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Straßenkinder

Auf der Straße zu leben bedeutet ständig unter Spannung zu stehen. Straßenkinder haben keinen Rückzugsbereich oder geschützten Raum. Sie sind Gewalt, Drogen, Kriminalität und Willkür von Erwachsenen ausgesetzt. Kaum ein Straßenkind geht in die Schule oder wird regelmäßig medizinisch versorgt. 

Häufig sind es die Kinder selbst, die sich für ein Leben auf der Straße entscheiden, meist als Reaktion auf Gewalt und Missbrauch in der Familie. Aber auch der Verlust der Eltern, zum Beispiel durch Kriege oder Aids, treibt viele Kinder auf die Straße. Ländliche Armut führt dazu, dass Familien in die Städte fliehen und dort ohne Obdach bleiben. Ihre Kinder werden in ein Leben auf der Straße geboren.

Um der Chancenlosigkeit zu entkommen, brauchen Straßenkinder Unterstützung. terre des hommes fördert in Afrika, Asien, Lateinamerika und Deutschland Projekte für Straßenkinder. Die Mädchen und Jungen werden ermutigt, ihr Leben in die Hand zu nehmen, sie bekommen ein Zuhause und die Chance, eine Ausbildung zu machen.

Ihre Ansprechpartnerin

Barbara Küppers
Referat Kinderrechte
Telefon: 05 41 / 71 01-175
b.kueppers@remove-this.tdh.de


Daten und Fakten

Definition

Straßenkinder sind nach einer Definition des Fachlexikons der sozialen Arbeit »minderjährige Jugendliche, die sich weitgehend und dauerhaft abgewendet haben von gesellschaftlich vorgesehenen Sozialisationsinstanzen, sich im Wesentlichen, meist zusammen mit anderen Jugendlichen, am Lebensmittelpunkt öffentlicher Raum als einzigem aktuellen Sozialisationsort orientieren und mit ihrem Handeln gegen gesellschaftlich anerkannte Normalzustände verstoßen.«

Straßenkinder sind Kinder, für die die Straße der Lebensmittelpunkt ist, wo sie die meiste Zeit des Tages – in der Regel zum Geldverdienen, aber auch in Banden oder Cliquen – verbringen.

Dazu zählen Kinder, die jeglichen Kontakt zur Familie abgebrochen haben und dauerhaft auf der Straße leben. Als Straßenkinder gelten auch Kinder, die gemeinsam mit ihrer ebenfalls obdachlosen Familie auf der Straße leben.

Allerdings ist der Übergang häufig fließend, etwa bei Kindern, die nur zum Schlafen nach Hause gehen. Gemeinsam haben alle, dass sie den größten Teil des Tages auf der Straße verbringen. Die meisten von ihnen leiden Hunger, gehen nicht zur Schule und bekommen keinerlei medizinische Versorgung.

Aktuelle Situation

Schätzungen zufolge ist die Straße für weltweit rund 100 Millionen Kinder der Lebensmittelpunkt. Es zieht sie vor allem in große Städte, wie Mumbai, Rio de Janeiro und Johannesburg.

Die Datenlage ist schwierig, da nur wenige Straßenkinder eine Geburtsurkunde haben und die Zahlen jahreszeitlich schwanken.

Zahlen

Für 100 Millionen Kinder ist Schätzungen zufolge die Straße der Lebensmittelpunkt.

33 Millionen obdachlose Kinder leben weltweit schätzungsweise dauerhaft ohne ihre Eltern auf der Straße.

Rund 19 Millionen Straßenkinder gibt es allein in Indien. Je rund 10.000 von ihnen leben obdachlos und ohne Eltern in den Metropolen wie Mumbai und Delhi.

Etwa sieben Millionen Kinder leben in Brasilien die meiste Zeit des Tages auf der Straße, in Peru sind es 500.000.

Rund 4.000 Kinder sind in Johannesburg obdachlos und auf sich allein gestellt.

Rund 9.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene verbringen in Deutschland den Großteil des Tages auf der Straße.


