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Kolumbien: UN-Sonderbeauftragte auf terre des hommes-Konferenz

Hoher Besuch auf einer terre des hommes-Konferenz in Kolumbien: Virginia Gamba, Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Kinder und bewaffnete Konflikte, besuchte die Veranstaltung in der Hauptstadt Bogotá und beteiligte sich an der Diskussion über den Stand des Friedensprozesses.

Anlass der Konferenz war der Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla, der vor einem Jahr unterzeichnet wurde. Ausrichter waren terre des hommes und mehrere kolumbianische Organisationen. Ziel der Konferenz war es, der Frage nachzugehen, was seit der Unterzeichnung des Friedensprozesses passiert ist, welche Hürden noch genommen werden müssen und wie sich die Situation für die Kinder und deren Rechte gestaltet. Neben Vertreterinnen und Vertretern zivilgesellschaftlicher und staatlicher Organisationen nahmen an der Konferenz auch Kinder und Jugendliche aus vielen Regionen Kolumbiens teil.

Der Friedensvertrag beinhaltet, dass Kindersoldaten nach und nach die Einheiten der FARC verlassen sollen. UN-Sonderbeauftragte Virginia Gamba betonte, dass Kindersoldaten als Opfer von Rekrutierung und nicht als Täter oder Gefahr für die Gesellschaft behandelt werden sollten. Dies sei im Fakultativprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention zur Beteiligung von Kindern an bewaffneten Konflikten von 2002 und in den sogenannten Pariser Prinzipien zur Rekrutierung von Kindersoldaten von 2007 festgelegt. Bisher haben – auch mit Unterstützung von terre des hommes-Partnerorganisationen –124 Kinder und Jugendliche die FARC verlassen und werden in Auffangprogrammen betreut. Allerdings wurden bisher nicht alle zwischen FARC und Regierung vereinbarten Punkte umgesetzt. Beispielsweise haben nicht alle einen Zugang zu Bildung, angemessener Gesundheitsversorgung und psychosozialer Betreuung erhalten. Virginia Gamba und die anderen Konferenzteilnehmer fordern von den beteiligten Parteien, diese Kinderrechte für die ehemaligen Kindersoldaten zu garantieren. Für die Zukunft sei es wichtig, dass die beteiligten Akteure die Situation analysieren und die Fehler bei bei Verhandlungen mit anderen bewaffneten Gruppen, wie derzeit mit der Guerilla Bewegung ELN, berücksichtigt werden sollten.

28.12.17

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