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»Die Erinnerungen lassen uns nicht los«

25 Mitarbeitende aus unseren Projekten in Afghanistan, die sich dort für Kinder und Frauenrechte eingesetzt haben, konnten wir in Sicherheit bringen. Viele andere leben immer noch in Gefahr, von den Taliban entdeckt zu werden, weil es bisher keine Aufnahmezusage für sie gibt. Mariam* ist mit ihrem Mann und ihren Kindern die Flucht nach Pakistan gelungen, doch auch dort sind sie nicht in Sicherheit, wie sie im Interview berichtet.

Warum haben die Taliban Sie verfolgt?        

Ich habe als Lehrerin und Friedensaktivistin vor allem geflüchtete Mädchen unterstützt. Die Islamisten waren der Meinung, dass wir ihren Töchtern die westliche Kultur beibringen würden, und sie waren dagegen, dass ihre Töchter Englisch lernen. Sie haben mich deswegen immer wieder angerufen und am Telefon bedroht.  

Sie und Ihre Familie mussten sich viele Monate verstecken. Wie haben Sie das erlebt? 

Als die Taliban die Macht übernommen haben, verbreitete sich die Angst. Wir haben auf unsere Evakuierung nach Deutschland gewartet, leider vergebens. Sieben Monate lang haben wir uns versteckt, bis wir es endlich nach Pakistan geschafft hatten.  

Wie ging es Ihnen während der Flucht nach Pakistan, war es gefährlich? 

Das Schlimmste waren die Kontrollen der Taliban. Wir hatten große Angst, dass sie uns nicht durchlassen und uns etwas Schlimmes zustößt. Wir haben mehrere Versuche gebraucht, um über die Grenze zu kommen. Die Erinnerungen an diese dunklen Stunden lassen uns nicht los. 

Wie ist Ihre Situation in Pakistan? 

Wir haben viele Probleme. Unsere Kinder können nicht zur Schule, und es ist sehr schwer zu überleben, weil wir nicht arbeiten dürfen. Wenn eines unserer Kinder krank ist, ist es sehr schwer eine Behandlung zu bekommen. Das größte Problem ist aber: Wenn unser Visum ausläuft, müssen wir zurück nach Afghanistan. Darum brauchen wir dringend die Aufnahme durch Deutschland oder ein anderes Land.  

Was können wir in Deutschland für die Menschen in Afghanistan tun? 

Meine Bitte an die Menschen und die Regierung in Deutschland ist, den Schwachen zu helfen, vor allem den Frauen in Afghanistan, die unterdrückt werden und in Gefahr sind. Ich bitte die deutsche Regierung aufrichtig, Afghanistan nicht zu vergessen und die grausamen Taliban nicht anzuerkennen. 

*Name geändert 

24.08.2022

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