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Unterstützung für junge Flüchtlinge: Endlich ankommen

Ausgangssituation

Immer mehr Jugendliche flüchten alleine, ohne ihre Eltern, vor Gewalt, Krieg oder Armut nach Deutschland. Doch viele Jugendämter, die diese – oftmals traumatisierten - Jugendlichen aufnehmen und begleiten müssen, sind überfordert. Da Schulbesuch, Ausbildung und staatliche Integrationsmaßnahmen vom Aufenthaltsstatus abhängig sind, verbringen die Jugendlichen ihre ersten Monate, manchmal bis zu zwei Jahre, mit Warten auf eine Asylentscheidung. Doch die Chancen auf einen positiven Ausgang stehen für viele von ihnen schlecht, weil die 16- und 17-Jährigen im Asylverfahren nicht unterstützt und noch immer - entgegen der UN-Kinderrechtskonvention - wie Erwachsene behandelt werden.

Die terre des hommes-Partnerorganisation

Der Vormundschaftsverein »lifeline« wurde 2004 aus dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein gegründet und setzt sich für die Rechte von Flüchtlingskindern in Deutschland ein. Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die sich ohne Eltern oder eine andere sorgeberechtigte Person in Schleswig-Holstein aufhalten, richtet der Verein Vormundschaften ein. terre des hommes unterstützt lifeline seit dem Jahr 2008.

Maßnahmen und Wirkungen

Die Mitarbeiterinnen von lifeline vermitteln 150 jungen Flüchtlinge zunächst eine Privatperson als Vormund. Dann berät und begleitet lifeline sie intensiv, bis der Aufenthalt geklärt ist. Darüber hinaus werden die Jugendlichen dabei unterstützt, einen Schul- oder Ausbildungsplatz zu finden, ihre Freizeit zu gestalten und bei Bedarf eine Therapie zu beginnen. Denn dies sind wesentliche Schritte auf dem Weg zu einem sicheren Bleiberecht. Es ist ein großer Erfolg der jahrelangen gemeinsamen Lobbyarbeit, dass die Bundesregierung jüngst gesetzlich festgeschrieben hat, dass auch 16- und 17-Jährige im Asylverfahren als Minderjährige behandelt werden. Folglich müssen Amtsvormünder in Zukunft auch diese Jugendlichen im Asylverfahren vertreten.

Herausforderungen und Planung

Das Gesetz ist verabschiedet, doch noch fehlt Amtsvormündern und Mitarbeitenden der sozialen Dienste die Erfahrung für die konkrete Begleitung. Deshalb wird lifeline eng mit ihnen zusammenarbeiten und die jahrelangen Erfahrungen weitergeben.

Mehr über das Projekt

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