projekten, die sich für Mädchenrechte, Bildung und Toleranz engagieren. Viele sind bereits ins Ausland geflohen, andere halten sich versteckt. Die Projektarbeit ist zunächst zum Erliegen gekommen.

Es gibt aber auch viele Mitarbeiter*innen von Partnerorganisationen, die ihre Gefährdung als nicht ganz so hoch einschätzen und die in Afghanistan bleiben wollen. Sie hoffen, dass sie trotz Schwierigkeiten, Beschränkungen und Ängsten ihre Arbeit bald weiterführen können. Einige sind bereits im Gespräch mit den neuen Machthabern in ihrer Region.

Wie es weiter geht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Fest steht: Unsere lokalen Partnerorganisationen und ihre Mitarbeiter*innen sind zurzeit mehr denn je auf unsere Solidarität und Unterstützung angewiesen.
 

Helfen Sie den Menschen in Afghanistan mit einer Spende


Afghanistan zählt weltweit zu den Ländern mit der höchsten Zahl an Flüchtlingen und intern Vertriebenen (IDPs). Die Menschen leiden unter dem langwierigen Bürgerkrieg. Allein im Jahr 2020 wurden 404.000 Menschen durch Konflikte und Gewalt vertrieben, womit die Zahl der Binnenvertriebenen auf 3,5 Millionen stieg.  Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist hoch und die Situation wird durch die weit verbreitete Armut, Arbeitslosigkeit und den fehlenden Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zusätzlich erschwert.

Insbesondere Kinder sind von den anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen, der Vertreibung und der hohen Armut betroffen. Kinderarbeit stellt noch immer eine wesentliche Einkommensquelle zur Existenzsicherung der Familien dar. Etwa 20 Prozent der Kinder arbeiten im Straßenhandel, putzen Schuhe oder sind Haushaltshilfen. Auch Kinderheiraten sind weiterhin stark verbreitet.

Ihr Ansprechpartner

Chris Hartmann
Referent Humanitäre Hilfe
Telefon: 0541 / 7101 - 123
c.hartmann@remove-this.tdh.de

Die Bildungssituation ist prekär. Zwar stieg die Zahl der Schüler*innen von einer Millionen im Jahr 2001 auf 9,2 Millionen im Jahr 2016, gleichzeitig sind weiterhin schätzungsweise 3,7 Millionen Kinder in Afghanistan nicht eingeschult, 60 Prozent davon Mädchen. Nur 48 Prozent der Lehrkräfte staatlicher Schulen verfügen über die akademische Mindestqualifikation. Nach der Machtübernahme der Taliban dürfte sich die Bildungssituation insbesondere für Mädchen deutlich verschlechtern.

Die Armutsrate liegt derzeit bei ca. 55 Prozent und die Ernährungslage von ca. 1,9 Millionen Menschen gilt als unsicher.

Die afghanische Bevölkerung umfasst verschiedene ethnische Gruppen. Die hohen Flucht- und Migrationsbewegungen führen dazu, dass Rückkehrer*innen, Binnenvertriebene und ansässige Gemeinden mit unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit auf engem Raum zusammenleben müssen. Sie stehen in einem zunehmenden Wettbewerb um die gemeinsame Nutzung der spärlichen Ressourcen, was das Risiko von Spannungen und Konflikten erhöht.

Weitere Informationen:

Programmschwerpunkte

Bildung

Zusammen mit seinen Partnerorganisationen setzt terre des hommes sich dafür ein, die Qualität der Grundschul- sowie der weiterführenden Bildung zu verbessern. Mit den Maßnahmen werden insgesamt mindestens 11.130 Schüler*innen erreicht.

Ziel der von terre des hommes unterstützten Projekte ist es, möglichst vielen Kindern und jungen Erwachsenen in Afghanistan eine ausreichende Schulbildung zu ermöglichen. Durch Einrichtungen wie Lernzentren sollen Kinder, die auf der Straße leben und arbeiten, wieder in den Unterricht integriert werden. Zentrales Anliegen der Projekte ist es, Mädchen und jungen Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu den Bildungsangeboten zu verschaffen.

Verbesserung der Einkommenssituation

Darüber hinaus unterstützt terre des hommes Einkommen schaffende Maßnahmen durch Angebote in der Berufsausbildung sowie die Unterstützung von Kleinunternehmer*innen und der landwirtschaftlichen Produktion.

Derzeit werden für 3.489 Menschen (davon mehr als die Hälfte Frauen) Ausbildungskurse zum Beispiel im Bäckerei-, Textil-, oder Elektrikerhandwerk angeboten. Im Anschluss an die Trainingsmaßnahmen werden die Teilnehmer*innen bei der eigenen Geschäftsgründung unterstützt.

Im landwirtschaftlichen Bereich werden derzeit etwa 1.122 Menschen dabei unterstützt, ihre Anbaumethoden den veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen und ihre Produktionspalette zu erweitern, um sich zusätzliche Absatzmärkte zu erschließen.

Psychosoziale Betreuung

Der jahrelange Konflikt und die vielfachen Gewalterfahrungen haben insbesondere bei Kindern und Frauen psychische Spuren hinterlassen. Um den Betroffenen eine Möglichkeit der Verarbeitung der Erlebnisse zu ermöglichen, bieten psychosoziale Berater*innen Einzel- als auch Gruppensitzungen für die Betroffenen an.

 

Ausblick

Nach dem Abzug der NATO-Truppen und der Machtübernahme durch die Taliban hat sich für die Menschen eine große Unsicherheit ergeben. Errungenschaften wie Bildung und eine größere Bewegungsfreiheit für Frauen und Mädchen stehen auf dem Spiel. Die Sicherheitslage verschlechtert sich zunehmend. Angesichts der Corona-Pandemie ist zu befürchten, dass die zunehmenden Fluchtbewegungen im Land zu einer Verbreitung des Virus beitragen.


Projekte

Unsere Partnerorganisationen und ihre Mitarbeiter*innen müssen seit der Machtübernahme durch die Taliban um ihre Sicherheit und oft auch um ihr Leben fürchten. Um eine weitere Gefährdung zu verhindern, haben wir die Darstellung unserer konkreten Projektarbeit in Afghanistan bis auf Weiteres deaktiviert. Wir bitten um Ihr Verständnis.

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