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»Wer nicht hören will…..«

Philippinen: Kampagne gegen Prügelstrafe  

Angefangen hat alles mit viel Theater. Nämlich mit der philippinischen Theatergruppe PETA. Die Künstler engagieren sich schon lange dafür, die soziale Kompetenz von Kindern durch Workshops und öffentliche Veranstaltungen zu fördern. Doch steht die von terre des hommes unterstützte »Philippine Educational Theater Association« (PETA) heute nicht nur für Schauspielkunst, sondern auch für eine gewaltfreie Erziehung von Kindern.

Das hat einen traurigen Hintergrund: Der Alltag vieler Kinder ist von Gewalt und Misshandlungen geprägt. Auf den Philippinen ist die Prügelstrafe ein weit verbreitetes Mittel von Eltern und Lehrkräften, um Kinder zu disziplinieren und zu erziehen. Welche schweren seelischen Folgen Gewalterfahrungen für die Entwicklung von Kindern haben kann, ist den prügelnden Erwachsenen nicht klar. Um diese Bestrafungspraxis zu ändern, starteten PETA-Mitarbeiter vor einigen Jahren mit anderen Kinderschutzgruppen im Großraum Metro Manila eine Kampagne gegen die Prügelstrafe. »Positive Disziplin« nennt sich ihr alternatives Erziehungskonzept, mit dem Konflikte friedlich gelöst und die Eigenverantwortung von Kindern gefördert werden soll.

Dank der intensiven Arbeit von PETA gibt es nun eine Reihe von Gesetzesinitiativen, die die gewaltfreie Erziehung in Schule und Familie fördern sollen. In vielen sozialen Einrichtungen wurden Kinderschutzkomitees eingerichtet. Die Gespräche mit Ministerien haben es ermöglicht, dass in den neuen Ausbildungskonzepten für Lehrern und Erzieherinnen das Thema Gewalt gegen Kinder kritisch hinterfragt wird.

Kinderschutz Thema in Lehrplänen

Viele Schulen greifen die Kampagne auf und führen Fortbildungen für die Lehrkräfte durch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen dabei, Konfliktsituationen im Unterricht zu erkennen und friedlich zu lösen. Im Sinne des Konzepts »positive Disziplin« hilft das pädagogische Personal den Kindern dabei, die Folgen ihres eigenen Handelns ohne Angst vor Bestrafung erkennen zu können. Ein weiteres Team von Multiplikatoren schult das Personal von Behörden und Ministerien. Im Mittelpunkt steht hier die Frage, wie die Kinderrechte umgesetzt und der Kindesschutz durch die Lehrpläne verbessert werden kann.  

Die Idee der »positiven Disziplin« greift auch die bestehenden Erziehungsmuster in den Familien auf. In Workshops diskutieren Eltern gemeinsam Möglichkeiten, Konflikte ohne gewaltsame Bestrafung zu lösen. Jungen und Mädchen treffen sich in Kinderkomitees, um über die Probleme und Veränderungen in Schule und Familie zu sprechen. »Positive Disziplin« heißt, dass die Kinder durch selbstständiges Handeln ermutigt werden, mehr Verantwortung für sich und ihr soziales Umfeld zu übernehmen.  

Viele Institutionen und Einzelpersonen sind durch die Berichterstattung auf das Konzept aufmerksam geworden und wollen sich als Multiplikatoren oder Projektschule für den Kindesschutz engagieren. Mehr als 500.000 Kinder haben bisher von dem Programm profitiert.

21.01.2016

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