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Ein Zentrum für Straßenkinder

Als der 15-jährige Bheki beschloss, sich aus seinem Dorf in Kwa Zulu Natal bis nach Johannesburg durchzuschlagen, trieb ihn die Hoffnung auf ein besseres Leben. Wie viele andere Kinder und Jugendliche, die aus zerrütteten Familien in die Wirtschaftsmetropole fliehen, strandete auch Bheki in den Straßen Hillbrows. Der Stadtteil ist berüchtigt für Gewalt, Drogen und Prostitution; wer der rauen Wirklichkeit entkommen will, flüchtet sich Klebstoff schnüffelnd in eine andere Welt.

Die schmutzigen Straßen und heruntergekommenen Häuserblocks von Hillbrow sind aber auch der Arbeitsmittelpunkt der Organisation »Twilight«. Seit mehr als 20 Jahren bietet sie Straßenjungen eine Anlaufstelle: für eine Dusche, eine warme Mahlzeit und, wenn sie dazu bereit sind, auch für einen Neuanfang. Der begann für Bheki im Shelter von Twilight, wo durchschnittlich 60 Jugendliche beherbergt werden. Der neue Lebensabschnitt ist für Straßenjungen gewöhnungsbedürftig: Um fünf Uhr morgens klingelt der Wecker, dann geht es zum Duschen, Bettenmachen, Frühstücken und schließlich in die Schule. Nachmittags warten kleine Verpflichtungen sowie die Hausaufgaben, gegen 21 Uhr ist Schlafenszeit. »Unser Ziel ist es, die Kinder nach einiger Zeit wieder mit ihren Familien zusammenzuführen«, erklärt Twilight- Mitarbeiter Ivor Matshili. Deshalb verwenden die Betreuer viel Energie darauf, aus Erfundenem, Bruchstückhaftem und Verschwiegenem allmählich die wahren Geschichten der Kinder herauszufiltern, Kontakt zu Verwandten aufzunehmen und eine Lösung zu suchen.

Wo Kinder nicht zurückkönnen, gibt es Alternativen: Neben berufsbildenden Kursen bietet Twilight Schulungen in Töpferei und Keramik an. Das Programm hat sich so erfolgreich entwickelt, dass Teller, Tassen, Schalen und Grußkarten regelmäßig auf Märkten und an Unternehmen verkauft werden. »Die Einnahmen gehen auf ein gemeinsames Konto und die Produzenten erhalten einen Anteil«, erklärt Ivor Matshili. Auch Bheki gehört dazu. Er hat sich als so talentiert erwiesen, dass er mit seinem kleinen Einkommen nun sogar seine Geschwister unterstützen kann.

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