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Bildung statt Kinderarbeit

Karur ist eine Industriestadt im indischen Bundesstaat Tamil Nadu, die von der Textilindustrie geprägt ist. In Karur und Umgebung arbeiten tausende Mädchen und Jungen in den zahllosen kleinen Webereien, Nähereien und Färbereien. Sie haben weder Zeit zum Spielen noch die Chance zur Schule zu gehen, obwohl in Indien eine allgemeine Schulpflicht von sechs bis 14 Jahren besteht. Außerhalb der Stadt Karur leben in kleinen Siedlungen zwischen den Feldern viele »Kulis«, die zumeist als Tagelöhner harte Arbeit leisten.

Einige der Kinder helfen auf den Feldern, andere laufen jeden Morgen ins Nachbardorf, denn hier gibt es gut bezahlte Arbeit in den Textilbetrieben - zumindest im Vergleich zu den 20 Rupien für acht Stunden auf dem Feld.

Außerhalb der Stadt Karur leben in kleinen Siedlungen zwischen den Feldern viele »Kulis«, die zumeist als Tagelöhner harte Arbeit leisten. Einige der Kinder helfen auf den Feldern, andere laufen jeden Morgen ins Nachbardorf, denn hier gibt es gut bezahlte Arbeit in den Textilbetrieben - zumindest im Vergleich zu den 20 Rupien für acht Stunden auf dem Feld. In den kleinen Textilbetrieben der Umgebung werden Kinder gerne angestellt: Sie haben flinke Hände, mucken nicht auf, bekommen weniger Lohn und können zudem leichter betrogen werden als erwachsene Arbeiter. Für einen 11-Stunden-Tag gibt es etwa 60 bis 80 Eurocent. Dafür müssen Kinder nähen, schneiden, verpacken, wringen, verladen oder gefährliche Chemikalien mischen.

Wege aus der Kinderarbeit
Mit Unterstützung der Initiative »Fair for kids« sind seit 2009 ein Schulzentrum mit Internat sowie ein Ausbildungszentrum entstanden. Der indische Projektpartner Psycho Trust bereitet hier ehemalige Kinderarbeiter auf den Übergang in eine Regelschule. Kinder und Jugendliche, die von weiter her kommen, werden im Internat untergebracht. Jugendliche, die zu alt für die Schule sind, werden im Ausbildungszentrum in den Fächern Schneidern, textile Gestaltung und am Computer geschult. In einem weiteren Schutzzentrum können Kinder, das tun, wofür sie während ihrer Zeit als Kinderarbeiter keine Zeit hatten: spielen, Sport treiben, malen, an Theaterworkshops teilnehmen und in einem wissenschaftlichen Labor experimentieren. Auch für Eltern gibt es Veranstaltungen, in denen ihnen die Bedeutung der Schul- und Ausbildung vermittelt wird.Insgesamt haben in den vergangenen zwei Jahren mehr als 28.000 Kinder und Jugendliche die Angebote von Psycho Trust genutzt.

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