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Schritt für Schritt: Das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt kommt voran

Als die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1989 die Kinderrechtskonvention beschloss, spielten Klimawandel, Raubbau an natürlichen Ressourcen, Luft- und Wasserverschmutzung in Menschenrechts-Debatten kaum eine Rolle. Dies hat sich geändert: Heute gelten Umweltprobleme als Überlebensfrage und zentrale Herausforderung für die Menschenrechte im 21. Jahrhundert. Kinder sind besonders betroffen, denn sie sind besonders verletzlich gegenüber Umweltgiften und werden durch die heutige Naturzerstörung um ihre Zukunft betrogen.

terre des hommes fordert deshalb seit vielen Jahren von politischen Entscheidungsträgern, das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt zu stärken. Im letzten Jahr konnten dabei große Fortschritte gemacht werden: Der sogenannte »Day of General Discussion«, an dem internationale Experten, Kinder und Jugendliche mit dem Kinderechtsausschuss der Vereinten Nationen über wichtige Aspekte aus der UN-Kinderrechtskonvention oder neue Kinderrechts-Themen diskutieren, findet nur alle zwei Jahre statt. terre des hommes gelang es, dass im Jahr 2016 über das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt – und dessen Nichteinhaltung – debattiert wurde. Zusammen mit dem Kinderrechtausschuss wurde die Konferenz vorbereitet und gestaltet.

Warum engagiert sich ein Kinderhilfswerk auf dieser Ebene? Aus den Debatten entstehen Standards oder Empfehlungen, die die 193 Staaten, welche die Kinderrechtskonvention unterzeichnet und ratifiziert haben, zukünftig bei der Umsetzung der Kinderrechte berücksichtigen müssen.

Expertise aus aller Welt: Anhörung des UN-Sonderberichterstatters für Umwelt und Menschenrechte

Am »Day of General Discussion«, der am 23. September 2016 im Palast der Nationen in Genf stattfand, nahmen über 250 Akademiker, Staatenvertreter, Nichtregierungsorganisationen, UN–Repräsentanten, Kinder und Jugendliche teil. Es wurden 50 schriftliche Beiträge eingereicht. terre des hommes gestaltete das Tagungsprogramm aktiv mit: Ignacio Packer, Generalsekretär der internationalen Föderation von terre des hommes, einem Zusammenschluss von der terre des hommes-Sektionen aus der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Frankreich, Dänemark, Spanien, Luxemburg und Canada, und drei Jugendliche aus unseren Projekten, hielten ein gemeinsames Eingangsstatement, das begeistert aufgenommen wurde. Dazu kamen weitere Beiträge von terre des hommes-Partnerorganisationen und Jugendlichen in einzelnen Workshops. Ihre Teilnahme stellte sicher, dass die konkreten und alltäglichen ökologischen Herausforderungen von Menschen in aller Welt in die Diskussion eingingen.

Die Konferenz war ein wesentlicher Schritt hin zur Entwicklung globaler Standards für den Schutz des Kinderrechts auf eine gesunde Umwelt. Der zweite Schritt ist nun gefolgt: Am 22. und 23. Juni fand wiederum in Genf eine Expertenanhörung des Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen zum Thema Umwelt und Menschenrechte, John Knox, statt. Er wird dem UN-Menschenrechtsrat im nächsten Jahr einen Bericht vorlegen, der den rechtlichen Rahmen für einen besseren Kinderrechtsschutz in der Umweltpolitik setzen soll. Als Mitveranstalter trug terre des hommes maßgeblich zum Gelingen der Anhörung bei. Jonas Schubert, Referent für Kinderrechte, trug die Positionen von terre des hommes in einer Diskussionsrunde mit der UN- Botschafterin der Republik Fidschi, Nazhat Shameem Khan, und anderen wichtigen Entscheidungsträgern vor. Anuradha Mohanty aus Indien, Namo Chuma aus Sambia, Tom Weerachat aus Thailand sowie Erick Pajares aus Peru sorgten dafür, dass die praktischen Erfahrungen unserer Projektpartner in verschiedenen Teilen der Welt angemessen berücksichtigt wurden.

01.07.2017

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