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Lernen für eine bessere Welt

In terre des hommes-Projekten ist Bildung mehr als die Vermittlung von Wissen 

»Jeder hat das Recht auf Bildung« heißt es in Artikel 26 der Menschenrechtserklärung von 1948. 75 Jahre später gehen laut UN immer noch 250 Millionen Kinder zwischen sechs und 18 Jahren nicht zur Schule, etwa ein Viertel davon sind im Grundschulalter. Krieg, Flucht, Vertreibung und die Folgen der Corona-Pandemie sind häufige Ursachen. Auch für den zehnjährigen Reshad* ist Schulbesuch bislang nur ein Wunsch: Er flüchtete mit seiner Mutter vor den Taliban aus Afghanistan über die Grenze nach Pakistan. Hier leben sie als Illegale, seit das Touristenvisum abgelaufen ist. An Schule oder die Ausreise in ein Aufnahmeland wie Deutschland ist nicht zu denken. 

Aber Bildung ist nicht gleich Bildung: Sie kann einerseits Horizonte erweitern, Lebenschancen eröffnen, unabhängig, emanzipiert und stark machen. Allerdings gelingt das nur mit gut ausgebildeten Lehrkräften und einem pädagogisch wertvollen Unterricht, der auf die Bedürfnisse von Kindern eingeht. Denn viele Kinder besuchen zwar eine Schule, können aber auch nach der vierten Klasse noch nicht lesen, schreiben oder rechnen. Ihr Schulbesuch dient oftmals allein dazu, sie in Gehorsam und Disziplin zu üben. Oft verstehen sie nicht, was die Lehrkräfte sagen und an die Tafel schreiben. Denn unterrichtet wird häufig in der offiziellen Landessprache und nicht in der Sprache, mit der viele der zu ethnischen Minderheiten mit eigener Sprache gehörenden Schulkinder aufgewachsen sind. Viele Eltern fragen unter solchen Bedingungen nach dem Sinn des Schulbesuchs. 

terre des hommes will nicht nur erreichen, dass Kinder wie Reshad* zur Schule gehen können, sondern dass vor allem auch die Qualität der Schulbildung sichergestellt wird: So werden beispielsweise in Peru Curricula entwickelt, praktiziert und in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium verbreitet, die das traditionelle Wissen und Können der andinen Landbevölkerung wertschätzen, anstatt allein auf das »moderne« Wissen zu setzen. Denn dieses erscheint den Kindern in den Bergdörfern oft fremd und unnütz. Oder es werden im Südsudan Lehrkräfte aus- und fortgebildet – nicht nur in den traditionellen Unterrichtsfächern, sondern insbesondere in Pädagogik, Gleichberechtigung und Friedenserziehung. 

Über ein Drittel der rund 380 terre des hommes-Projekte befassen sich ganz oder teilweise mit Bildung – in und außerhalb von Schulen, Kindergärten und Betrieben. Kinder lernen spielerisch Zusammenhänge zu erkennen, sie lernen lesen, schreiben und rechnen. Jugendliche lernen Berufe, die ihnen ein Einkommen und eine Zukunft jenseits der Armut ermöglichen. Sie verstehen es aber auch, die Umwelt zu schützen, Andersdenkende und Anderslebende zu respektieren, Politik zu beeinflussen und ihr Lebensumfeld mitzugestalten. Denn was wir als Kinder lernen, prägt uns und unsere Welt ein Leben lang. 

* Name geändert

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