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Mit neuen Energien für den Umweltschutz

Kathmandu und die Touristenpfade sind weit weg vom Distrikt Jajarkot, der im mittleren Westen Nepals liegt und schwer zugänglich ist. Die Menschen leben von dem, was die kargen Böden hergeben, zum Beispiel Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln und Hirse. Doch die Ernten werden kontinuierlich weniger, da die Region regelmäßig von starken Regenfällen heimgesucht wird, die den Boden regelrecht wegschwemmen. Bäume, die dem Boden Halt geben können, sind hier kaum zu finden. Eine Folge der extremen Abholzung. Mangels Alternativen nutzen fast alle Familien der Gemeinden zum Kochen und Heizen ausschließlich Holz. Viele Bäume fallen außerdem dem Straßenbau und anderen Arbeiten an der Infrastruktur zum Opfer.

Schlechte Ernten

Um die Ernteerträge zumindest stabil zu halten, verwenden die Kleinbauern chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel. Das führt sowohl zu einer Übernutzung der Felder als auch zu einer Verschmutzung des Wassers. Da  Pestizide und Dünger in das Grundwasser sickern und  Abwasser ungeklärt in Bäche eingeleitet werden, ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser schwierig. Darunter leiden besonders Kinder, die von schmutzigem Wasser krank werden. Und durch die Übernutzung der Felder sind die Ernten eingebrochen, Familien müssen hungern oder ernähren sich zu einseitig. Um dieser Verschlechterung der Lebensbedingungen der Kleinbauern und ihrer Familien und den vielfältigen Umweltproblemen zu begegnen, führt terre des hommes zusammen mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) – die größte Umweltstiftung Europas –  ein Projekt in Jajarkot durch.

Umweltbildung

Wichtiger Bestandteil dabei ist, die Gemeinden beim Schutz der natürlichen Ressourcen einzubeziehen und sie dafür zu mobilisieren. Ein auf die jeweiligen Gruppen innerhalb der Gemeinde abgestimmtes  Umweltbildungsprogramm geht einher mit der Vermittlung von Informationen und Fachwissen über erneuerbare Energien, standortgerechte Landwirtschaft und Wassernutzung. Besondere Bedeutung kommt hierbei Kindern und Jugendlichen zu. Als heranwachsende Generation von Entscheidungsträgern  sind sie die treibende Kraft für Veränderungen. Ein Mitspracherecht haben sie bislang allerdings nicht. Das wird sich mithilfe des Projekts ändern. Kinder und Jugendliche werden aktiv mitentscheiden bei allen Fragen, die sie direkt betreffen: Dem Zugang zu sauberem Wasser, zu ausgewogener Nahrung und zu Gesundheitsversorgung.  

Gesunde Umwelt - gesunde Kinder

Schulungskurse für die Einwohner der Gemeinden Sima, Karkigaun und Bhu vermitteln ihnen grundlegende Kenntnisse über  Umweltschutz und nachhaltige Ressourcennutzung. Auch Kinder und Jugendliche lernen in Jugendgruppen, was sie tun müssen, um ihr direktes Lebensumfeld zu schützen. Daneben packen die Gemeindemitglieder aber auch tatkräftig mit an, zum Beispiel beim Bau von Öko-Toiletten, der Einrichtung von Wasserstellen und dem Bestellen von Feldern nach ökologischen Gesichtspunkten, aber auch bei der Konstruktion von neun Biogasanlagen, der Instandsetzung von Wassermühlen und neu installierten Solaranlagen, die die Dörfer mit Energie versorgen. So wird die unkontrollierte Abholzung eingedämmt und Wald und Böden können sich erholen. Außerdem werden Abfallgruben ausgehoben, in denen der anfallende Müll entsorgt werden kann. Bioabfälle werden gesondert gesammelt und zur Düngung der Felder verwendet. Um die Sammlung und das Recycling von Müll kümmern sich eigens gegründete Gruppen, in denen sich auch Jugendliche engagieren.  Alle Aktivitäten haben ein Ziel: Durch den nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen die Lebensumstände von Kindern und ihren Familien langfristig zu verbessern.

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