Sie sind hier:

Keine Waffenexporte aus Niedersachsen in Krisengebiete!

terre des hommes- Appell an die Abgeordneten des niedersächsischen Landtages

Osnabrück, 16. Mai 2018 – Der niedersächsische Landtag berät morgen auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen über den Stopp von Waffenexporten niedersächsischer Unternehmen in Krisen- und Konfliktregionen. Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes appelliert an die Landtagsabgeordneten, sich für die sofortige Beendigung dieser Waffenexporte auszusprechen.

»Deutsche Rüstungsexporte an Kriegsparteien müssen dringend gestoppt werden. Hier kann das Bundesland Niedersachsen ein wichtiges Signal senden, denn zu den Waffenlieferanten an die Kriegsparteien im Jemen gehört auch das deutsche Unternehmen Rheinmetall, dessen größter Standort im niedersächsischen Unterlüß bei Celle liegt«, sagte Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes.

»Im Jemen-Krieg rekrutieren sowohl die Huthi-Rebellen wie auch gegnerische, mit Saudi-Arabien verbündete Milizen Kinder als Soldaten. Die Luftangriffe der saudisch geführten Militärkoalition sind laut UN die Hauptursache für Opfer unter der Zivilbevölkerung und den Kindern in dem Konflikt. Es wurden bereits Tausende Zivilisten getötet, viele Kinder wurden Opfer von Rheinmetall-Bomben.«

Im ersten Quartal 2018 genehmigte die Bundesregierung Waffenexporte nach Saudi-Arabien im Wert von 162 Millionen Euro – mehr als dreimal so viel wie im selben Zeitraum im Vorjahr und mehr als an jedes andere Land. Angesichts der zwischen 2014 und 2017 drastisch gestiegenen deutschen Rüstungsexporte fordert terre des hommes von der Bundesregierung ein restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz, das den Export von Waffen in Kriegs- und Krisengebiete verbietet. Der Export von Kleinwaffen, den Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts, sollte grundsätzlich verboten werden. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, hat terre des hommes die Kampagne Stoppt Waffenexporte gestartet.

terre des hommes unterstützt zahlreiche Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche in Kriegsgebieten, unter anderem im Nahen Osten, in Kolumbien, Indien, Pakistan, Myanmar und den Philippinen.

Zum Seitenanfang