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Widerstand gegen Trump-Projekt

terre des hommes-Partner wehren sich gegen Bauvorhaben und Umsiedlung

Der 24-jährige Usep hat eine Mission: er will sein Dorf Cijambe retten. Es liegt in der Provinz Bogor in Westen der indonesischen Insel Java am Cidane-Fluss und ist in großer Gefahr. Nicht nur durch die Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt oder die allgegenwärtige Flussverschmutzung durch industrielle Großprojekte – die aktuelle Bedrohung geht von der Firma LNP aus, die plant, Useps Dorf abzureißen und komplett umzusiedeln, um dort ein Luxusresort zu bauen. LNP ist im Besitz von Hary Tanoesoedibjo. Der war Vizepräsidentschaftskandidat für die Wahlen im Jahr 2014 und hat einen Geschäftspartner, der es gewohnt ist, zu bekommen, was er will: US-Präsident Donald Trump. Trump Hotels ist einer der Investoren des LNP-Projekts.

LNP plant, in den kommenden 20 Jahren großräumig weitere Dörfer zu verlegen und an deren Stelle luxuriöse Ökotourismus-Resorts und einen Golfplatz zu bauen. Das wäre das Ende des bäuerlichen Lebens in der Region.

Mit Umweltfragen und Ökotourismus kennt Usep sich gut aus. Er arbeitet seit mehreren Jahren für die Organisation Rimbawan Muda Indonesia (RMI), die seit 1992 mit Unterstützung von terre des hommes das Umweltbewusstsein der Bevölkerung in der Region Bogor fördert. Dazu gehören auch Ökotourismus-Projekte, mit denen die Dorfbewohner, die hauptsächlich vom Anbau von Kaffee und Gewürzen leben, ihre Einkünfte erhöhen, indem sie Touristen die einzigartigen Wasserfälle am Cidane-Fluss zeigen und Touren auf dem Fluss organisieren. RMI geht es darum, den Zusammenhalt der Gemeinde zu stärken und sie in die Lage zu versetzen, sich gegen die großen Firmen zu wehren, die die Region längst als lukratives Zielgebiet für den Tourismus entdeckt haben. Über zwei Drittel des Landes in der Region Bogor gehört bereits der Firma LNP, die den Bauern derzeit noch erlaubt, es zu bebauen. Diese Erlaubnis hat allerdings einen Haken: LNP begann kürzlich, hohe Abgaben zu fordern, die die Menschen am Fluss nicht bezahlen können.

Verteidigung gegen internationale Konzerne

Usep und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RMI, meist junge Freiwillige unter 30 Jahren, die aus den Städten Javas stammen, zeigen den Bewohnern der Flussregion, wie sie ihre landwirtschaftlichen Methoden erweitern und neue Produkte anbauen können, um nicht zu sehr von einer Einnahmequelle abhängig zu sein. Sie informieren über die Vorzüge von Biodiversität und machen deutlich, wie das Ökosystem am Fluss erhalten und geschützt werden kann. Dieser neue Blick auf die eigene Umwelt und die Möglichkeit, durch naturnahe Anbaumethoden bessere Erträge zu erzielen, stärkt die Entschlossenheit der Menschen in Cijmbe, sich dem Zugriff von LNP zu widersetzen und die Heimat gegen Ansprüche internationaler Konzerne zu verteidigen. Sie haben mittlerweile die Verwaltung des Tourismusprojektes von den lokalen Behörden übernommen und sind entschlossen, ihr Land zu nutzen und zu verteidigen.

Wird Cijambe sich am Ende gegen den Zugriff auf das Land durch LNP behaupten? Usep ist sich sicher: In dem Maße, wie die Menschen ihr Dorf und den Cidane-Fluss nicht allein als Einnahmequelle, sondern als ihren schützenswerten Lebensraum ansehen, der nicht durch Großprojekte internationaler Konzerne zerstört werden darf, werden sie sich gemeinsam LNP widersetzen. Und sie werden ihre Variante des Ökotourismus, die auf der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen beruht, nicht eintauschen gegen die Aussicht, auf einem Luxusresort oder Golfplatz der Trump-Hotelgruppe als schlecht bezahlte Hotelangestellte oder Greenkeeper zu arbeiten.

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15.2.17

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