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Nepal: Engpässe beim Wiederaufbau

Im April und Mai wurde Nepal durch zwei Erdbeben der Stärke 7,8 und 7,3  erschüttert. Obwohl bereits der Winter beginnt, leben Hunderttausende Kinder noch immer in Notunterkünften. Sie sind den winterlichen Temperaturen schutzlos ausgesetzt. In dieser prekären Situation geraten die dringend notwendigen Wiederaufbauarbeiten ins Stocken, da politische Konflikte an der nepalesisch-indischen Grenze die Einfuhr wichtiger Güter wie Benzin, Gas oder Medikamenten verzögern.

Bei dem Erdbeben im April und Mai verloren fast 9.000 Menschen ihr Leben, über 600.000 Häuser wurden zerstört, 5,4 Millionen Menschen, unter ihnen auch eine Million Kinder, waren auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Was wurde bisher erreicht?

terre des hommes hat mit seinen Projekten bisher 2.100 Familien mit Notunterkünften, Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und Hygiene-Kits versorgt. Mehr als  2.500 Kinder wurden nach dem Beben in sicheren Räumen und Lernzentren betreut. Für viele Kinder wurde so wieder der Schulbesuch möglich. terre des hommes konzentriert sich bei der Hilfe vor allem auf Familien und Kinder in den entlegeneren Bergregionen.  

Neue Schwierigkeiten behindern Hilfe

Auch sieben Monate nach den Erdbeben sind noch viele Schulgebäude, Krankenstationen und Häuser vieler Familien zerstört. Der Wiederaufbau hat begonnen, doch die Menschen und Organisationen vor Ort stehen vor immer neuen Herausforderungen. Nach dem Erdbeben setzte der Monsun ein, der viele Bergstraßen unpassierbar machte. Seit September gibt es politische Unruhen im Süden des Landes, die die Einfuhr von Benzin, Gas und Medikamenten erschweren. Seit September gibt es kaum noch Benzin im Land, was die Verteilung von Gütern und die Erreichbarkeit der Menschen in den entlegenen Bergregionen erschwert. Im Oktober wurden lediglich 30 Prozent des benötigten Benzinbedarfes gedeckt. Krankenhäuser melden bereits einen Mangel an wichtigen Medikamenten. In den Bergregionen fangen die Menschen wieder vermehrt an, mit Feuerholz zu kochen und zu heizen, da es an Gas fehlt.

Die Möglichkeiten zum wirksamen Kinderschutz werden erschwert, da Kinder in den Bergregionen noch immer in vorübergehenden Notunterkünften leben und bald winterlichen Temperaturen ausgesetzt sind. terre des hommes arbeitet mit seinen acht Partnerorganisationen daran, Kindern und Jugendlichen eine winterfeste Unterkunft zu errichten und langfristig die Schulbildung zu ermöglichen. Der Schwerpunkt in der Wiederaufbauphase liegt im Wiederaufbau der Häuser und Schulen sowie der Reparatur wichtiger Wasserleitungen, um die Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Wasser ist auch für die landwirtschaftliche Produktion dringend nötig.  

Zwei Fallbeispiele

Nita Khatri, eine 22-jährige schwangere Frau aus Sindupalchowk, erhielt über das von terre des hommes unterstützte Projekt spezielle Nahrungsmittel, um sich und das ungeborene Kind zu versorgen. Nach dem Beben hatte sie zunächst große Sorge um ihr Kind. Dank der Unterstützung hat sie nun ein Dach über dem Kopf und lebt in Sicherheit. Die Kinder des Distrikts Sindupalchowk können dank der bereitgestellten Unterrichtsmaterialien wieder am Schulunterricht teilnehmen. Für sie ist der Alltag wieder eingekehrt.

Die Mutter eines fünfjährigen Kindes berichtet, dass ihr Sohn durch die Spiel- und Freizeitaktivitäten weniger schreckhaft geworden sei. Nach dem Beben hatte der Junge Angst, im Haus zu schlafen und alleine unterwegs zu sein. Inzwischen geht er wieder zur Schule und spielt ausgelassen mit seinen Freunden.

Weitere Informationen zur Hilfe in Nepal finden Sie auf unserer Schwerpunktseite.

 

07.12.2015

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