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Myanmar: Schutz für Kinder im Krieg

Seit fünf Jahren tobt in Myanmar ein blutiger Bürgerkrieg – weitgehend unbeachtet von der deutschen und europäischen Öffentlichkeit. Mindestens 50.000 Menschen wurden getötet, mehr als 1,2 Millionen Kinder sind auf der Flucht. Die humanitäre Lage ist katastrophal: An jedem zweiten Tag stirbt ein Kind an Krankheit, an Unterernährung, an Minen oder Bombenangriffen.

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Fünf Jahre nach dem Putsch


Der 1. Februar 2021: Das Militär putscht gegen die demokratisch gewählte Regierung Myanmars. Die Junta errichtet eine Schreckensherrschaft, geht gewaltsam gegen Oppositionelle, Demonstrant*innen und ethnische Minderheiten vor. Seitdem herrscht fast überall im Land Krieg: Pro-demokratische und ethnische Rebellenmilizen kämpfen gegen die Diktatur – meist im Zeichen der demokratischen Exilregierung, teils für eigene Territorien.

Inzwischen hat die Militärjunta Schätzungen zufolge nur noch zwischen 20 und 40 Prozent des Staatsgebiets unter Kontrolle. Doch je schwächer die eigene Position wird, desto brutaler schlägt sie um sich: Allein 2025 gab es mehr als 2.100 Bombenangriffe durch Drohnen, Hubschrauber und Flugzeuge der Armee. Die meisten davon treffen zivile Ziele: Schulen, Krankenhäuser, Flüchtlingscamps.

Terre des Hommes unterstützt zurzeit fünf Projekte für Kinder und Jugendliche innerhalb Myanmars sowie in den Flüchtlingscamps der thailändischen Grenzregion. Fünf weitere sind in Vorbereitung.

  • Humanitäre Hilfe
    • Nahrungsmittelpakete
    • sauberes Wasser
    • Medikamente
    • Hygiene-Nothilfepakete
  • Traumahilfe und psychosoziale Unterstützung für Kinder
  • Improvisierter Schulunterricht
  • Kindesschutz, insbesondere in Flüchtlingscamps (Verhalten in Notsituationen, Aufklärung über Missbrauchsverhalten)

Ein Terre des Hommes-Projekt in Myanmar befasst sich derzeit vor allem mit der Hilfe für die Opfer des verheerenden Erdbebens im März 2025.

Meldungen

Projekte

Zahlen und Fakten

Die humanitäre Notlage in Myanmar

  • Hunger und Krankheit: Weite Teile der Bevölkerung leiden unter akuter Ernährungsunsicherheit. Krankheiten breiten sich aus, die medizinische Grundversorgung ist in vielen Regionen nicht mehr gewährleistet. Etwa 7 Millionen Kinder im Land sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen.
  • Vertreibung und Schutzlosigkeit: Ungefähr 3,6 Millionen Menschen – darunter 1,2 Millionen Kinder – leben als Binnenvertriebene in provisorischen Lagern, oft ohne Zugang zu grundlegender Versorgung.
  • Bildungsnotstand: Eine ganze Generation wächst ohne reguläre Bildung auf. Etwa 4,7 Millionen Kinder können nicht zur Schule gehen.
  • Tötungen von Kindern: Mindestens 810 Kinder wurden bei Angriffen der Militärjunta getötet. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. So wurden allein 2025 zwischen 100 und 500 Kinder Opfer von Landminen.

 

Wichtige Entwicklungen

Was in und um Myanmar geschieht

  • 28. März: Ein Erdbeben der Stärke 7,7 verursacht schwere Schäden, fordert Tausende Tote und verschärft die humanitäre Notlage.
  • April: Nach dem Erdbeben verschärft das Militär Luftangriffe auf zivile Gebiete. Im Verlauf des Jahres nehmen sie weiter zu.
  • Mai/Juni: China verstärkt seine Bemühungen, zwischen der angeschlagenen Junta und bewaffneten Gruppen in der chinesischen Grenzregion zu vermitteln: Dazu werden auch die Waffen- und Drohnenlieferungen an die Junta erhöht.
  • 28. Dezember: Die Militärjunta beginnt mit Scheinwahlen, die bis Januar 2026 andauern sollen.
  • 12. Januar 2026: Vor dem Internationalen Gerichtshof beginnt ein Prozess gegen die Militärführung, die dort unter dem Vorwurf des Völkermords an der ethnischen Minderheit der Rohingya angeklagt ist.

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Supitsara Langbubpha

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