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Gesunde Umwelt für Kinder

Der verantwortungslose Umgang der Menschheit mit der Natur hat fatale Folgen: Ganze Landstriche werden verwüstet, damit Erze und Mineralien abgebaut werden können.

Riesige Monokulturen für Treibstoffe und Tierfutter verdrängen den Ackerbau für Lebensmittel, Pestizide verseuchen Baumwollfelder, machen Plantagenarbeiter krank und reichern sich in der Nahrungskette von Mensch und Tier an. Empfindliche Ökosysteme wie Flüsse, Seen und Urwälder werden verschmutzt und zerstört, der Wasserhaushalt ganzer Regionen durch Staudämme gestört. Bereits heute sind Millionen Menschen direkt betroffen. Kinder sind die Hauptleidtragenden dieser fatalen Entwicklung, denn sie sind besonders empfindlich gegenüber allen Umwelteinflüssen: Sie leiden schnell an Haut-, Atemwegs- und Darmerkrankungen, denn ihr Immunsystem ist nicht so ausgereift wie das der Erwachsenen. Und sie werden um ihre Zukunft betrogen, denn sie müssen mit den Auswirkungen der Umweltzerstörung heute und auch morgen leben.


Daten und Fakten

Eine gesunde Umwelt ist lebensnotwendig für Kinder

Obwohl sich 193 Staaten mit der Ratifizierung der Kinderrechtskonvention verpflichtet haben, Kindern das Recht auf bestmögliches Gesundheit, sauberes Trinkwasser und ausreichende vollwertige Nahrung zu gewähren, wird Millionen Kindern durch Umweltzerstörung ihre Lebensgrundlage genommen.

Kindliche Immun- und Entgiftungssysteme sind weniger entwickelt und damit anfälliger als die von Erwachsenen. Die Aufnahme von großen Mengen an Schadstoffen kann deshalb bei Kindern bleibende Entwicklungsschäden verursachen: Diese reichen von Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwächen bis hin zu Krebs, Vergiftung und Tod. Aufgrund zunehmender Verstädterung und Umweltzerstörung können immer weniger Kinder ihre natürliche Umwelt spielend erleben.

Das »Recht eines jeden Kindes auf dieser Welt in einer intakten Umwelt aufzuwachsen, ein gesundes Leben zu führen und positive Zukunftsperspektiven zu entwickeln« hat bereits die National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland (Dachverband zur Durchsetzung der Kinderrechte) 1998 formuliert. terre des hommes ist Gründungsmitglied der National Coalition, die etwa 100 Organisationen in Deutschland umfasst.

In terre des hommes-Projekten lernen Kinder, die Natur zu schützen - terre des hommes hilft gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen weltweit dabei, dass die betroffenen Menschen sich für ihre Rechte organisieren und ihre Anliegen gegenüber der Politik vorbringen können. Gleichzeitig werden Projekte unterstützt, die den Familien ermöglichen, nachhaltig zu leben und zu wirtschaften. Kinder wirken aktiv mit und lernen, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen. In vielen Fällen sind sie bereits Vorreiter in ihren Familien und Gemeinden beim bewussteren Umgang mit der Natur.

Zahlen

  • Prognosen zufolge wird durch den Klimawandel in den nächsten 40 Jahren die Zahl unterernährter Kinder in Afrika um zehn Millionen steigen.
  • Jedes Jahr verlieren etwa 1,5 Millionen Kinder ihr Leben auf Grund von Magen- und Darmerkrankungen. In den meisten Fälle ist die Ursache dafür  verunreinigtes Trinkwasser.
  • Rund zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben jährlich an Atemwegserkrankungen. Über die Hälfte davon sind umweltbedingt, zum Beispiel durch offenes Feuer und Rauch in Innenräumen.
  • Im Amazonasbecken werden durch Goldminen jedes Jahr mindestens 130 Tonnen Quecksilber in die Umwelt abgegeben. Der Mensch nimmt Quecksilber beispielsweise über den Verzehr von Fisch auf – in vielen Regionen ein Grundnahrungsmittel. Das führt zu akuten oder chronischen Vergiftungen, besonders im Nervensystem eines Fötus.

