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»Wir verstehen viele Sprachen«

Kita Wiesbaden eröffnet Kinderkrippe

Sie singen türkisch, tanzen griechisch, essen portugiesisch und hören Geschichten aus der ganzen Welt: Die über 50 Mädchen und Jungen aus der Kindertagesstätte Wiesbaden sind zwar erst zwischen drei und sechs Jahre alt, aber ihr kultureller Horizont ist weiter und bunter als der vieler Erwachsener. Aus 14 verschiedenen Nationen kommen ihre Familien. Nur ein Drittel hat deutsche Eltern und das ist so gewollt. Während andere Kindergärten einen hohen Ausländeranteil häufig als Problem betrachten, wird in dieser Kita das voneinander lernen gefördert und als Bereicherung empfunden.

Die interkulturelle Kita wurde bereits 1973 durch terre des hommes im Wiesbadener Bergkirchenviertel gegründet und war das erste deutsche terre des hommes-Projekt für Migrantinnen und Flüchtlinge. Mitte September diesen Jahres kam nun ein weiterer Bereich hinzu: Neben der Kita gibt es jetzt eine Kinderkrippe, die für 30 Kleinkinder Platz bietet. Denn da bei den meisten Familien im Bergkirchenviertel beide Elternteile arbeiten müssen, gab es immer schon eine starke Nachfrage nach Krippenplätzen. Dafür wurde nun gesorgt – ein Grund zum Feiern:  »Die Kita steht für die Chancengleichheit aller Kinder«, betonte terre des hommes-Vorstandsmitglied Ursula Gille in ihrer Festansprache. »Der Zugang zu einer Krippeneinrichtung ist ein nachweislich wichtiger Grundstein für den Abbau von herkunftsbedingten Bildungsbenachteiligungen.«

Die Kita Wiesbaden ist ein Modell für interkulturelles Lernen und Spielen und die Nachfrage nach Plätzen in dieser besonderen Kinderstagesstätte war immer groß. Aber nicht nur das: Weil sich nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Familien im Wiesbadener Bergkirchenviertel heimisch fühlen sollen, engagiert sich das Kita-Team auch in der Stadtteilarbeit und steht den Eltern bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite.

Das Motto der Kita ist »Wir verstehen viele Sprachen« und schmückt den Eingangsbereich des Hauses, in dem die Kita – und jetzt auch die Krippe – untergebracht sind. Im Programm der Kindertagesstätte heißt es: »Nicht Anpassung an deutsche Normen, Sitten und Werte steht im Vordergrund unserer Arbeit, sondern das Bemühen, andere Kulturen und Werte verstehen und begreifen zu lernen und in unsere Arbeit einfließen zu lassen.«

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