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Bei den Frauen von Villa Libertad

Schon morgens erwartet uns eine tolle Überraschung: Ein schönes gemeinsames Frühstück auf der Hotelterrasse hoch über dem Hafen. Danach fahren wir nach Villa El Libertad, einer Satellitenstadt von Ilo, die in den letzten Jahren in der Wüste aus dem Boden gestampft wurde. Dort treffen wir Jovana, Maribel und Raquel, deren Projekt zur Begrünung des Stadtteils und Förderung des ökologischen Gedankens in Kindergärten und Schulen von terre des hommes unterstützt wird und in diesem Jahr mit einem Preis des Umweltministeriums ausgezeichnet wurde.

Wir treffen sie auf einem großen, sandigen Areal zwischen geduckten, kleinen Häusern, das einmal der Stadtpark des Viertels werden soll. Hier sind größere Erdarbeiten in Gang, und die Frauen erklären uns, dass dass für normale Gartenpflanzen Erde herangekarrt werden muss, die nicht so salzig ist. Es ist also nicht so einfach mit dem Gärtern hier.

Raquel lädt uns in ihr Haus ein, wo wir plötzlich in einem kleinen, üppigen Paradies stehen. Nutz- und Blühpflanzen gibt es hier, und das Klima in dem kleinen Innenhof ist fühlbar besser als draußen. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich das Gewirr aus Blumentöpfen als recyclelter Müll. Wir erkennen einen alten, durchgeschnittenen Fußball als Pflanzgefäß, ein altes Rohr und zerteilte Plastikflaschen in rauhen Mengen. Raquel erzählt uns, dass zu der Zeit, als sie in das Stadtviertel zog, weder Wasser noch Stromsanschlüsse vorhanden waren. Sie musste das Wasser für ihren kleinen Garten ganz aus dem Zentrum von Ilo holen. Jetzt gibt es hier einen Wasseranschluss, aber nur für 2 Stunden am Tag Wasser.

Für heute ist eine große Pflanzaktion angesetzt: Erst sollen wir einen Baum pflanzen, dann werden selbst gezogene Schösslinge und Samen an diejenigen Nachbarn abgegeben, die mitmachen wollen. Gustavo trägt »unseren« Baum schon zum Ort des Geschehens. Einieg Nachbarn kommen dazu, und wir helfen mit, die Samen zu verteilen. Danach gibt es einen kleinen Imbiss. Die Frauen erzählen uns von ihrer Arbeit: den vielen Behördengängen, bis alles seine Ordnung hatte, und den zahllosen Schul- und Kindergartenprogrammen, um den ökologioschen Gedanken voran zu bringen. Manchmal, so sagen sie, hat das Geld einfach nicht gereicht – aber dann ist ihnen immer wieder etwas eingefallen, damit es weiter geht.

Nun gesellt sich Ricardo, Jovanas 8-jähriger Sohn zu uns, der uns begeistert von den Aktionen an seier Schule erzählt. Denn nicht zuletzt durch die Bemühungen seiner Mutter und ihrer Freundinnen ist ökologisch-orientierter Unterricht in den Curricula verankert worden.Sie haben Pflanzen gesetzt, Bäumchen gepflanzt -  ganz viele verschiedene wie im Garten seiner Mutter- sie haben Müll gesammelt und schon viel über die Natur gelernt. Dann erzählen er und seine Schwestern, wie sie an der jährlichen Parade zum Tag der Umwelt teilgenommen haben: mit Kleidung und Rucksäcken aus Recycling-Material natürlich, von denen wir einige bestaunen. Der Rucksack auf dem Foto wurde übrigens aus alten Kassetten-Bändern gestrickt. Ein tolles Teil! Voll von interessanten Anregungen vor allem auch für unsere eigenen Arbeitsgruppen begeben wir aus auf die Weiterfahrt nach Puna, das wir diesmal ausnahmsweise planmäßig am Abend erreichen.

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