Forderungen und Ziele

Gesunde Umwelt: Erfolgreiche Lobbyarbeit bei den UN

Eines der wichtigsten politischen Ziele von terre des hommes ist die internationale Anerkennung ökologischer Kinderrechte. Dieses Ziel ist nun ein Stück näher gerückt: Auf Vorschlag von terre des hommes hat der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen im Juni entschieden, seinen nächsten »allgemeinen Diskussionstag« (Day of General Discussion) im Jahr 2016 dem Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt zu widmen. Die alle zwei Jahre stattfindende Tagung dient dazu, internationale Experten, darunter auch Kinder und Jugendliche, zusammenzubringen, um ein tieferes Verständnis wichtiger Aspekte aus der Kinderrechtskonvention zu erlangen oder neue Themen aufzugreifen. Häufig resultieren daraus neue Standards oder Empfehlungen, die Staaten bei der Umsetzung der Kinderrechte berücksichtigen müssen.

Die Kinderrechtskonvention wurde im Jahr 1989 von der UN-Generalversammlung beschlossen. Die menschenrechtliche Dimension von Klimawandel, Raubbau an Ressourcen oder Luftverschmutzung spielte damals noch keine große Rolle. Dies hat sich geändert: Umweltprobleme gelten heute als eine zentrale Herausforderung für die Menschenrechte im 21. Jahrhundert. Kinder sind besonders betroffen, denn sie sind sehr empfindlich gegenüber Umweltgiften und werden um ihre Zukunft betrogen. Besserer Menschenrechts- und Umweltschutz setzt aber robuste Standards voraus.

terre des hommes fordert deshalb von politischen Entscheidungsträgern, das Recht auf eine gesunde Umwelt zu stärken. Ein wichtiger Adressat der Lobbyarbeit ist der UN-Kinderrechtsausschuss in Genf. Das weltweite Überwachungsorgan für die Kinderrechte spielt eine entscheidende Rolle dabei, die UN-Kinderrechtskonvention neu zu interpretieren und weiterzuentwickeln. Der »allgemeine Diskussionstag« im Jahr 2016 soll dafür die Weichen stellen. Der Vorschlag von terre des hommes wurde von wichtigen Umwelt- und Kinderrechtsnetzwerken unterstützt, dazu zählen die UN Major Group Children and Youth, die National Coalition für die Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland sowie EarthJustice und das Center for International Environmental Law.


Weitere Informationen:


Projektbeispiele

In zahlreichen Projekten unterstützt terre des hommes weltweit Menschen, die Auswirkungen der Umweltzerstörungen abzumildern.

Indien: Jugendliche fordern Bio-Anbau
Tanushree und ihre Mitstreiterinnen sind überzeugte Anhängerinnen des Bio-Anbaus. Ihre Mission: Alle Kleinbauern in ihrem Dorf sollen auf ökologische Landwirtschaft umsteigen.

Mosambik: Zukunft gestalten
Ein ganzes Dorf spuckt in die Hände: Mit dem Bau von Wassertanks und dem Anlegen von Gärten und Feldern haben die Dorfbewohner Mahubos ganz neue Perspektiven.

Peru: Vielfalt schützt vor Klimawandel
Viele Kleinbauern besinnen sich zurück auf ihre zahlreichen traditionellen Pflanzensorten, die sich den extremen Wetterbedingungen in den Anden perfekt anpassen und so die Ernteerträge sichern.


Was Sie tun können

Helfen Sie mit, Kinder gesund aufwachsen zu lassen. Mit einer Spende und mit einem ressourcenschonenden Konsum.

Verringern Sie Ihren ökologischen Fußabdruck

Der ökologische Fußabdruck rechnet den Verbrauch aller nachwachsenden Rohstoffe in die zur Produktion notwendige Fläche um.

Im Jahr 2007 betrug der Fußabdruck 2,7gha pro Person. Die Biokapazität der Erde lag allerdings bei nur 1,8gha pro Person. Das heißt: Die erneuerbaren Ressourcen werden schneller verbraucht, als sie regeneriert werden können.

