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Den Kreislauf der Gewalt durchbrechen

Friedenserziehung in der Projektarbeit von terre des hommes - Beispiel Kolumbien

In Kolumbien, wo ein jahrzehntelanger bewaffneter Konflikt zwischen Regierung, Guerilla und Paramilitärs herrscht, ist der Alltag oft von Gewalt geprägt. Die Stadt Popayán im Süden Kolumbiens leidet an einer besonders hohen Gewalt- und Kriminalitätsrate unter Jugendlichen. Es gibt viele Jugendbanden, denen sich Mädchen und Jungen anschließen. Militär und Polizei haben eine immense Präsenz und beeinflussen Kinder in ihrer Wahrnehmung, wie sich Konflikte lösen lassen. Der terre des hommes-Projektpartner »CCJP« versucht, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

In einem Armenviertel am Stadtrand wurde mit der »Casa de la Juventud«, dem »Haus der Jugend«, ein Ort gegründet, der täglich Kindern offensteht und an dem sie gemeinsam lernen, Konflikte gewaltfrei auszutragen. Mehrmals die Woche finden Workshops statt, in denen Mädchen und Jungen mit Hilfe von Rollenspielen einen verantwortungsvollen Umgang miteinander lernen. Dabei bauen die Kinder und Jugendlichen Vertrauen auf, das sie in ihrem sozialen Umfeld oft nicht erfahren. Sie lernen ihre Rechte kennen, unternehmen gemeinsame Ausflüge und organisieren Kunst- und Sportveranstaltungen, um den öffentlichen Raum wieder zu einem friedlichen Ort für alle zu machen. Mehr als 500 Kinder und Jugendliche besuchen regelmäßig das Zentrum. Die Institution ist zu einer sichtbaren gewaltlosen Alternative im Stadtteil geworden. Nachbarschaftsräte und andere Organisationen aus dem Viertel arbeiten mit CCJP zusammen und haben begonnen, eigene Aktionen zum Thema Konfliktprävention durchzuführen.

Seit mehr als 40 Jahren setzt sich das Kinderhilfswerk terre des hommes weltweit für Kinder in Not ein. In vielen Projekten ist die Friedensarbeit einer der Schwerpunkte. Gefördert wird eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit – eine Grundvoraussetzung für den Schutz und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Weitere Projekte für Kindersoldaten, Flüchtlingskinder und Binnenvertriebene sowie Informationen zur Aktion Rote Hand finden Sie auf den entsprechenden Themenseiten.

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