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Katastrophe mitten in Europa

Die Lage der Familien, die in Flüchtlingslagern in Griechenland – insbesondere auf der Insel Lesbos – leben, ist weiter angespannt. Viele wissen nicht, ob sie irgendwo in Europa Aufnahme finden oder ob ihr Asylantrag abgelehnt wird. Die meisten Familien sind über die Türkei nach Griechenland gekommen. Die Zustände in vielen Lagern sind verheerend, den Menschen fehlt es an allem. Insbesondere die Perspektivlosigkeit schlägt um in pure Verzweiflung. terre des hommes fordert die Bundesregierung und die EU auf, dringend eine Lösung für die Menschen zu finden. Doch auch auf dem griechischen Festland befinden sich etwa 30.000 Flüchtlinge, darunter mehr als 12.000 Kinder. In Orten wie Volos, Larissa, Ioannina befinden sich große Flüchtlingslager. Die Verhältnisse in den Lagern sind prekär.

Im Mittelpunkt der Hilfsmaßnahmen von terre des hommes stehen Kinder, die unter den traumatischen Erfahrungen ihrer Flucht und den Bedingungen in den Lagern leiden. Unter ihnen sind auch zahlreiche unbegleitete Kinder und Jugendliche, die allein geflohen sind, deren Eltern in den Wirren der Flucht von den Kindern getrennt wurden, im Mittelmeer ertranken oder auf der Flucht ums Leben kamen. In jeder humanitären Krise gehören Kinder zur besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe. Völlig auf sich allein gestellt sind sie der Gefahr des Missbrauchs, der Ausbeutung, der Vernachlässigung und Gewalt schutzlos ausgesetzt. Für sie richten die Mitarbeiter*innen von terre des hommes Griechenland zentrale Anlaufstellen ein, in denen die Kinder sicher sind und sich regelmäßig treffen können, um gemeinsam zu spielen, zu singen oder zu basteln. In einigen Einrichtungen findet auch Schulunterricht für die Kinder statt.

Kinder, die durch die Erlebnisse der Flucht traumatisiert sind, werden von einheimischen Fachkräften psychisch betreut. Durch Kontakte zu den örtlichen Sportvereinen in den Städten nahe der Lager kann die soziale Einbindung der Kinder und Jugendlichen gefördert werden. Die Trainer*innen und Betreuungspersonen in den Vereinen werden dazu von terre des hommes für die Arbeit mit den Flüchtlingskindern besonders geschult und sensibilisiert. Auch bei der rechtlichen Beratung im Asylverfahren oder beim Umgang mit der Justiz erhalten die Betroffenen Unterstützung von terre des hommes.

Eketerina, eine junge Psychologin, berichtet: »Die Kinder wollen etwas lernen und sind sehr motiviert.« Deshalb wollten sie so schnell wie möglich weg aus den Lagern. Sie alle würden von einem besseren Leben in einem Land träumen, in dem sie zur Schule gehen und studieren könnten. So wie die kleine Aleyna. Mit einem schüchternen Lächeln sagt sie: »Ich möchte später gern Ingenieurin werden und dann Syrien wieder aufbauen.«

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17.09.2020

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