Forderungen und Ziele

Ziel der Arbeit von terre des hommes ist es, Kinder zu versorgen, ihnen zu ihren Rechten zu verhelfen und ihnen eine Lebensperspektive zu ermöglichen. Es geht nicht darum, Kinder um jeden Preis von der Straße zu holen, sondern um

  • vorbeugende Arbeit mit Familien und Kindern, die in Gewalt und Armut leben, um die Familienverhältnisse zu verbessern, bevor es die Kinder nicht mehr aushalten und auf die Straße fliehen.
  • Nahrung, Kleidung und auch psychologische Betreuung für Straßenkinder.
  • dem Alter entsprechende  Bildungsangebote, sowie eine Möglichkeit, Geld zu verdienen.
  • eine Koordination mit anderen privaten, sowie den zuständigen staatlichen Stellen, um Angebote für Straßenkinder ergänzend aufeinander abzustimmen und vor Ort langfristige Betreuungsmöglichkeiten  aufzubauen.
  • weiterführende Angebote für Betroffene, die im juristischen Sinne die Altersgrenze zum Erwachsenenleben bereits überschritten haben.
  • eine Information der Öffentlichkeit über die Sorgen, Nöte und Bedürfnisse von Straßenkindern

Projektbeispiele

terre des hommes unterstützt Straßenkinder mit Schutz und Hilfe zur Selbsthilfe. In den Projekten bekommen sie etwas zu essen, einen Schlafplatz und können wieder die Schule besuchen.

Philippinen: Die Straßenmädchen von Davao
In der Großstadt Davao gibt schätzungsweise etwa 3.000 Straßenkinder. Besonders Mädchen fliehen vor häuslicher Gewalt und landen auf der Straße. In einem Zentrum erhalten sie Hilfe.

Mexiko: Hilfe für Straßenkinder
In Mexiko-Stadt leben schätzungsweise 30.000 Straßenkinder. Die Organisation El Caracol kümmert sich in einem Schutzzentrum um diese Mädchen und Jungen.

Berlin: Chancen für obdachlose Jugendliche
Warmes Mittagessen, medizinische Versorgung: Der Verein Karuna gibt jungen Menschen eine neue Chance.


Was Sie tun können

Kinderrechte bekannt machen

In Deutschland macht terre des hommes alljährlich mit dem Aktionstag »Straßenkind für einen Tag« auf die Situation von Straßenkindern aufmerksam. Er findet am 20. November statt, dem Datum, an dem 1989 die UN-Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet wurde. In verschiedenen Städten Deutschlands schlüpfen Kinder für einen Tag in die Rolle von Straßenkindern. Sie tun das, was Straßenkinder weltweit tun: Schuhe putzen, Kleinigkeiten verkaufen, Müll sortieren.

Öffentlichkeitswirksam demonstrieren sie, dass die Rechte von Straßenkindern vielfältig verletzt werden: das Recht auf Bildung, auf gesundes Aufwachsen, auf Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung ebenso wie das Recht auf Information und Gehör.

Für Straßenkinder spenden

terre des hommes unterstützt in Afrika, Asien, Lateinamerika und Deutschland Projekte für Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben und der Gewalt, den Drogen und der Hoffnungslosigkeit entfliehen wollen. Sozialarbeiter kümmern sich, sie reden, singen und spielen mit diesen Kindern. Sie arbeiten Gewalterfahrungen in der Familie und auf der Straße auf. In offenen Anlaufstellen, Heimen oder Wohngruppen gewöhnen sich Kinder und Jugendliche an geregelte Tagesabläufe und Hygiene. Sie bauen Selbstbewusstsein auf und lernen berufliche oder künstlerische Fertigkeiten – auch, um damit Geld verdienen zu können. Freiheitsliebe, Humor oder der Sinn für Solidarität der Kinder und Jugendlichen helfen dabei, dass sie ein neues Leben beginnen können.

Unterstützen Sie unsere Projekte für Straßenkinder mit Ihrer Spende.


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