Burma oder Myanmar?

Burma nennt sich selbst seit einiger Zeit Myanmar. Diverse Staaten, Nichtregierungsorganisationen und auch die Oppositionsführerin haben den Namen Myanmar lange abgelehnt. Aufgrund der neueren politischen Entwicklungen hat sich die Bezeichnung Myanmar aber durchgesetzt.  Myanmar ist mit fast 700.000 Quadratkilometern der größte Flächenstaat auf der südostasiatischen Halbinsel. 50 Millionen Menschen leben hier in einem Vielvölkerstaat mit 135 offiziell anerkannten Ethnien und mehr als 100 Sprachen. 70 Prozent der Burmesen gehören zu den Bamar, die das Land politisch, wirtschaftlich und kulturell beherrschen. Die meisten von ihnen sind Buddhisten. Die größten der übrigen Ethnien sind die Shan, Karen, Arakan, Mon, Chin und Kachin, die hauptsächlich in den Grenzregionen des Landes leben. Außer der großen buddhistischen Mehrheit gibt es praktizierende Moslems und Christen in Burma – jeweils etwa vier Prozent der Bevölkerung.

Übergriffe auf die Bevölkerung

Thein Sein betreibt eine vorsichtige Öffnung. Beispielsweise sind Tausende politische Gefangene, die zu einem großen Teil der NLD angehörten, aus der Haft entlassen worden. Doch wie tragfähig diese Öffnung ist, muss sich erst noch erweisen. Zwar gibt es Waffenstillstandsverträge zwischen den bewaffneten Gruppen der ethnischen Bevölkerungsgruppen und der Armee, doch mit der Kachin Independece Army (KIA) im Kachin-Staat wurde dieser von den Regierungstruppen im Sommer 2011 gebrochen. Die Kämpfe mit der KIA haben in etwa 75.000 Menschen im Kachin-Gebiet zur Flucht gezwungen, nach wie vor kommt es zu Übergriffen der Militärs auf die Bevölkerung. Im Rahmen eines Nothilfeprojektes unterstützte terre des hommes die geflohenen Familien mit Nahrungsmitteln, Decken und Medikamenten.

Eines der größten Probleme des Landes hat sich bisher ebenfalls nicht verändert, äußert sich ein Mitarbeiter einer burmesischen Menschenrechtsorganisation, die von terre des hommes unterstützt wird. Er möchte nicht namentlich genannt werden. Die Lebensverhältnisse vieler Menschen in Burma sind dramatisch schlecht, besonders in den Gebieten der ethnischen Minderheiten. Im Nordosten des Landes muss man  sogar von einer katastrophalen Lage sprechen.

Myanmar, das einmal das reichste Land Südostasiens war, wird seit 1987 von den Vereinten Nationen als least developed country eingestuft. Infrastruktur und Industrie sind nur unzureichend entwickelt, 75 Prozent der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft. Armut ist im Land weit verbreitet: Vorsichtigen Schätzungen zufolge soll mehr als ein Viertel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. Das Gesundheitswesen ist mangelhaft, die Situation im Bildungswesen verheerend, erklärt der Menschenrechtsaktivist. Dies gilt besonders für die Bevölkerungsgruppen der Karen, Kachin, Rahhine und Chin in den ethnischen Gebieten.

Teil 1 - Teil 3

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