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(K)ein Platz für die Mädchen von Chachiyawas

Rajasthan, Indien


Sport sollte nur etwas für Jungen sein? Chachiyawas, ein Dorf in Rajasthan, Indien, war eines der ersten Dörfer der Umgebung, in dem die Mädchen das nicht länger hinnehmen wollten. Sechzig junge Spielerinnen fanden dort zusammen – mehr als genug, um gemeinsam eine Spielgemeinschaft aufzustellen. Allerdings standen sie zunächst einmal vor einem Problem: Was ihnen fehlte, war ein passender Fußballplatz.



Anfangs spielten die Mädchen in der Nähe des Waldes. Dort wuchsen zwar Unkräuter und andere Pflanzen, doch es war besser als nichts. Allerdings lag der Platz damit auch abseits des Dorfes - zu »gefährlich« in den Augen mancher Eltern, bei denen die Vorstellung, dass ihre Töchter Fußball spielen, ohnehin nie auf Gegenliebe gestoßen war. Einige hatten es sogar verboten.

Die Mädchen allerdings blieben hartnäckig. Und sie fanden eine Lösung: Sie baten ihre Großmütter um Hilfe. Unter deren Begleitung ließ sich gegen die Treffen wenig einwenden, das Team wuchs und wuchs. Zwischenzeitlich wurden es mehr als 80 Spielerinnen.

Folgerichtig ging auch die Suche nach einem richtigen Fußballplatz weiter. Eine Zeit lang spielten die Mädchen auf einem Privatgrundstück, später im Hinterhof eines Restaurants. Eine richtige Lösung fanden sie schließlich mit Hilfe der lokalen Mädchenrechtsorganisation Mahila Jan Adhikar Samiti, kurz MJAS. Die terre des hommes-Partnerorganisation stellte sich hinter die Idee des Fußballteams und schrieb kurzerhand eine Anfrage an die Bezirksregierung. Die wiederum wies bald darauf die Schulen des Dorfes an, den Mädchen doch endlich ein geeignetes Gelände zur Verfügung zu stellen.

Das kam nicht überall gut an: Nun riet die Schulleitung den Mädchen vom Spielen ab, mit der Begründung, dass dies »nicht zu ihrem zukünftigen Erfolg beitragen würde«. Die Rektor*innen wandte sich sogar an die Eltern und empfahlen, den Töchtern das Spielen zu verbieten.

Doch noch immer weigerten sich die Mädchen, aufzugeben. Und am Ende zahlte sich ihre Entschlossenheit aus: Sie schafften es, den Platz durchzusetzen.

Heute nehmen etwa 50 Spielerinnen regelmäßig an den Sporteinheiten teil, unterstützt von Trainer*innen aus der Gemeinde. Mit Hilfe von MJAS wurde der Platz kürzlich auch weiter verbessert, gesäubert und eingeebnet. Die Mädchen können endlich unbeschwert gegen den Ball treten – ohne Hindernisse und Stolpersteine.   

 

 

Fotos: terre des hommes / MJAS

27.05.2024

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