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30.5.: Der erste Tag in Peru

Heute früh gegen 1 Uhr deutscher Zeit sind wir in Lima angekommen. Hier ist um 18 Uhr schon stockdunkel. Obwohl wir von dem langen Flug ziemlich geschafft sind, bringen wir noch die Energie auf, nach der Ankunft im Hotel ein paar Schritte durch die Nachbarschaft zu gehen und in einem kleinen Café einen Willkommenstrunk zu nehmen. Gegen 6 Uhr morgens deutscher Zeit fallen wir schließlich ins Bett.

Am nächsten Vormittag geht es noch einmal um die Vorbereitung unserer Reise. Wir treffen uns mit Marco und Dolores aus dem terre des hommes-Büro Lima und Lorenzo, seines Zeichens Künstler und Erzieher, der uns auf der Reise begleiten wird. Marco erläutert uns noch einmal die Reiseroute im Details. Unter anderem, dass wir in der nächsten Woche vier Mal um 5 Uhr morgens losfahren werden. Na ja, wir sind halt nicht zum Vergnügen hier…

Überraschend stoßen noch Jorge und Carina, zwei Mitarbeiter der Organisation PRATEC, zu uns. PRATEC, ein langjähriger Projektpartner von terre des hommes, arbeitet am Erhalt traditionellen agrarischen Wissens und der Biodiversität. Schnell finden wir uns in einer Diskussion über unterschiedliche Entwicklungsansätze, die Ignoranz peruanischer Ministerien und den Partnerdialog von terre des hommes wieder. Mit unseren leider nicht so ausgeprägten Spanisch-Kenntnissen, Lorenzos und Franks Übersetzungen und natürlich Händen und Füßen entspinnt sich ein interessanter und lebhafter Austausch.

Jorge erzählt uns, wie er als junger Mann in den USA Agrarwissenschaften studiert hat, und von den Monokulturen dort im Maisgürtel mit seinen 300km langen Feldern. Wie er voller hochfliegender Pläne zurück nach Peru kam, um die Landwirtschaft hier gründlich zu modernisieren. Und wie er – heute sagt er glücklicherweise – scheiterte.. Wie er die den extremen Landschaftsformen angepassten traditionellen Anbaumethoden der Indios schätzen lernte und ihren Wert als nachhaltige, ressourcenschonende Wirtschaftsweise erkannte, was ihn am Ende zu Pratec führte.

Nachmittags haben wir etwas Zeit, um uns Lima anzuschauen. Wie von einer Metropole mit zehn Millionen Einwohnern zu erwarten, läuft der Verkehr alles andere als flüssig, wir hangeln uns von Stau zu Stau. Doch plötzlich geht gar nichts mehr: Überall strömen Menschen aus den Hochhäusern und sammeln sich auf Bürgersteigen und Plätzen, der Verkehr kommt komplett zum Erliegen. Es ist Erdbebenübung. Lima wurde bereits zwei Mal durch schwere Erdbeben praktisch völlig zerstört, man rechnet alle acht Jahre mit einem schweren Beben. Grund genug, sich darauf vorzubereiten. Zehn Minuten löst sich alles auf, die Menschen gehen in die Häuser zurück, und wir können doch ein wenig durch die Altstadt schlendern: die Plaza des Armas mit der Kathedrale ist wirklich beeindruckend. Direkt nebenan die riesige Baustelle einer Schnellstraße, dahinter ziehen sich die Armenviertel die Hügel hinauf. Man bekommt schon eine Ahnung von den Gegensätze im Land.

Unsere Stadtbesichtigung endet in Miraflores an der Pazifik-Küste, wo sich in den hohen Wellen die Surfer tummeln. Betty aus unserer Reisegruppe möchte am Strand mit den Füßen die Wassertemperatur antesten. Warnungen von Mitreisende mit Nordsee-Erfahrung schlägt sie in den Wind – es endet damit, dass sie von Kopf bis Fuß pitschnass ist. Manchmal ist die Welle eben schneller.

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