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Ein sicherer Ort für die Straßenkinder von Bulawayo

Nyasha war zehn Jahre alt, als er die Schikanen der älteren Kinder im Waisenhaus nicht mehr ertrug. Er lief davon und schlug sich bis in die Großstadt Bulawayo durch. Er schlief auf der Straße und bettelte. Als eine Streetworkerin der Organisation Thuthuka auf ihn aufmerksam wurde, hatte er bereits Hunger, Kälte, Verzweiflung, Gewalt und sexuellen Missbrauch erlebt. Sein Vertrauen zu gewinnen dauerte lang. Aber es gelang: Nyasha kam in das Schutzzentrum von Thuthuka und kehrte schließlich  - nach vielen Gesprächen mit dem Leiter des Waisenhauses und mit seiner ehemaligen Lehrerin - freiwillig und gern in seine alte Schule und ins Waisenhaus zurück. Heute ist Nyasha ein lachendes Kind mit überragenden Schulnoten.

Nyashas Schicksal steht stellvertretend für viele Kinder in Simbabwe: Armut, Gewalt und häusliche Konflikte treiben Kinder und Jugendliche auf die Straße. Ihre Eltern sind oft arbeitslos, selbst stark mit Problemen belastet, so dass sie weder Zeit noch Geld haben, um sich um ihre Söhne und Töchter zu kümmern und sie zu versorgen. Viele Simbabwer gehen in der Hoffnung auf Arbeit in das Nachbarland Südafrika. Sie lassen ihre Kinder dann bei Verwandten zurück, die sich aber oft nicht gut um sie kümmern oder sie sogar ausbeuten. Manche Kinder haben ihre Eltern durch Aids oder andere Krankheiten verloren. Völlig auf sich allein gestellt, versuchen diese Waisen, sich mit Betteln und Hilfsarbeiten durchzuschlagen. Gewalt und Angst sind alltäglich.

Thuthuka: Eine Gemeinschaft, die unterstützt
Thuthuka bedeutet »Steh auf« und ist der Name einer Organisation, die sich in Bulawayo um die Straßenkinder kümmert: In der Stadt gibt es ein Kontaktzentrum, das den Kindern als Anlaufstelle dient. Jeden Tag kommen zehn bis 15 Straßenkinder hierher, finden Hilfe bei Fragen und Problemen, bekommen etwas zu essen, waschen sich und auch ihre Wäsche, spielen oder lassen sich ärztlich untersuchen.

Doch das Kontaktzentrum ist nur der erste Schritt. Am Stadtrand von Bulawayo hat Thuthuka einen Gebäudekomplex mit Schlafräumen, Werkstatt und Küche. Hier werden jedes Jahr circa 60 Straßenkinder untergebracht und betreut. Sie bekommen die Möglichkeit zur Schule zu gehen oder sich in den Bereichen Möbelbau, Autoreparatur oder Landwirtschaft ausbilden zu lassen. Daneben bleibt genügend Zeit für Spiel und Freizeit. Es gibt ein eigenes Fußballteam und eine Musikband. Bei Thuthuka finden die Straßenkinder eine Gemeinschaft, die sie unterstützt und stärkt. Über die Hälfte konnte von hier aus wieder zu ihren Familien zurückkehren.

terre des hommes unterstützt die Arbeit von Thuthuka seit 2001. Helfen Sie uns, damit solche Projekte für Straßenkinder auch in Zukunft weitergeführt und ausgebaut werden können.

Reportage über Thuthuka und die Straßenkinder von Bulawayo (Deutschlandradio)

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