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Die Hoffnung, irgendwann aufs Spielfeld zurückzukehren

Herat, Afghanistan


»Ich möchte weiter zur Schule gehen. Und ich möchte weiter Futsal spielen und eine einzigartige Fußballerin werden. So möchte ich auch meiner Gemeinschaft helfen, besonders den Mädchen. Ich hoffe, dass alle Mädchen in Afghanistan zur Schule gehen und ihre Ausbildung fortsetzen können, Sport treiben und an Sportturnieren teilnehmen können.«



Jalila* lebt im Norden der Provinz Herat in Afghanistan. Vor sieben Jahren zog sie mit ihrer Familie her. Sie wurde Mitglied in Jugendclubs und begann, sich auch selbst in einem Projekt der terre des hommes-Partnerorganisation WASSA zu engagieren. Dort nahm sie auch zum ersten Mal an einem Futsal-Turnier teil. Es machte ihr Spaß, sie wurde immer besser – und wollte auf jeden Fall weiterspielen.

Es war eine andere Zeit. Seit 2021 die Taliban die Macht in Afghanistan an sich gerissen haben, verschlechtert sich die ohnehin schwierige Situation der Bevölkerung rapide. Im Dezember 2022 verbot die De-Facto-Regierung allen Mädchen des Landes nicht nur jegliche Schulbildung ab der 6. Klasse, sondern auch die Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten und Sportveranstaltungen. Auch einen Beruf auszuüben, ist für viele Frauen zur Unmöglichkeit geworden.

Für Jalila eine Katastrophe, nicht nur wegen des Sports: Ihre Eltern sind alt, ihre fünf Geschwister noch klein. Hafiza muss allein für den Lebensunterhalt ihrer Familie sorgen. Sie ist 16 Jahre alt.

Dennoch versucht sie, für ihre Familie zu sorgen, so gut es eben geht. Mit Hilfe befreundeter Mitglieder ihrer Jugendgruppe und der Unterstützung ihrer Familie begann sie, Süßigkeiten zu backen und auf dem örtlichen Markt zu verkaufen. Obwohl sie keine Ausbildung erhalten hat, ist sie mit der Hilfe der Jugendclubmitglieder in der Lage, Süßigkeiten herzustellen. Derzeit beträgt ihr monatliches Einkommen etwa 5.000 Afghani, umgerechnet etwa 64 Euro. Es ist besser als nichts, auch wenn es nicht ausreicht, um die Bedürfnisse ihrer Familie zu decken.

Jalila sagt, dass sie ihr kleines Konditor-Geschäft ausbauen und mehr verkaufen möchte, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Sie träumt davon, sich ein besseres Leben in der Zukunft aufzubauen. Und vielleicht eines Tages wieder an Sportturnieren teilnehmen zu können.

 

*Name geändert. Der tatsächliche Name ist der Redaktion bekannt.

Fotos: terre des hommes / WASSA

27.05.2024

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