Mit diesen Tipps können Sie Ihren ökologischen Fußabdruck senken:

  • Verzichten Sie zwei Mal in der Woche auf Fleisch. Das spart einen Flächenverbrauch von 1.600 m².
  • Stellen Sie die Waschmaschine nur an, wenn sie auch voll ist, verzichten Sie auf die Vorwäsche und waschen Sie bei höchstens 40 Grad. Ihr Fußabdruck wird somit um 300 m² gesenkt.
  • Nutzen Sie für Kurzstrecken das Fahrrad anstatt das Auto. So verringern Sie Ihren Fußabdruck um mehrere 100 m².

Ombudsperson für künftige Generationen

Fordern Sie mit uns die Einrichtung einer Ombudsstelle, die politische Maßnahmen und Entscheidungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen für die Lebensqualität kommender Generationen prüft. Die Ombudsperson soll gleichzeitig Ansprechpartner für Besorgnisse von Kindern und Jugendlichen sein. Wir wollen, dass Ombudsstellen auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene eingerichtet werden um die Interessen zukünftiger Generationen zu vertreten.

Spenden Sie für ökologische Projekte

Die Mitarbeiter in den terre des hommes-Projekten vor Ort reagieren auf die Folgen der Umweltverschmutzung und des Klimawandels und federn die schlimmsten Folgen ab. Unterstützen Sie unsere Projekte mit einer Spende.

Bereits mit

  • 5 Euro können in Peru 30 Bäume gepflanzt werden.
  • 20 Euro können 2.000 qm Land in Indien aufgeforstet werden.
  • 120 Euro kann ein Gemüsegarten für Heilkräuter in Kombien angelegt werden.

Jede einzelne Spende hilft!


Weitere Informationen

Hier finden Sie weitere Informationen, Materialien und Links zum Thema Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt.

Falter
Gesunde Umwelt für alle Kinder
Download als PDF-Dokument

Broschüren

»Ökologische Kinderrechte«
Download als PDF-Dokument

»Alles im Fluss« - Themeninformation Wasser
Download als PDF-Dokument

Studien

Vielfalt als Chance
Kinder haben das Recht auf eine nachhaltige Entwicklung
(Download als PDF-Dokument)

Glück auf?
Die Auswirkungen des Bergbaus auf Kinder
Ökologische Kinderrechte: Fakten, Fälle, Forderungen
(Download als PDF-Dokument)

Sonnige Zukunftsaussichten?
Klimawandel, Wasser und die Rechte von Kindern und zukünftigen Generationen
Ökologische Kinderrechte: Fakten, Fälle, Forderungen
(Download als PDF-Dokument)

Pestizide & Kinder
Die Gefahr von Umweltgiften für Kinder
Ökologische Kinderrechte: Fakten, Fälle, Forderungen
(Download als PDF-Dokument)

Ökologische Kinderrechte schützen
Normative Grundlagen stärken
(Download als PDF-Dokument)

La protección de los derechos ambientales del niño
(Bajar el pdf)

Rio +20
Die UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung 2012
Hintergründe – Konflikte – Perspektiven
(Download als PDF-Dokument)

Plakate

Klimawandel
Download als Ansichts-PDF Das Original-Plakat kann über terre des hommes bezogen werden.

Pestizide
Download als Ansichts-PDF Das Original-Plakat kann über terre des hommes bezogen werden.

Bergbau
Download als Ansichts-PDF Das Original-Plakat kann über terre des hommes bezogen werden.

Plakatserie Wasser
Download als Ansichts-PDF Das Original-Plakat kann über terre des hommes bezogen werden.

Anstecker und Magnete

Magnete für den Kühlschrank und Anstecker können kostenlos bei logistik@remove-this.tdh.de bestellt werden.

Bestellnummer Anstecker: 901.5073.00
Bestellnummer Magnet:     901.5076.00

Video/Audio

Sambia: Vergiftete Zukunft
Beitrag von Leonie March im Deutschlandradio »Wissen« ...mehr

Indien: Tanushree und die Biobauern
Video über eine Jugendgruppe, die sich für eine pestizidfreie Landwirtschaft in ihrem Dorf einsetzt ...mehr

Weitere Artikel und Positionspapiere

Positionspapier (Aide mémoire) zum Thema Klimawandel und Menschenrechte, adressiert an Guido Westerwelle, Außenminister. Download als PDF-Dokument

Artikel aus dem Informationsbrief Weltwirtschaft und Entwicklung.
Download als PDF-Dokument

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